zur Navigation springen

Folgen des Orkans : Xaver „knabberte“ Sylt massiv an

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Sandverluste auf Sylt: Lediglich elf Kilometer Insel-Strand sind ohne Sturmschäden. Vor allem bei der Hörnumer Odde sieht es nicht gut aus. Das Wasser steht in den Dünentälern.

von
erstellt am 09.Dez.2013 | 06:00 Uhr

Sylt | Man hatte es bei Anblick der Bilder, die vom Sylter Weststrand und der Odde während Orkan Xaver geschossen worden, schon geahnt: Durch zwei Tage Dauersturm haben die Strände der Insel erhebliche Schäden davon getragen.

Arfst Hinrichsen vom Landesamt für Küstenschutz zieht nach einer Strandbegehung am Sonnabend das Fazit: „Grundsätzlich sind viele Schäden zu verzeichnen.“ Lediglich 11,5 Kilometer des begangenen Strandabschnitts ist ohne Schäden durch den Orkan gekommen. An 23 Kilometern des Sylter Weststrandes seien die Vordünen „angeknabbert“, auf 2,3 Kilometern Länge auch die Randdünen. Letzteres trifft vor allem auf 1,2 Kilometer an der Hörnumer Odde zu: „Die Odde sieht nicht gut aus – dort verzeichnen wir erhebliche Schäden an den Randdünen; es gibt Durchbrüche, dort steht Wasser in den Dünentälern.“ Grob geschätzt habe die Hörnumer Odde in Teilbereichen rund 20 Meter verloren, an der Westküste würden zwei bis drei Meter fehlen.

Auch in Dikjen Deel sei die Randdüne abgebrochen, an der Westerländer Ufermauer habe Xaver das Sanddepot ausgeräumt, zählt Hinrichsen weitere Sturmschäden auf. Die Strandtreppen der Insel seien überwiegend nicht passierbar, in Wenningstedt hat der Orkan auch beim Unterbau des Strandrestaurants Wonnemeyer Schäden angerichtet. Weiter nördlich, vor dem Roten Kliff, sei die Vordüne komplett weg. „Das war schon heftig, solche Schäden habe ich selten gesehen“, sagt Hinrichsen nach der Strandbegehung. Allerdings: „In der Regel erholen sich die Strände durch den Windflug wieder.“ Der meiste Sand, der durch Xaver verschwunden ist, ist für den Küstenschutz aufgespülter Sand, der nun weiter unten am Strand liegt und durch den Wind wieder nach oben getragen werden kann. Die Odde nimmt Hinrichsen bei dieser Vorhersage allerdings aus. „Wir müssen erst einmal sehen, was in diesem Winter noch passiert, bevor wir genau sagen können, wie viel Schaden entstanden ist.“

In List, wo Xaver verhältnismäßig wenig Schäden hinterlassen hat, zeigten sich am Wochenende Schäden am alten Teil des Mövenbergdeiches. „Dort sind einige Betonplatten eingefallen“, berichtet Lists Wehrführer Andreas Fließ, „der Deich hat erhebliche Beschädigungen – aber er hat gehalten.“ Über den Winter werde das kaputte Teilstück nun wohl provisorisch repariert, im kommenden Frühjahr soll dieser alte Teil des Deiches ohnehin saniert werden. Dies ist in den vergangenen Monaten schon am ersten Teil des Mövenbergdeiches geschehen. Ein weiteres Zeichen dafür, dass die Sanierung des Mövenbergdeiches dringend nötig war, findet Fließ.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen