Streit um Strandrestaurant auf Sylt : „Wonnemeyer“ muss geräumt werden

Der Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup setzt den Pächtern des Beachrestaurants eine Frist bis spätestens Ende Januar.


von  Pierre Boom

Sylt | Die Auseinandersetzungen um das Sylter Beachrestaurant „Wonnemeyer“ gehen in eine neue Runde: Der zuständige Tourismus-Service Wenningstedt-Braderup (TSWB) hat die Betreiber gestern „nachdrücklich“ aufgefordert, das Pachtobjekt am Weststrand „umgehend, spätestens aber innerhalb einer hiermit gesetzten Nachfrist bis zum 31. Januar 2018“ vollständig geräumt und sauber zurückzugeben. Dies bestätigten auf Anfrage der Sylter Rundschau sowohl Pächter Rüdiger Meyer als auch Tourismusdirektor Henning Sieverts.

In seinem Schreiben weist der TSWB darauf hin, dass die Laufzeit des Pachtvertrages für die Jahre 2014 bis 2017 mit dem 31. Dezember 2017 abgelaufen sei und der Pächter sich mit seinen vertraglichen geregelten Verpflichtungen bereits in Verzug befände. Der Vertrag sowie die Aufforderung zur Räumung und Rückgabe betrifft einerseits die für die Strandgaststätte genutzte zirka 530 Quadratmeter große Fläche im nördlichen Bereich des Wenningstedter Strandabschnitts 10 und die dortige Toilettenanlage, andererseits aber ebenso die von „Wonnemeyer“ genutzten Lagerräume in der Strandkorbhalle Osetal am Campingplatz sowie fünf Pkw-Stellplätze.

„Der guten Ordnung halber“ widerspricht der Wenningstedter Tourismus-Service in seinem Schreiben ausdrücklich einer stillschweigende Fortsetzung des Pachtverhältnisses und des Pachtgebrauchs. Selbst die „Nachfristsetzung“ bis Ende Januar würde kein Einverständnis mit einer solchen Fortsetzung bedeuten; sie stelle auch keine Stundung des Rückgabeanspruchs seitens des TSWB dar.

Rüdiger Meyer erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass er die „ultimative Abrissforderung“ akzeptiere: „Wir treffen nunmehr die notwendigen Vorbereitungen, damit alles pünktlich vonstatten geht.“ Allerdings würden er und seine Familie weiterhin auf neue Verhandlungen hoffen, so Meyer. „Wir glauben noch immer daran, dass ein Kompromiss allen Beteiligten und vor allem unseren betroffenen Gästen gut tun würde.“

Kommentare

  • 08.01.2018 | 20:13 Uhr
    Martin Vetter

    Es ist noch nicht zu spät…

    Liebe Mitglieder der Aufsichtsrates – seid gewiss, einen solchen Vollblut-Gastronom findet Ihr nicht wieder. Ohne ihn würde das Restaurant, das Feeling, die Sonne, der Wind und das Meer nur sehr wenig Spaß mehr machen – bei Euch in Wenningstedt.
    Wer einen solchen Ort erschafft und ihn mit „feeling“, „Seele“ füllt und diesen Insel- und Landesweit bekannt macht und dessen „Traum“ es war und ist diesen Ort „lebenswert“, „entspannendswert“, zu einer Wohlfühl-Oase für den Inselurlauber zu machen – dem versetzt Ihr und allen mit ihm und Wonnemeyer gedanklich verbunden Personen einen direkten Dolchstoß mitten inˋs Herz.
    Aus Marketing-technischer Sicht würde ich empfehlen aus der sicherlich nicht so schlecht gefüllten Stadtkasse die von Hr. Meyer vorgeschlagenen Umbau mit Holz zu übernehmen – er hat es wie ein Unternehmer kalkuliert, und glaubt mir er kann das – sonst gäbe es ihn nicht mehr. – Erhöht ggfs. die Pacht und versucht ihn zu halten, evtl. wird Euch die nachfolgende Generation dann auch mit einer solchen Inselseele erfüllen und beflügeln– alles was stattdessen folgt wäre sehr schädlich – für Alle, nicht nur für die WonneMeyers…

    Denkt an die einleitenden Worte – es ist noch nicht zu spät!

  • 04.01.2018 | 16:34 Uhr
    Toddy Harfst

    Wer böses denkt !

    Wie schon bei Andern Objekten steckt wohl ein Geldgierger Investor dahinter *pfeif* aber beweisen kann man das nie !
    Aber ich kann der Familie sagen , wo ich mal vor 12 Jahren da war ....Zau lecker :)
    Und last den Kopf nicht hängen .

  • 03.01.2018 | 12:53 Uhr
    Kay Peters

    Noch eine Frage

    Wieso ist es möglich, im eigentlich geschützten Dünenbereich ein solches Unternehmen zu betreiben?
    Der Bestandsschutz dürfte sich mit dem Abriss ja erledigt haben, ein Neubau müsste wohl nach heutigem Bau- und Naturschutzrecht neu genehmigt werden. Zumal das Bauwerk in einer hochwassergefährdeten Zone liegt (Sturmschäden).

    Der BPlan 16 b sollte die Anlage " auf den jetzigen Bestand" festschreiben.
    Der Bereich ist ein "geschützter Bereich nach §15 a LNatschg".
    Zur "Minimierung des Eingriffs... sind die baulichen Anlagen nur in Holzbauweise zulässig"

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