Kultur auf Sylt : Zukunft des Friesensaals gesichert

In diesem Jahr fand erstmalig der „Meerkabarett Club“ im Friesensaal statt – Fortsetzung 2018 folgt.
In diesem Jahr fand erstmalig der „Meerkabarett Club“ im Friesensaal statt – Fortsetzung 2018 folgt.

Kommunales Liegenschafts-Management soll wesentliche Verantwortungsbereiche übernehmen, Meerkabarett vorrangig für kulturelle Angebote sorgen

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02. Dezember 2017, 05:16 Uhr

Der Erhalt des Friesensaals als Ort für kulturelle Events, dörfliche Veranstaltungen und private Feiern scheint auch nach dem Rückzug des Vereins „Kulturhaus Sylt“ aus der Gesamtverantwortung (wir berichteten) gesichert – zumindest für das kommende Jahr. Auf einer gemeinsamen Sitzung des Wohnungsbauausschusses und des Ortsbeirates Keitum stellte Marcus Kopplin, der Betriebsleiter des Kommunalen Liegenschafts-Managements (KLM) der Gemeinde Sylt, das neue Nutzungskonzept für den mehr als 30 Jahre alten Veranstaltungssaal am Keitumer Kliff vor. Die Pläne seien das Ergebnis umfangreicher Beratungen unter Einbindung des Ortsbeirates sowie einer öffentlichen Ausschreibung für den Friesensaal, so Kopplin, an deren Ende es aber nur eine einzige Bewerbung der Meerkabarett Sylt GmbH in Kooperation mit dem Kulturhaus-Verein gegeben habe.

Folgende Bereiche des Friesensaals sollen künftig getrennt verantwortet werden: Die gebäudeseitige Bewirtschaftung und laufende Instandhaltung wird von KLM durchgeführt. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung der Ver- und Entsorgung mit Strom, Wasser, Heizöl und Kochgas, die Verantwortung für die Reinigung der Räumlichkeiten vor und nach Veranstaltungen, die Wartung, Instandhaltung und -setzung von Gebäudeteilen und Haustechnik sowie Gartenpflege, Winterdienst und die Bereitstellung einer Notfall-Organisation.

Das Kommunale Liegenschafts-Management wird auch die gemeindlichen und privaten Veranstaltungen koordinieren. Dazu gehört insbesondere das Führen eines Veranstaltungskalenders sowie das Erstellen einer Preisliste für Raummiete und Serviceleistungen. Es bleibt bei einer mehrstufigen Anmietbarkeit für unterschiedliche Interessengruppen. Der Leistungskatalog – zum Beispiel für Bestuhlung, Nutzung von Gastrobereich oder Veranstaltungstechnik – müsse allerdings noch kalkuliert und abgestimmt werden, sagte Marcus Kopplin. Auch die vollständige Vermietungsabwicklung wie Besichtigungstermine und die Vertragserstellung liegt in Verantwortung von KLM.

Zuständig für kulturelle Angebote im Friesensaal soll künftig in erster Linie das Meerkabarett sein. Geschäftsführer Joachim Wussow hat bereits angekündigt, den dieses Jahr in Keitum erfolgreich gestarteten „Meerkabarett Club“ 2018 fortzusetzen und eventuell über die Sommersaison hinaus an Ostern, Pfingsten und Himmelfahrt auszubauen. Außerdem könnte der Wissenschaftssommer am neuen Standort wiederbelebt werden, so Wussow. Der Verein Kulturhaus Sylt will künftig nur noch einmal im Monat eigene Veranstaltungen wie Konzerte oder Lesungen durchführen. Erhalten bleiben sollen allerdings Tanzsport- und Yoga-Events, die sehr gut angenommen würden.

Eine kontinuierliche Gastronomie wird es im Friesensaal nicht mehr geben, sondern eine Rückkehr zum externen Catering je nach Bedarf der Veranstaltung oder des Mieters. Für die Durchführung des neuen Konzepts sind allerdings weitere Investitionen aus der Gemeindekasse notwendig: 225 000 Euro für den Brandschutz sind bereits bewilligt, zirka 50 000 Euro zur Instandsetzung von Küche und Veranstaltungstechnik müssen in den Nachtragshaushalt. Endgültig entscheiden über Pläne und Finanzen werden die Gemeindevertreter Mitte Dezember auf ihrer letzten Sitzung im Jahr 2017.

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