Inselpolizei : Wunschziel: Bäderdienst auf Sylt

Die Bäderdienstler gemeinsam mit Polizeichef Dieter Johannsen (vorne re.), Lisa Christiansen (vorne mitte und Ronja Greve (vorne li.).
Die Bäderdienstler gemeinsam mit Polizeichef Dieter Johannsen (vorne re.), Lisa Christiansen (vorne mitte und Ronja Greve (vorne li.).

17 Polizisten vom Festland unterstützen über die Sommermonate ihre Kollegen auf der Insel / Ihr Einsatz wird dringend benötigt

shz.de von
05. März 2018, 04:32 Uhr

Im Frühjahr wird die Insel nicht nur bei Urlaubern immer beliebter, sondern auch unter jungen schleswig-holsteinischen Polizisten: Seit dem 1. Februar unterstützen 14 Bäderdienstler von der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung in Eutin ihre Sylter Kollegen auf der Wache in Westerland. Ende März kommen nochmal drei weitere Polizisten als Verstärkung hinzu. Und ihr Arbeits-Einsatz wird dringend benötigt, denn gerade in den Sommermonaten ist die Sylter Polizeiwache auf Hilfe von außerhalb angewiesen.


Der erste Schritt ins Berufsleben

Für Polizei-Chef Dieter Johannsen ist der Bäderdienst für die Polizeiarbeit auf der Insel unentbehrlich: „Da wir saisonal stärker belastet sind brauchen wir diese Unterstützung. Mit dem eigenen Personal könnten wir das nicht schaffen“, sagt er. Mit den zusätzlichen Kräften seien die Insel-Beamten im Sommer allerdings so aufgestellt, dass sie jeder Einsatzlage gerecht werden könnten, betont Johannsen. „Und das ist dem Bäderdienst geschuldet.“

Für viele der jungen Polizisten sei es der erste richtige Schritt ins Berufsleben, sagt Johannsen. So wie für Florian Bandowski, dessen ausdrücklicher Wunsch es war, den Bäderdienst auf der Insel zu machen. „Wir hören ja immer, wie es auf den einzelnen Dienststellen im Land sein soll“, sagt der 25-jährige Polizist, „und auf Sylt soll es einfach am besten sein“.

Von dem guten Sylt-Ruf unter den Bäderdienstbeamten weiß auch Polizeichef Dieter Johannsen: „Gerade die jungen Kollegen sind immer gerne hier“, sagt er. „Das mag an der Dienststelle liegen, an der insularen Lage aber auch daran, dass Sylt auch für uns Polizisten etwas ganz Besonderes ist.“ Auch der 21-jährige Johan Damos wollte unbedingt nach Sylt – und hat seine Entscheidung nicht bereut. „Ich war vorher zwar noch nie hier, es gefällt mir aber sehr gut“, betont er. Vor allem von den freundlichen Kollegen auf der Westerländer Wache sei er positiv überrascht gewesen – aber auch von den Bewohnern der Insel, die „sehr nett und polizeifreundlich wirken“, wie er sagt.

Die neuen Mitarbeiter würden von ihren Sylter Kollegen sehr herzlich aufgenommen, das weiß auch Johannsen. „Das ist sehr wichtig, weil viele noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn stehen. Und nach der Theorie, die sie in der Ausbildung erlernt haben, geht es dann hier in die Praxis und sie lernen den Beruf richtig kennen“, sagt der Polizeichef. „Dass das eine wichtige Zeit ist wissen meine Mitarbeiter und gehen dementsprechend sorgsam mit den neuen Kollegen um.“ Aber nicht nur Berufsanfänger würden den Bäderdienst antreten: Manche kämen sogar jedes Jahr wieder, weil sie sich auf der Insel so wohlfühlen und es für sie etwas anderes ist, als der tägliche Dienst an ihrem Wohnort.


Täglich von Klanxbüll auf die Insel

Im diesem Jahr unterstützt nicht nur der Bäderdienst die Sylter Polizisten, auch Ronja Greve wird das Team für sechs Monate verstärken. Die junge Frau macht im Geschäftszimmer der Wache ein Praktikum. Das Besondere: Ronja Greve ist sehbehindert, sieht geradeaus nur noch zu 15 Prozent und kommt täglich mit Blindenstock aus Klanxbüll auf die Insel. Sie ist gelernte Bürokauffrau und fühlt sich bisher sehr wohl an ihrem neuen Arbeitsplatz. „Zusammen mit der Arbeitsagentur und der Schwerbehindertenvertretung der Landespolizei konnten wir den Arbeitsplatz für Ronja einrichten“.

Nachhaltig unterstützt wird Ronja dabei von Lisa Christiansen, die ebenfalls im Geschäftszimmer des Polizeireviers tätig ist und ihre Erfahrungen und Kenntnisse gerne weitergibt, freut sich Polizei-Chef Johannsen. Die Einstellung einer Schwerbehinderten unterstützten er und seine Kollegen sehr, betont er. „Ronja ist sehr gut ausgebildet und wir hoffen, dass sie nach dem sechsmonatigen Praktikum ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis anstreben kann.“

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