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Ausbildungsstart auf Sylt : Zu viele Stellen, zu wenige Bewerber

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am ersten August haben viele ihre Ausbildung auf der Insel begonnen. 97 Stellen sind allerdings noch nicht besetzt.

Die 18-Jährige Lea van Wahnem legt die Pullover in der Damenabteilung zusammen. Gekonnt faltet sie ein dunkelblaues Exemplar und drapiert es wieder ordentlich auf dem Ausverkauf-Tisch. Seit vergangenem Freitag arbeitet sie bei Hellner Moden in der Friedrichstraße. Die junge Frau aus List macht eine Ausbildung zur Verkäuferin. Sie ist eine von den derzeit 169 neuen Azubis auf der Insel. Mit ihr haben gleich zwei weitere Insulaner eine Stelle bei Hellner Moden bekommen. Das ist schon etwas Besonderes, denn oftmals kommen die Azubis aus ganz Deutschland nach Sylt gereist, um ins Berufsleben zu starten. Das weiß auch Bernd Knochenhauer, Direktor vom Hotel Stadt Hamburg: „Wir haben Auszubildende aus Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen oder auch aus Sachsen.“ Bei ihm werden ab ersten September zehn junge Menschen eine Ausbildung beginnen: neun als Hotelfachmann und eine als Köchin. Damit sind im Hotel Stadt Hamburg in diesem Jahr alle Plätze besetzt. In den vergangenen Jahren sah das allerdings anders aus. „Da hatten wir meist nur fünf oder sechs passende Bewerber gefunden“, so der Hoteldirektor.

Insgesamt sind auf der Insel derzeit 266 Ausbildungsplätze bei der Agentur für Arbeit gemeldet, 97 Plätze davon bleiben zunächst unbesetzt, sagt Silke Jahn von der Agentur für Arbeit. Im Vergleich zum Jahr 2013 sei die Situation etwas besser geworden: Knapp zehn Prozent weniger Stellen werden in diesem Jahr angeboten und mit zehn Prozent mehr Bewerbern ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr gewachsen. „Das macht es für die Betriebe etwas einfacher.“

Trotzdem herrscht auf Sylt nach wie vor ein Ungleichgewicht zwischen Bewerberzahl und Ausbildungsplätzen. „Es fehlt wie immer an Ausbildungswilligen“, sagt Stephan Beck vom Dehoga Sylt. Das sei aber ohnehin bundesweit ein Problem – egal welche Branche man nehme. Eine genaue Zahl über die aktuellen freien Stellen im Hotel- und Gastronomiegewerbe kann er aber noch nicht nennen.

Natürlich haben aber nicht nur die Restaurants und Hotels Probleme, ausreichend Auszubildende zu finden, auch der Einzelhandel ist noch auf der Suche. Famila zum Beispiel hat eigentlich zwei Plätze für die Ausbildung zur Verkäuferin frei, nur einer ist bisher besetzt. „Wir haben aber gerade eine Praktikantin und hoffen, dass wir sie für die zweite Stelle gewinnen können“, sagt Warenhausleiter Hermann Schulze. Seine zwei weiteren Auszubildenden im dritten Lehrjahr kommen aus Rendsburg und Nortorf. Es sei einfach nach wie vor schwierig, Bewerber von der Insel zu kommen.

Unter den Insulanern selbst können in diesem Jahr übrigens 43 Jugendliche eine Ausbildung beginnen. Zehn von ihnen sind aber noch auf der Suche nach einer passenden Stelle. Noch ist die Bewerberphase aber nicht abgeschlossen. Bis zum 30. November kann eine Ausbildung noch angefangen werden, so Silke Jahn. Gemeinsam mit den Kammern organisiert die Agentur für Arbeit eine Nachvermittlungsaktion im August. Dort werden dann Gespräche mit freien Bewerbern geführt. „Wir wollen ihnen ihre Möglichkeiten aufzeigen. Und vielleicht vermitteln wir dann auch noch ein paar mehr Bewerber nach Sylt“, so Jahn.

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erstellt am 05.Aug.2014 | 05:26 Uhr

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