Flüge auf die Insel : Zwei Airlines stellen Flugverbindungen nach Sylt ein

Die Turboprop-Maschine der Skywork Airlines landete zum letzten Mal am 25. August auf Sylt.
Die Turboprop-Maschine der Skywork Airlines landete zum letzten Mal am 25. August auf Sylt.

Die Schweizer Fluggesellschaft Skywork ist insolvent und auch Yourways fliegt Sylt künftig nicht mehr an.

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31. August 2018, 16:01 Uhr

Sylt | Ankunft um 11.50 Uhr aus Basel, Abflug um 12.25 Uhr – für heute stehen die Flüge SX2220 und SX2221 noch im Sylter Flugplan, doch Skywork fliegt die Insel nicht mehr an. Die Berner Fluggesellschaft ist pleite, am Mittwoch Abend musste sie den Betrieb einstellen. Jeweils sonnabends hatte Skywork Flüge von Bern über Basel auf die nordfriesische Insel angeboten. Doch mit Yourways fliegt noch eine weitere Airline Sylt künftig nicht mehr an.

Schon in der Saison 2017 war Skywork sonnabends von Bern über Basel nach Sylt geflogen. Zum Einsatz kamen Saab-2000-Flugzeuge mit Platz für 50 Passagiere, die nach Einschätzung von Beobachtern auch gut ausgelastet waren. Die 1983 gegründete Airline befand sich Zeitungsberichten zufolge aber bereits seit längerer Zeit in der Krise.

120 Angestellte von Insolvenz betroffen

Von der Insolvenz – 17 Jahre nach der Swissair-Pleite – sind 120 Skywork-Angestellte betroffen, vor allem am Sitz Bern. Wer noch ein Ticket bei der Airline gebucht hat, wird auf einer Internetseite des Schweizer Bundesamtes für Zivilluftfahrt (www.bazl.admin.ch) oder unter der Hotline 0041/58/4659596 über seine Ansprüche aufgeklärt. Die Saab 2000 mit der Schweizer Flagge auf dem Heck war am vergangenen Sonnabend zum letzten Mal auf dem Fliegerhorst gelandet.

Schon seit dem 8. Juli fliegt Yourways die Insel nicht mehr an. Das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Geestland (Landkreis Cuxhaven) hatte im Dezember 2017 mit dem Liniendienst zwischen Wilhelmshaven, Cuxhaven und Sylt begonnen. Als Flugzeug kam eine rotlackierte einmotorige Quest Kodiak zum Einsatz, die Platz für acht Fluggäste bietet. Im Juni wurde dann auch noch Hamburg in den Flugplan aufgenommen. Doch wirtschaftlich kam das Unternehmen offenbar auf keinen grünen Zweig. „Leider nehmen wir keine weiteren Buchungen im Inselfluggeschäft an“, heißt es nun auf der Yourways-Homepage.

Die Nachricht von der Insolvenz der Skywork sei überraschend gekommen, sagt Sylts Flughafen-Chef Peter Douven. „Das ist sehr schade, da mit ihr der Westen der Schweiz erschlossen wurde und ein weiterer Ausbau zusammen mit unserem Partner Railtours geplant war.“ Die Auswirkungen auf den Flugbetrieb seien aber überschaubar, der Anteil am Sylter Fluggastaufkommen mit einer Verbindung pro Woche vergleichsweise klein. Douven glaubt, dass die weiter bestehenden guten Flugverbindungen nach Zürich mit Lufthansa bzw. Swiss bei der Kompensation helfen werden.

Zu geringe Auslastung

Skywork hatte laut Douven einen Anteil von rund 1,7 Prozent an der Sylter Flugkapazität, Yourways lag noch darunter. Der niedersächsischen Fluggesellschaft habe die notwendige Auslastung gefehlt, sagt der Flughafen-Geschäftsführer. „Das Produkt mit modernem Fluggerät war gut, aber sicher war Wilhelmshaven als Ausgangspunkt nicht optimal, Bremen als Alternative kam leider zu spät.“

„Leider wird es für kleine Fluggesellschaften immer schwieriger, sich im Markt zu behaupten“, bedauert Peter Douven. „Das ist für das Angebot und den Wettbewerb nachteilig.“

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