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Syltshuttle an Weihnachten : Zusätzliche Fahrten von NOB und DB-Autozug nach Sylt

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nord-Ostsee-Bahn und Syltshuttle seien für den Feiertagsverkehr gut aufgestellt, sagen die Sprecher. Autozug-Konkurrent RDC testet die Strecke.

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erstellt am 24.Dez.2015 | 00:32 Uhr

Seit zehn Tagen gilt der Winterfahrplan für den Bahnverkehr von und nach Sylt. Neu sind vor allem die häufigeren An- und Abfahrten des Autozugs der Deutschen Bahn (DB) inklusive der Personenbeförderung mit dem Sylt Shuttle plus (wir berichteten). Aber auch die Nord-Ostsee-Bahn (NOB) fährt zu geänderten Zeiten und mit neuen Lokomotiven. Noch nicht mit seinen Autozügen im Einsatz ist jedoch DB-Konkurrent RDC – das Unternehmen will erst im Februar 2016 starten. Doch bereits jetzt mehren sich die Stimmen derjenigen, ob auf Facebook oder in Leserbriefen, die sich über Verspätungen, Zugausfälle oder leere Geisterzüge beklagen. Die Sylter Rundschau hat bei allen Bahnunternehmen nachgefragt, was Reisende im Personen- oder Autozugverkehr über die Weihnachtstage, den Jahreswechsel und danach erwartet.


Nord-Ostsee-Bahn


„Wir sehen die Situation aktuell und auch für die kommenden Feiertage relativ entspannt“, sagt NOB-Sprecher Kay Goetze. „Von Beeinträchtigungen durch den neuen Sylt Shuttle plus der DB spüren wir derzeit wenig.“ Allerdings gebe es seit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember „leichte bis größere“ Verspätungen, weil die NOB seit diesem Sonntag auch neue Lokomotiven nutze. „Mit den ‚Traxx‘ genannten Loks haben wir leider noch einige technische Probleme“, so Goetze, „aber das spielt sich alles gerade ein.“ Für den Rückreiseverkehr nach dem Jahreswechsel verstärkt das Unternehmen seine Kapazitäten teilweise: Am 2. und 3. Januar 2016 fahren die NOB-Züge um 11.22 Uhr und 12.22 Uhr ab Westerland jeweils mit zusätzlichen Waggons.

Ein großer Erfolg ist laut NOB-Sprecher die Werbekampagne gegen den neuen Konkurrenten Sylt Shuttle plus. Im klassischen Stil einer „Wer wird Millionär“-Frage gibt es als Antwort, wer fährt schneller, günstiger und bequemer nach Sylt, die Möglichkeiten a) NOB, b) Autozug-Anhängsel, c) Privatjet oder d) „Deine Mudder“. Seit gestern hängen auch in allen NOB-Zügen große Plakate mit dem erfolgreichen Pseudo-Quiz. „Nicht nur über die Feiertage, auch nächstes Jahr noch“, sagt Goetze, „denn das leidige Thema wird uns ja weiter beschäftigen.“


RDC Deutschland


Definitiv im Laufe Februar 2016 starten will der DB-Autozug-Konkurrent, die Railroad Development Corporation – kurz RDC. Das bestätigte Geschäftsführer Carsten Carstensen auf Anfrage der Sylter Rundschau. Am gestrigen Mittwoch wurden tagsüber so genannte Ausbildungsfahrten zwischen Westerland und Niebüll durchgeführt. „Vier Lokführer waren unterwegs, um die Terminals, die Durchfahrten auf den Bahnhöfen Morsum und Keitum sowie die Strecke insgesamt kennen zu lernen und zu testen“, so Carstensen. In Kiel laufe derzeit die Ausstattung der Flachwaggons wie den vorschriebenen technischen Einrichtungen auf Hochtouren. Weitere Probefahrten mit längeren Zügen werde es dann im Januar 2016 geben, kündigte der RDC-Geschäftsführer an.

Ebenfalls im Januar sollen Gespräche mit der DB Netz AG statt und der Bundesnetzagentur stattfinden, um die Rangierkonflikte zwischen Sylt Shuttle plus und RDC-Autozug zu lösen, sagte Carstensen. Wenn alles geklärt sei, werde das US-Tochterunternehmen im Februar starten können. Ein bis zwei Wochen zuvor will RDC mit dem Verkauf seiner Fahrkarten beginnen. Angeboten werden soll auch ein Kombiticket mit der Syltfähre, dazu laufen derzeit letzte Abstimmungsgespräche. Rechtzeitig vor Betriebsbeginn werde auch die Preisgestaltung sowie der Plan der An- und Abfahrtszeiten bekanntgegeben. Details will der RDC-Geschäftsführer noch nicht nennen, aber „wir werden sicher einen Tick unter den DB-Preisen liegen.“


DB Sylt Shuttle


Weil RDC erst im Jahr 2016 startet, würden für Sylter und Gäste weniger Zugabfahrten zur Verfügung stehen als bisher angenommen, teilt die Deutsche Bahn mit. Aufgrund der Erfahrungen aus den Vorjahren gehe man aber davon aus, dass die Anreise mit den geplanten Zügen des Sylt Shuttle bewältigt werden könne. Die stärksten Anreisetage werden am Wochenende 26./27. Dezember erwartet.

Die Abreise werde sich sehr stark auf Sonnabend, 2. Januar, und Sonntag, 3. Januar, konzentrieren. „Wir erwarten an beiden Tagen ein Aufkommen von jeweils etwas mehr als 4  000 Kraftfahrzeugen“, sagte DB-Sprecher Egbert Meyer-Lovis. „Das ist eine Größenordnung, die nur ganz selten erreicht wird.“ Deshalb habe sich die Bahn dazu entschieden, die bisher nicht durch RDC bedienten Abfahrtszeiten tagsüber mit Sonderzügen des Sylt Shuttle zu belegen. So sei es möglich, Fahrplanlücken zu schließen und unnötige Rückstaus zu vermindern. „Dennoch gehen wir davon aus, dass es durch den massiven Druck von Kraftfahrzeugen ins Terminal Westerland hinein zu Wartezeiten kommen wird“, so Egbert Meyer-Lovis. Erschwerend käme hinzu, dass die NOB in zwei ehemaligen Sylt Shuttle-Lagen einen Nahverkehrszug fahren wird. Deshalb könne an beiden Abreisetagen um 9 Uhr und um 13 Uhr kein Sylt Shuttle von der Insel verkehren. „Zu diesen Uhrzeiten kann es zu einem Aufstauen von Kraftfahrzeugen in den Wartebereichen und eventuell auch in den öffentlichen Verkehrsraum kommen“, warnt der Deutsche-Bahn-Sprecher.

Ab 1. Januar 2016 gelten beim Sylt Shuttle höhere Preise: Die einfache Fahrt kostet dann 52 Euro, Hin- und Rückfahrt 92 Euro und das DiMiDo-Ticket 79 Euro für hin und zurück. Für die 16 Sylt Shuttle-Personenzüge, die täglich zwischen Westerland und Bredstedt fahren, sowie die zwei zwischen der Insel und Hamburg-Altona gilt der normale Tarif des DB-Fernverkehrs. Das bedeutet: Von der Hansestadt nach Westerland kostet der volle Fahrpreis 50 Euro, ab Bredstedt 16,50 Euro und ab Niebüll 9,50 Euro. Sparpreise gibt es bisher keine.





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