Sturm auf Sylt : Zwei Orkane treffen die Insel

Bilder vom Herbststurm Christian 2013: An der Westerländer Promenade kämpften Spaziergänger mit den Orkanböen.
Bilder vom Herbststurm Christian 2013: An der Westerländer Promenade kämpften Spaziergänger mit den Orkanböen.

Am Freitag und Sonnabend sollen die Stürme auf die Insel treffen. Die Feuerwehr warnt die Bevölkerung und rät zu Vorsicht

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08. Januar 2015, 05:11 Uhr

In den kommenden Tagen wird es auf der Insel stürmisch: Gleich zwei Tief-Ausläufer nehmen Kurs auf Sylt und sollen noch bis Mitte kommender Woche auf der Insel für eine extreme Wetterlage sorgen. Schon heute frischt der Wind merklich auf und es ist teilweise mit orkanartigen Böen zu rechnen.

„Der große Tiefkomplex Christian tobt zur Zeit über dem Atlantik“, erklärt Alina Voß von Wetterwelt in Kiel die Lage. „Dieses Tief bringt am Wochenende zwei stürmische Ausläufer mit, die mit voller Wucht über Sylt hinwegziehen werden.“ Bei dem Namen Christian werden bei vielen Syltern Erinnerungen an den Sturm Christian wach, der im Oktober 2013 auf der Insel große Schäden anrichtete.

„Das erste Sturmtief, das die Insel treffen wird, heißt Elon“, erklärt Voß, „und das wird von Freitagvormittag bis Freitagnachmittag auf Sylt für orkanartige Böen und Orkanböen mit Windstärke elf bis zwölf sorgen“. Laut der Wetterexpertin sollen Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern erreicht werden. Mit Schauern und Gewittern sei zu rechnen.

Freitagnachmittag werde sich das Wetter etwas beruhigen, so Voß. Doch auch dann sei noch teilweise schweren Sturmböen zu rechnen.

Am Sonnabendnachmittag wird dann voraussichtlich die zweite Front aus dem Tiefkomplex Christian auf die Insel zufegen. Sie soll laut Voß eine noch größere Wucht haben Sturmtief Elon. Auch am Sonnabend soll es orkanartige Böen und Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern geben (Windstärke zwölf). „Der Name der Sturmfront, die am Sonnabend die Insel Sylt trifft, ist allerdings bisher noch nicht bekannt, sie wird aber wahrscheinlich Felix heißen“, erklärt Alina Voß.

Mit einer Sturmflut sei an diesem Wochenende nicht zu rechnen: „Der Wind kommt dafür zu stark von Westen. Bei einer Sturmflut kommt er meist von Nordwesten, aber dennoch muss mit einem Wasserstand von 2 bis 2,5 Meter über NN gerechnet werden“, betont Voß. In der Nacht zu Sonntag soll der Wind dann etwas abschwächen, auch wenn es bis Montag stürmisch bleiben soll.

Jörg Elias, Wehrführer der Westerländer Feuerwehr, nimmt die Sturmwarnung durchaus ernst. Er rät den Bewohnern der Insel zur Vorsicht: „Sollte es zu einem Orkan kommen, sollten die Menschen möglichst im Gebäude bleiben.“ Elias betont: „Außerdem sollten freistehende Gegenstände wie Gartenmöbel oder Pflanzen, gesichert werden, da sich diese schnell zu Geschossen entwickeln. Autos sollten vorausschauend und sicher abgestellt werden.“

Die Feuerwehr sei auf das stürmische Wochenende vorbereitet. Elias appelliert aber eindringlich an die Menschen auf Sylt, die Feuerwehrarbeit zu respektieren: „Wir erleben es immer wieder, dass unsere Absperrungen nicht beachtet werden. Das ist für die Personen, die uns sagen, ihnen würde schon nichts passieren, sehr gefährlich.“ Vor allem warnt der Wehrführer vor dem Gebiet an der oberen Friedrichstraße rund um das Hotel Miramar, auch der Strand solle gemieden werden. Die Warnungen beträfen zwar alle Sylter und Gäste, jedoch im besonderen ältere Menschen mit Gehhilfen.

Auch Autofahrer sollten die Warnung ernst nehmen: „Generell müssen bei Sturm alle Autofahrer aufpassen, die Fahrer von SUVs, Transportern und kleineren Busse sollten ihre Fahrzeuge aber besser stehenlassen“, rät Elias. Er fügt hinzu: „Wenn Autofahren allerdings nicht vermieden werden kann, sollte die Fahrgeschwindigkeit angepasst werden.“ Wenn man von einer Sturmböe erfasst werde, heisst es Ruhe bewahren, denn jede heftige Bewegung mit dem Lenkrad mache laut Elias das Fahrzeug nur noch instabiler.

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