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Windsurf World Cup Sylt : World-Cup ohne Wind, aber mit vielen Aktionen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Interview mit Veranstalter Matthias Neumann über die besonderen Qualitäten des Sport-Events

Herr Neumann, der World Cup Sylt findet in diesem Jahr zum 32sten Mal statt. Was hat sich im Laufe der Jahre verändert?

Das komplette Drumherum, alles ist größer und professioneller geworden. Auch der Sport hat sich weiter entwickelt. Die Faszination des Windsurfens ist immer gleich geblieben, es ist und bleibt eine der spektakulärsten Natur- und Lifestyle-Sportarten.

Im vergangenen Jahr hatten Sie 230 000 Besucher. Ist der Davidoff Cool Water Windsurf World Cup Sylt mittlerweile an seine Grenzen gestoßen, und wo liegt noch Steigerungspotenzial?

Man muss nicht alles steigern, sondern kann viele Dinge in der Qualität verbessern. In den vergangenen Jahren mussten wir wachsen, um uns gegen andere Sportarten zu behaupten, die mediale Akzeptanz zu erreichen und lukrativ für Markenpartner zu sein. Das haben wir geschafft und wollen jetzt Schritt für Schritt die Qualität optimieren.

Windsurfen ist als Natursport vom Wetter abhängig. Schauen Sie morgens zuerst auf die Wetterprognosen oder nehmen Sie es, wie es kommt?

Ich bin selber Windsurfer und lege meinen Tagesplan auch nach dem Wind fest. Ist er stark genug und ich habe keinen Termin, gehe ich surfen. Natürlich schauen wir uns die Wetterprognose für mehrere Tage im Voraus an, wissen aber auch, wie man einen Forecast zu interpretieren hat. Je länger der Vorhersagezeitraum ist, desto stärken sinken Präzision und Verlässlichkeit. Deshalb richten wir uns auf verschiedene Szenarien ein.

Wir haben momentan Flaute. Was planen Sie als Alternativprogramm?

Ganz groß im Kurs ist das Stand Up Paddling, die zurzeit am schnellsten wachsende Trendsportart, denn wir brauchen auch ohne Wind Aktivitäten auf dem Wasser. Falls er in den nächsten Tagen wegbleibt, ist heute oder morgen der Reno SUP-Contest geplant. Wir wissen natürlich auch, dass die Leute Windsurfen und spannende Wettkämpfe sehen wollen. Deshalb haben wir auch einen Tag früher angefangen und tolle Heats in der Königsdisziplin Waveriding gesehen.

Was erwartet die Besucher bei der Philips Windsurf Night-Session, die für den Freitag geplant ist?

Wir haben drei Möglichkeiten: Entweder gibt es Windsurfen mit Freestyle oder Slalom oder wir veranstalten einen SUP-Wettbewerb, wenn es keinen Wind gibt. Aktuell entwickeln wir eine Option mit einer Winsch, von der die Fahrer auf dem Board gezogen werden und dann coole Moves zeigen können.

Wieso gibt es keine Toe-in-Sessions mit dem Jet-Ski wie in den vergangenen Jahren?

Weil wir das Weltnaturerbe Wattenmeer respektieren. Der Lärm, den die Jet-Skis machen, stört die Schweinswale. Und da wir Windsurfer das Meer lieben, wollen wir unsere Nachbarn im Meer nicht stören.

Ist es denkbar, den World Cup um einen Tag zu verlängern, wenn der Wind amMontag auffrischt?

Das ist momentan kein Thema, da der Wind am Montag schwächer als am Samstag ist. Allerdings kann sich bis dahin noch viel ändern. Eine Verlängerung ist aber sicherlich eine Option, die man im Auge behalten muss. Allerdings hängt das nicht allein von uns ab.

Wie wird das Preisgeld verteilt, wenn es keine Ergebnisse gibt?

Ein Drittel bleibt beim Veranstalter, der Rest wird unter allen Fahrern aufgeteilt.

Der Veranstaltung läuft noch bis Sonntag. Sind Sie bisher abgesehen vom Wind mit dem Verlauf zufrieden?

Das Eröffnungswochenende war sehr gut, alle, inklusive unserer Markenpartner, sind mehr als zufrieden. Viele Menschen hatten wegen der Flaute viel Zeit, sich mit den Marken, die hier präsent sind, zu beschäftigen. Unser Titelsponsor Davidoff Cool Water präsentiert sich fantastisch, der Besuch dort ist ein Erlebnis. Und wenn keine Wettkämpfe sind, können sich die Zuschauer mit diesen Angeboten intensiv auseinandersetzen. Das ist das Positive bei Flaute.

Gibt es jetzt schon Dinge, die Sie im nächsten Jahr ändern wollen?

Wir werden weiter die digitale Kommunikation pushen und wollen damit künftig unsere fantastischen Inhalte präsentieren. Vor Ort soll ein LED-System mit Bewegt-Bild installiert werden, das den Informationsfluss optimieren soll. Außerdem müssen wir uns über No-Wind-Situationen Gedanken machen. Es wird keine Windmaschinen geben, aber wir arbeiten an einem Winsch-System, mit dem die Freestyler angetrieben werden können.


 

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erstellt am 01.Okt.2014 | 05:25 Uhr

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