Sylter Kommunalpolitik : Wohin mit Wenningstedter Seniorenwohnungen?

Auf diesem Grundstück an der Westerlandstraße sollen die Seniorenwohnungen und eine Arztpraxis entstehen.
Auf diesem Grundstück an der Westerlandstraße sollen die Seniorenwohnungen und eine Arztpraxis entstehen.

Fraktion Bündnis lehnt Standort an der Westerlandstraße ab und schlägt erneut den Minigolfplatz vor.

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01. September 2019, 15:21 Uhr

Wenningstedt | Ist die vielbefahrene Westerlandstraße der richtige Ort für Seniorenwohnungen in Wenningstedt? Die Fraktion Bündnis meint nein und will am Montag, 2. September, um 19 Uhr in der Gemeindevertretersitzung im Kursaal eigene Pläne vorstellen. Bürgermeisterin Katrin Fifeik hält an der Standortwahl fest.

Auf dem Grundstück an der Westerlandstraße stand bis vor zwei Jahren der Infopavillon der Wenningstedter Touristinformation, die aber längst ins Haus am Kliff umgezogen war. Hier sollten Seniorenwohnungen und eine Arztpraxis entstehen – ein Projekt, das sich die Gemeinde nach Fertigstellung der Osterwiese-Wohnungen vornehmen wollte. Die Bauleitplanung wurde am 23. Januar 2017 auf den Weg gebracht. Dagegen hatten die damals fraktionslosen Gemeindevertreterinnen Brigitte Führ, Ilka Köchy-Winter und Verena Fitschen im August 2017 einen Antrag eingebracht, der stattdessen Seniorenwohnungen am Mittelweg beim Minigolfplatz vorschlug. Der Antrag scheiterte damals im Bauausschuss.

„Das Bündnis hält den von den Aktiven Bürgern festgelegten Standort für absolut ungeeignet“, heißt es nun in einer Pressemitteilung der Fraktion aus Ilka Köchy-Winter, Brigitte Führ und Verena Fitschen zur heutigen Gemeinderatssitzung. „Der Standort liegt an einer der vielbefahrensten Durchgangsstraßen inselweit und ist damit nicht nur sehr hohen Lärm-, sondern auch sehr hohen Schadstoffemissionen ausgesetzt.“ Sie kritisiert, dass das Bauprojekt am tatsächlichen Bedarf vorbeigehen und in Nachbarschaft eines althistorischen Friesenhauses das Ortsbild verschlechtern würde. Das Bündnis spricht sich für eine „ruhige zentrale Lage aus“, zum Beispiel auf dem Minigolfplatz. Die Wohnungen sollten Menschen ab 60 oder 65 Jahren das selbstständige, behindertengerechte Wohnen bis hin zum Pflegefall ermöglichen. Zudem sei das Bündnis an den bisherigen Projektplanungen nicht beteiligt worden und es sei unverständlich, dass die Präsentation der Planungsgesellschaft IWB in Teilen als vertraulich eingestuft worden sei. „Dieses Bauprojekt geht alle Einwohner etwas an.“

Bürgermeisterin Katrin Fifeik verwies auf Anfrage unserer Zeitung darauf, dass dem für heute Abend anstehenden Finanzierungsbeschluss (5,25 Millionen Euro) ein anderthalbjähriges Verfahren „unter Einhaltung aller demokratischer Regeln“ vorausgegangen sei. Das IWB-Büro habe 2019 den Auftrag erhalten, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, die realistische Varianten prüft, aber noch keinen Architektenentwurf beinhaltet. Nun sei es schon unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten unvernünftig, die Standortdiskussion erneut zu führen.

Der Fraktionsvorsitzende der dritten Fraktion im Gemeinderat, Max Holst (Zukunft) signalisierte auf Anfrage unserer Zeitung Zustimmung für den Bau von Dauerwohnraum auf dem Grundstück an der Westerlandstraße.

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