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Sylter Rundschau

18. Dezember 2017 | 14:16 Uhr

Zwei Räder reichen nicht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

shz.de von
erstellt am 16.Mai.2014 | 18:38 Uhr

Strahlend Gelb oder leuchtend Rot im Straßenverkehr signalisiert uns anderen Verkehrsteilnehmern „Passt auf.“ Nicht gemeint sind damit Ampelphasen oder Warnleuchten. Nein. Weit gefehlt. Es sind die Leihräder, beziehungsweise die Sylt-Touristen, die auf diesen Rädern sitzen, die für uns andere eine Gefahr darstellen. Fest im Sattel sitzen die wenigsten auf Anhieb, meist ist die Sattelhöhe Schuld... Dann nach der Korrektur wollen die Pedalen nicht so, wie Gast es will. Mal ist der rechte Fuß am Boden, dann der Linke und wenn das Kunststück geschafft ist, tatsächlich alle zwei Füße auf den Pedalen platziert zu haben, fährt das Rad doch tatsächlich einfach so los. Ohne Vorwarnung.

Wie sagte der Stadtplaner in List in der Einwohnerversammlung so schön: „Wir haben es hier hauptsächlich mit ungeübten Radfahrern zu tun.“ Die könne man nicht zu den Autofahrern auf die Hafenstraße lassen – in beiderseitigem Interesse. Also werden die Radfahrer im Inselnorden wohl auf einen extra Weg direkt neben den Fußgängern verbannt – das sei einfach sicherer. Fragt sich in dem Fall, für wen? Radler? Autofahrer? Für die Fußgänger gewiss nicht.

In der Wenningstedter Gemeindevertretung wurde indes laut darüber nachgedacht, eine eigene Fahrradkarte für das Gemeindegebiet rauszubringen. Für sage und schreibe über den Daumen gepeilte vier mal zwei Kilometer. Weil die Wenningstedter Gäste augenscheinlich nicht in der Lage sind, Straßenschilder zu lesen (und zu begreifen), wollen die Gemeindevertreter jetzt helfend eingreifen, um die Touristen auf den rechten Weg zu führen.

Bevor sich nun aber Planer und Gremien langwierig Gedanken machen und dabei die halbe Insel umgestalten, wäre es doch sinnvoller, eine Art Fahrradfahrer-TÜV einzustellen. Der könnte dann automatisch eingreifen, wenn die erste Probefahrt mit dem potenziellen Leihrad wackelig ausfällt. Helmpflicht und Ganzkörperprotektoren – eine Selbstverständlichkeit. Über Stützräder sollte ernsthaft nachgedacht werden. Und an neuralgischen Punkten, an denen sonst gar nichts mehr hilft, sollten Fangnetze Schlimmeres verhindern.

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