Sylter Krankenhaus : Zehn Millionen Euro für Neubauten

Die Westerländer Nordseeklinik: Das Strandhaus soll im Norden entstehen (links entlang der Straße), das Stadthaus am rechten Rand zur Norderstraße.
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Die Westerländer Nordseeklinik: Das Strandhaus soll im Norden entstehen (links entlang der Straße), das Stadthaus am rechten Rand zur Norderstraße.

Asklepios Nordseeklinik will in ein neues Reha-Gebäude und in ein Personalwohnhaus investieren / Gute Noten für Reha-Abteilung

shz.de von
24. Januar 2018, 04:07 Uhr

Modernisierung wird im nördlichsten Krankenhaus Deutschlands großgeschrieben, so auch im baulichen Sektor. Bevor die Röntgenabteilung der Asklepios Nordseeklinik Westerland im vergangenen Jahr um ein hochmodernes MRT-Gerät erweitert werden konnte, mussten umfangreiche bauliche Maßnahmen ergriffen werden. Und nun stehen erneut zwei größere Projekte an, die voraussichtliche Investitionssumme liegt bei fast zehn Millionen Euro.

Geplant ist der Neubau eines Ersatzgebäudes für ein in die Jahre gekommenes Gebäude zur Beherbergung von Reha-Patienten, dessen Umsetzung momentan aber noch von der Verabschiedung des Bebauungsplanes in der Gemeinde abhängt. Die Baugenehmigung für ein neues Personalwohnhaus dagegen liegt schon vor. „Darüber sind wir ausgesprochen glücklich“, betonen die Geschäftsführer Dr. Ulrich Wenning und Thomas Piefke. „Bezahlbarer Wohnraum ist ja immer mitentscheidend für die Anstellung neuer Mitarbeiter.“

Unter dem Dach des neuen Wohnhauses („Stadthaus“) werden sich insgesamt zwölf Wohneinheiten befinden: zwei große (fünf Zimmer) und zehn kleine Wohungen (zwei, bzw. zweieinhalb Zimmer). Der Neubau für die Rehabilitation („Strandhaus“) soll neben Veranstaltungs- und Therapieräumen 71 Betten für Reha-Patienten beherbergen.

„Um unseren Patienten die bestmögliche Versorgung zu bieten, investieren wir stetig in die Fortbildung unserer Mitarbeiter und in weitere Modernisierungsmaßnahmen, sowie im medizinischen, als auch im baulichen Bereich“, berichtet Thomas Piefke.

So wurde die Nordseeklinik Westerland dann auch in die Liste der Top-Rehakliniken Deutschlands aufgenommen. Für das Nachrichtenmagazin Focus befragte Munich Inquire Media (MINQ) unter anderem Klinikärzte, niedergelassene Mediziner, Patientenverbände und Sozialdienstmitarbeiter zu Leistungen und Qualität von Reha-Einrichtungen; von den mehr als 1100 Reha-Kliniken in Deutschland wurden 381 in die „Focus-Gesundheit Rehaklinikliste 2018“ aufgenommen. Die Nordseeklinik, welche diese Auszeichnung auch schon im Vorjahr erhielt, punktete vor allem mit einer besonders hohen Reputation in Fachkreisen und einem vielfältigen medizinischen Angebot in den drei Bereichen Dermatologie, Lungenheilkunde und gynäkologische Onkologie (Patienten mit einer Krebserkrankung).

Ein Vorteil der Klinik sei auch die Verzahnung von Akutversorgung, Prävention und Rehabilitation, wie Thomas Piefke betont. „Dank der gemeinsamen Infrastruktur und der Integration von Therapiemöglichkeiten können wir quasi ‚Hand in Hand‘ arbeiten.“

So ist es zum Beispiel machbar, dass Patienten der Insel nach einer Operation im Akutkrankenhaus zur Reha-Maßnahme nur ein Haus weiter ziehen müssen und somit eine weite Anreise entfällt.

Umgekehrt können Rehapatienten, falls notwendig, direkt in der Akutklinik versorgt werden, zum Beispiel, wenn jemand einen Unfall erleidet oder während der Rehabilitation akut erkrankt.

„Ein großes Plus ist natürlich ohne Frage auch unser Standort“, so Dr. Ulrich Wenning. „Insbesondere in den Abteilungen für Haut- und Atemwegserkrankungen integrieren wir das gesunde Klima ins Behandlungskonzept.“ Dazu gehört die Sporttherapie direkt am Strand, die Meerwasserdusche in der Dermatologie oder auch die Therapiedüne für Sonnenbäder nach medizinischer Anweisung.

Insgesamt sieht er Sylt als Gesundheitsstandort für die Rehabilitation gut aufgestellt. „Zu den Kernanbietern gehören neben der Rehabilitationseinrichtung der Nordseeklinik unter anderem die Sylt-Klinik als Nachsorgeeinrichtung für Familien, die Fachklinik Sylt oder auch die Inselklinik.“

Die Vermutung vieler Insulaner, dass es eine Kooperation zwischen dem geplanten Lanserhof und der Nordseeklinik geben würde, bestätigt er allerdings nicht. „Der Lanserhof bietet ein Nischenprodukt im medizinischen Randbereich an und bedient damit eine ganz andere Klientel als wir und die vorgenannten Einrichtungen. Unsere Reha-Patienten bekommen wir fast ausschließlich durch die Krankenkassen, Rentenversicherungsträger oder die Berufsgenossenschaften. Bis jetzt wurde seitens des Lanserhofes jedenfalls noch keine Anfrage an uns gestellt.“

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