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Zukunft ungewiss: Dem Kampener Kindergarten fehlen Kampener Kinder

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erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kampen | In Kampen - und weit darüber hinaus - sorgt man sich um den Erhalt des örtlichen Kindergartens. Denn obwohl alle 22 Plätze belegt sind und es eine Warteliste gibt, ist dessen Zukunft ungewiss. Schuld daran ist der geringe Anteil Kampener Kinder in der bei Eltern aus anderen Inselorten beliebten Einrichtung. Derzeit wohnen noch sechs der dort betreuten Kinder im Ort, im nächsten Jahr wird es womöglich kein einziges mehr sein.

Die Folgen: Da andere Kindergärten der Insel reichlich freie Plätze haben, droht der Kreis Nordfriesland, den Kampenern die Zuschüsse zu streichen. Im letzten Jahr hat sich die Gemeinde den eigenen Kindergarten rund 80 000 Euro kosten lassen, in diesem könnten es bis zu 120 000 werden - Tendenz steigend. Eine Situation, auf die die Elternschaft mit der Gründung eines Fördervereins reagiert hat. "Wir wollen versuchen, die fehlenden Kreiszuschüsse über Spenden zu kompensieren, und demonstrieren, dass wir uns als Teil der Kampener Gemeinschaft fühlen", sagt die Vorsitzende Bianca Kuckertz aus List. Wie ihre bislang 16 Mitstreiter will sie nichts unversucht lassen, "den wunderschönen Kindergarten mit der tollen Atmosphäre zu erhalten".

Nachdem die Gemeindevertretung am Montagabend hinter verschlossenen Türen eine Stunde lang über die Zukunft des Kindergartens diskutiert hat, betont der Finanzausschussvorsitzende Dirk Erdmann, dass die Gemeinde für den Erhalt des Kindergartens kämpfen wird. Die Situation sei allerdings schwierig und nicht von Kampen alleine zu lösen. Erdmann: "Uns geht es nicht vorrangig ums Geld, sondern um eine Perspektive für unseren Kindergarten. Und die kann es nur im Rahmen eines inselweiten Konzeptes geben." Nach der Kommunalwahl wolle man mit den anderen Gemeinden über ein solches Konzept reden - genauso wie über die Grundschulen. "Erst dann wissen wir, ob es für unseren Kindergarten überhaupt noch einen Bedarf gibt", sagt Erdmann, der das Engagement der Eltern, die zumeist aus List, Westerland oder Tinnum kommen, begrüßt.

Allen Beteiligten ist klar, dass in den nächsten Jahren in Kampen kein Kinder-Boom zu erwarten sein wird. Die Gemeinde würde zwar gerne jungen Familien ermöglichen, im Ort zu bauen, doch die Grundstücksverhandlungen mit dem Bund können noch Jahre dauern. "Natürlich wäre es schön, wenn wir dann noch einen Kindergarten im Dorf haben", sagt Bürgermeisterin Steffi Böhm.Der Förderverein des Kampener Kindergartens veranstaltet am 1. Juni von 10 bis 18 Uhr einen Flohmarkt inklusive Versteigerung der von den Kindern gefertigten Kunstwerke.

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