Zeichen setzen fürs Internat

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19. März 2011, 08:34 Uhr

List | "Das kleine Haus hier neben dem Tor wird ein öffentliches Info-Café, das daneben ein Shop, beides natürlich von Schülern betrieben. Und wir stehen gerade auf einer bepflanzten Rasenfläche, davor kommt ein Bolzplatz mit Kunstrasen und dahinter ein Basketballfeld. Die Häuser links und rechts werden Wohnhäuser und das da vorne die Verwaltung..." Vor Philipp von Hardenbergs innerem Auge ist das Nordsee College Sylt längst fertig.

Jeder Andere sieht nach wie vor einen riesigen asphaltierten Exerzierplatz, umgeben von ziemlich tristen Kasernenblocks. Dass hier bereits in eineinhalb Jahren die ersten ein- bis zweihundert von später einmal über 500 Kindern zum Leben und Lernen einziehen werden, kann man sich angesichts der notwendigen Umbauten kaum vorstellen. Acht Wohn- oder Unterrichtsgebäude, Wirtschaftstrakt, Sport- und Schwimmhalle sollen bis September 2012 genauso wie der Campus voll nutzbar sein.

Ein ehrgeiziges Ziel. "Aber eines, das wir zu 99,9 Prozent erreichen werden", sind Hardenberg und sein designierter Schulleiter Uwe Christiansen sicher. Auch wenn noch das endgültige Okay der Landesplanung und die Baugenehmigungen fehlen und es aus der Gemeinde Sylt vehemente Kritik daran gibt, dass im Falle eines Scheiterns des Internates Dauerwohnungen entstehen sollen.

Stoppen lassen will sich Hardenberg durch diese Kritik auf keinen Fall: "Wir wollen nichts anderes als das Internat." Und darum sieht er die Einrichtung der ersten Musterzimmer nicht nur als wichtiges Marketinginstrument, sondern auch als Zeichensetzung. Provisorisch hergerichtet wurden ein Einzel- und ein Doppelzimmer für Schüler sowie ein Gästezimmer, von denen es später zwölf in einem separaten Haus geben soll. Demnächst soll auch eine Lernwerkstatt ausgestattet werden, um anschaulich zu machen, was das private Nordsee College von öffentlichen Schulen unterscheiden soll. "Es gibt eine große Unzufriedenheit von Eltern über das bestehende Schulsystem, und ich sehe eine große Chance, es hier weiter zu entwickeln und seriös gute Schule zu machen", erklärt Christiansen. Wie das genau aussehen soll, hat Philipp von Hardenberg natürlich längst vor seinem inneren Auge präsent. Alle anderen werden wohl auf die Eröffnung im September 2012 warten müssen, bis sie sich ein wirkliches Bild vom Nordsee College machen können.

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