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Bauvorhaben auf Sylt : Zwei Bauprojekte beginnen zeitgleich

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nahezu zeitgleich starten auf Sylt zwei größere Bauprojekte im Kirchenweg, gegenüber der Zufahrt Kjeirstraße.

von
erstellt am 27.Apr.2016 | 05:35 Uhr

Es ist wie so oft im Leben: Erst passiert längere Zeit gar nichts und dann kommt es gleich doppelt. Nahezu zeitgleich starten jetzt zwei größere Bauprojekte im Kirchenweg 6, gegenüber der Zufahrt Kjeirstraße. Anfang dieser Woche war Baubeginn für ein Wohn- und Gewerbegebäude auf dem so genannten Schwennsen-Grundstück neben dem Westerländer Bahnhof. Heute sollen bereits die ersten Betonmischer anrollen. Das Areal des ehemaligen Baumarktes ist eingezäunt, seit einigen Tagen laufen dort bauvorbereitende Arbeiten. Nur zirka drei Wochen später soll es dann losgehen mit dem Bau des großen Regenwasser-Rückhaltebeckens unter dem Parkplatz direkt neben den Gleisanlagen (wir berichteten).

Beide Projekte waren bereits vor sechs Jahren Thema im Bauausschuss und auch im Ortsbeirat Westerland. Während die Errichtung des Rückhaltebeckens einhellig begrüßt wurde, um künftig Überschwemmungen bei Starkregen zu verhindern, sorgte die überirdische Bebauung des 4  000 Quadratmeter großen Gebiets für Verstimmung und hitzige Diskussionen. Kritisiert wurde die Bauhöhe des Gebäudekomplexes von 12,50 Metern, insbesondere jedoch ein Turm, der 15 Meter in die Höhe ragen sollte. Der damalige Inselbaumeister Wolfgang Knuth verteidigte die geplante Gebäude-Höhe im Ortsbeirat; den geplanten Turm stufte Knuth sogar als „städtebaulich sehr wichtig“ ein.

„Die Baugenehmigung für das Bauprojekt am Westerländer Bahnhof wurde erteilt, so dass der Verschönerung des Stadtbildes nichts mehr im Wege steht“, hieß es dann Mitte 2014 in einer Pressemitteilung der KRM Leasing GmbH & Co KG, die Bauherr des Projekts ist. Den Grundstücksbereich hatte Karl-Rudolf Mankel erworben, Leiter des weltweit agierenden Dorma-Konzerns und unter anderem Besitzer des Hotels Fährhaus Munkmarsch. Bis zum Baustart in dieser Woche jedoch vergingen noch einmal knapp zwei Jahre – Gründe unbekannt.

Die Baupläne inklusive der Gebäudehöhe blieben weitgehend unverändert, der Turm allerdings wird nicht gebaut. Geplant und entworfen von dem Hamburger Architekturbüro Studio Heller soll auf dem Grundstück ein zweieinhalb-geschossiges Gebäude mit Satteldach entstehen. Im Erdgeschoss sind fünf Ladenlokale für hochwertigen Einzelhandel in Größen von 60 bis 90 Quadratmetern geplant, teilt der Bauherr KRM Leasing mit. Denkbar seien aber auch andere gewerbliche Nutzungen. In den übrigen Geschossen ist ein Boardinghaus mit Wohnung in Größen von 50 bis 70 Quadratmetern vorgesehen. Dort sollen Interessenten für einen längeren Zeitraum zur Miete wohnen können und „in vollständig eingerichteten Wohnungen eine adäquate Unterkunft finden“. Die Einrichtung mobiler Büros in den Räumlichkeiten ermöglichten jedoch ebenso die Nutzung für einen längeren Arbeitsaufenthalt auf der Insel.

Das Wohn- und Geschäftsgebäude erstreckt sich über eine Länge von fast 50 Metern und wird mittig durch eine Glasfuge unterbrochen. Die Fassade ist geprägt durch großformatige Fensterelemente, die sich mit aus Laubengängen resultierenden Öffnungen abwechseln. Das Dach wird durch lange Lichtbänder gegliedert, die auch im Dachgeschoss des Gebäudes dafür sorgen, dass alle Wohnungen lichtdurchflutet sind.

Mit der Fertigstellung wird im Frühjahr, spätestens Sommer des nächsten Jahres zu rechnen sein. Dass jetzt zeitgleich das neue Gebäude und auch das Rückhaltebecken gebaut würden, sei zwar „nicht ganz glücklich“, hieß es unisono aus dem Bauamt und von der Baufirma – aber man werde sich schon miteinander arrangieren.

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