Henstedt-Ulzburg : Totschlag im „Joy“: 22-Jähriger gesteht tödlichen Faustangriff

Eine Überwachungskamera in der Diskothek „Joy“ zeichnete den Verdächtigen auf.

Eine Überwachungskamera in der Diskothek „Joy“ zeichnete den Verdächtigen auf.

Der Albaner sagt, er habe an dem Abend in der Diskothek Spaß haben wollen, sich dann von dem Opfer bedroht gefühlt.

Avatar_shz von
28. März 2018, 12:13 Uhr

Kiel | Im Prozess um eine brutale Faustschlag-Attacke in einer Diskothek in Henstedt-Ulzburg im Kreis Segeberg hat der 22-jährige Angeklagte die Tat gestanden. Es tue ihm sehr leid, er habe das nicht gewollt, ließ der albanische Staatsangehörige am Mittwoch über seinen Verteidiger erklären. Er habe an dem Abend Spaß haben wollen, sich dann von dem Opfer bedroht gefühlt und „in Angst und Panik“ zugeschlagen, hieß es in der Erklärung.

Die Staatsanwältin geht von Totschlag aus. Demnach versetzte der 22-Jährige dem Opfer am 2. September 2017 nach kurzem Wortgefecht einen wuchtigen Faustschlag gegen die Schläfe und schlug dann noch einmal kräftig gegen den Kopf des Opfers, das bereits reglos auf dem Boden lag. Der gleichaltrige Syrer starb wenige Tage später im Krankenhaus.

Der Angeklagte floh zunächst. Er wurde wenige Wochen nach der Tat in Konstanz am Grenzübergang zur Schweiz gefasst. Seither sitzt er in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei Norderstedt hatte zuvor Fotos veröffentlicht, die den mutmaßlichen Täter beim Verlassen der „Black Lounge“ in der Diskothek zeigten sowie ein Phantombild, welches nach Angaben einer Augenzeugin gefertigt wurde. Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung von 2000 Euro ausgelobt.

Wie ein Sprecher der Bundespolizei in Konstanz damals sagte, erkannten Zöllner den 22-Jährigen bei der Einreise aus der Schweiz.

Das Urteil wird Anfang Mai erwartet. 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert