Sylt : Zehn Teiche für die Uferschnepfe

Die Uferschnepfe
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Die Uferschnepfe

Bedrohte Vogelart bekommt Nistplätze an künstlichen Wasserflächen in den Wiesen zwischen Keitum und Archsum sowie in Kampen

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01. April 2011, 09:17 Uhr

Sylt | Große Erdarbeiten für einen etwa 40 Zentimeter kleinen Vogel: In Kampen und vor allem in den Wiesen zwischen Keitum und Archsum entstehen zurzeit zehn Teiche, an denen die von der Europäischen Union geschützte Uferschnepfe optimale Bedingungen zur Aufzucht zahlreicher Nachkommen vorfinden soll.

Gestern zeigte der Biologe und Bauleiter des Projekts, Dr. Klaus Voß von der Stiftung Naturschutz, Flächeneigentümern sowie Vertretern der Naturschutzgemeinschaft und des Landschaftszwecksverbands unter anderem eine der Baustellen in Archsum: Dort hebt ein Bagger gerade einen der Teiche aus.

"Der Anteil feuchter Bereiche, in denen die Uferschnepfe und andere Vögel wie Kiebitz, Kampfläufer und Großer Brachvogel Nahrung finden, wird damit erheblich erweitert", erklärte Voß bei dem Ortstermin.

In den durchfeuchteten Böden könnten sie mit ihren langen Schnäbeln bestens nach Nahrung (Krebstiere, Schnecken, Larven Würmer...) stochern und, weil die umliegenden Wiesen weiterhin beweidet und vor allem gemäht werden, ihren Nachwuchs großziehen. Voß: "Die Wiesenvögel bevorzugen für das Brutgeschäft ein übersichtliches Gelände." Und natürlich eines, in dem es genügend Futter gibt, denn die Uferschnepfen sind Nestflüchter, suchen sich ihre Nahrung also vom ersten Tag an selbst.

In ihrem Bestand gefährdet, sind die Uferschnepfen vor allem durch die systematische Trockenlegung von Feuchtwiesenbereichen - und genau da steuert man mit dem Sylter Artenschutzprojekt pünktlich zum Beginn der Brutzeit gegen: Etwa ab Ende April beginnen die männlichen Tiere damit, Nistplätze zu bauen und mit trockenen Halmen auszulegen. Beim 24 Tage lang dauernden Bebrüten der meistens vier Eier wechseln sich die Elternvögel ab und führen ihren Nachwuchs ungefähr die ersten vier Wochen ihres Lebens. Dann lernt dieser das Fliegen und verlässt den Familienverband.

Die Anlage der Teiche, für die acht private Flächeneigentümer wie beispielsweise der Keitumer Landwirt Kai Petersen und die Stiftung Naturschutz Land zur Verfügung stellen, kostet rund 20 000 Euro und wird vom Kieler Landwirtschaftsministerium finanziert.

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