Woher kommt der Name Seehundjäger?

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04. August 2012, 09:47 Uhr

Den Begriff Seehundjäger gibt es seit dem Zweiten Weltkrieg. "Allerdings hat sich das Aufgabengebiet der Seehundjäger mit der Zeit gewandelt", erklärt Marcus Börner, Pressereferent des Landesjagdverbands Schleswig-Holstein. Generell unterliegt der Seehund dem Jagdrecht. Allerdings wird er seit 1974 in Schleswig-Holstein nicht mehr bejagt, sondern unterliegt einer ganzjährigen Schonzeit.

"Ende der 50er Jahre wurden Seehunde noch aktiv bejagt. Aufgabe des Seehundjägers war es beispielsweise, Gäste zur Jagd zu führen." Dann kam eine Zeit, in der lediglich der Seehundjäger die Tiere erlegen durfte, bis es dann schließlich nur noch um den Schutz der Tiere ging.

Als verantwortliche Jagdaufseher für diese Wildart hat die Landesregierung in Schleswig-Holstein sogenannte Seehundjäger eingesetzt. Nur sie sind berechtigt, Heuler zu bergen und an die Seehundstation Friedrichskoog zu übergeben. Wird ein Heuler gemeldet, so entscheidet der Seehundjäger über die weitere Vorgehensweise. Jeder Einzelfall wird vor Ort sorgfältig geprüft, damit kein junger Seehund unnötig in Gefangenschaft gerät. Nach Möglichkeit soll das Jungtier wieder Anschluss an seine Mutter finden.

Zu den weiteren Aufgaben der Seehundjäger gehören neben der Betreuung von Seehunden, Kegelrobben und Schweinswalen, auch die Bergung von toten Meeressäugern, die Durchführung von Kontrollfahrten sowie Informations- und Aufklärungsarbeit. Kegelrobben und Schweinswale unterliegen zwar nicht dem Jagdrecht, sondern sind dem Naturschutz unterstellt, so Seehundjäger Claus Dethlefs, "aber da wir sowieso unterwegs sind, kümmern wir uns um die gleich mit."

Entlang der gesamten Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins sind 39 ehrenamtliche Seehundjäger tätig, davon drei auf Sylt.

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