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Sylter Kultrestaurant : Zu wenig Strom für die Sturmhaube?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Veraltete Leitungen und Bauschäden nach Orkan „Christian“ machen dem Kampener Kultrestaurant auf dem Roten Kliff zu schaffen

von
erstellt am 20.Jan.2016 | 05:30 Uhr

Es ist eines der Sylter Restaurants in schönster Lage: die „Sturmhaube“ direkt auf dem Roten Kliff in Kampen. Doch in den vergangenen Jahren wurden von Insulanern und Gästen immer wieder Kritik laut: Sie beschweren sich unter anderem über lange Wartezeiten, unfreundliches Personal und überteuertes Essen. Jörn Steffen, seit Mai 2013 für die Berliner Laggner Gruppe Restaurantleiter in der Sturmhaube, kann diese Kritik in Teilen verstehen. Er ist aber optimistisch, dass aus seiner Sicht lange überfällige Baumaßnahmen in diesem Jahr die Sturmhaube zu einem Restaurant werden lässt, das er sich für die exklusive Lage in Kampen wünscht.

Konkret hapere es in der Sturmhaube derzeit am Strom, so Steffen. „Wir haben hier ein Leistungsproblem“, erklärt der Gastronom. Die Sturmhaube werde immer noch durch einen Hausanschluss aus den 1960er Jahren versorgt, der für die heutigen Bedürfnisse schlicht nicht genügend Saft liefere. „Die Zahl der Plätze im Restaurant ist ja stetig angestiegen.“ Durch den veralteten Stromanschluss käme es regelmäßig dazu, dass unter anderem die Küche nicht so genutzt werden kann, wie sie es eigentlich sollte. „Wenn dann zu Ostern 40 Gäste im Kaminzimmer sitzen und über eine Stunde auf ihr Essen warten, weil der Herd nicht ordentlich funktioniert, kann ich verstehen, dass sie verärgert sind“, sagt Steffen. Neben den nach seinen Angaben nicht funktionierenden Anlagen sei es allein im vergangenen Jahr aufgrund der veralteten Technik zu drei Strombränden im reetgedeckten Gebäude gekommen.

Jörn Steffen verhandelt schon länger mit der Gemeindeverwaltung Kampen, die der Verpächter der Sturmhaube ist, darüber, wie das Stromproblem in den Griff zu kriegen sei. Aus seiner Sicht verlaufen diese Verhandlungen nun zielführend. Der Restaurantleiter ist guten Mutes, dass im Herbst dieses Jahres eine Lösung gefunden sein wird. Nach seinem Kenntnisstand plant die Gemeinde entweder, neue, bessere Stromanschlüsse zu legen oder sogar ein Blockheizkraftwerk in die Sturmhaube einzubauen. „Ich denke, dass wir die Sturmhaube für die Bauarbeiten dann ab Oktober dieses Jahres schließen werden und bis Weihnachten mit dem Thema durch sind“. Von Seiten der Gemeinde Kampen heißt es, dass derzeit noch nicht feststeht, in welcher Form das Stromproblem der Sturmhaube gelöst wird. Man sei dazu im engen Austausch mit den Pächtern.

Neben der Kritik an den langen Wartezeiten stören sich Gäste des Restaurants aber immer wieder auch am Servicepersonal: Im Internet-Bewertungsportal Tripadvisor wird massive Kritik über vermeintlich unfreundliche oder arrogante Kellner in dem hochpreisigen Restaurant geäußert. Steffen sieht diese Beschwerden zwiegespalten: Einerseits habe er sein Personal reduzieren müssen: „Unter den gegebenen Umständen konnte ich natürlich nicht den angestrebten Umsatz machen“. So arbeiteten vor knapp drei Jahren noch 19 Kellner in der Sturmhaube, in der vergangenen Saison waren es nur noch sechs: „Wenn dann jemand mal angespannt ist, kann ich das nachvollziehen“. Andererseits, betont der Restaurantchef, hätten 2015 fast 150  000 Gäste die Sturmhaube besucht. Außerdem werde das Restaurant weiterhin regelmäßig für Veranstaltungen gebucht. Deshalb erachtet Steffen die Bewertungen auf Tripadvisor nicht unbedingt für repräsentativ.

Ab 2017 jedenfalls, wenn man Steffen glaubt, soll in der Sturmhaube alles besser werden: „Wir wollen doch glückliche Gäste, wir wollen doch ganz viel für Kampen auf die Beine stellen“, betont der Gastronom, der auch gleich das Gerücht entkräften möchte, dass sich die derzeitigen Pächter demnächst von der Insel zurückziehen. „Wenn ich es 2017 nicht packe, dann kann man hier auf Sylt sagen, der packt es wirklich nicht.“

Damit es in der kommenden Saison besser laufen kann, soll zwischenzeitlich ein Generator dafür sorgen, dass es der Sturmhaube nicht an Strom mangelt. Die aktuell laufenden Bauarbeiten am Gebäude und die Schließung noch bis kommenden Sonntag haben mit der Elektrik übrigens nichts zu tun: Nachdem Sturm „Christian“ das Dach des Restaurants vor zwei Jahren kurz angehoben hatte, verläuft ein Riss längs durchs Mauerwerk. Dieser Schaden wird derzeit beseitigt.

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