Wohnen auf dem Festland : Woher die Sylt-Pendler kommen

Pendler am Keitumer Bahnhof.  Foto: chr
Pendler am Keitumer Bahnhof. Foto: chr

Die Zahl der Arbeitsplätze auf Sylt steigt - und die Zahl der Pendler. 38 Prozent der Beschäftigten arbeiten zwar auf der Insel, wohnen aber nicht dort.

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28. April 2013, 05:34 Uhr

Sylt | Laut Statistik sieht es gut aus auf dem Sylter Arbeitsmarkt: "Aufgrund einer günstigen wirtschaftlichen Entwicklung hat sich die Zahl der Arbeitsplätze auf der Insel Sylt in den letzten Jahren spürbar erhöht", schreiben die Stadtforscher im Wohnungsmarktkonzept für Sylt. Die Zahl der Arbeitsplätze auf der Insel stiegen von 2005 bis 2010 um 13,4 Prozent auf 10 935.

Allerdings wurden die neuen Arbeitsplätze größtenteils durch Pendler besetzt: "Wesentlicher Grund dafür sind der sehr stark angespannte Wohnungsmarkt." Im Vergleich zu Sylt stieg die Zahl der Arbeitsplätze auf dem benachbarten Festland zwischen 2005 und 2010 deutlich geringer an, gleichzeitig gab es dort aber einen deutlichen Anstieg der Beschäftigten (um 9, 1 Prozent): "Das heißt, dass beim benachbarten Festland die Zahl der Auspendler spürbar gestiegen ist, darunter insbesondere auch derer, die nach Sylt auspendeln." Auch das zeigen die Statistiken: Im Jahr 2010 pendelten 3274 Menschen regelmäßig nach Sylt - rund 700 Menschen mehr als im Jahr 2005.

Wo die Menschen leben, die auf Sylt arbeiten, zeigt die abgedruckte Grafik: Die meisten Pendler kommen aus Niebüll (792 Personen), den höchsten Anteil an Syltpendlern im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung hat die Gemeinde Klanxbüll. Über 32 Prozent der Berufstätigen der Gemeinde, die zwischen 15 bis 65 Jahre alt sind, arbeiten auf der Insel. Die Studie dröselt die Wohnorte der auf Sylt Beschäftigten noch genauer auf: "Von den 10 935 Beschäftigten mit Arbeitsort auf der Insel Sylt wohnen rund 62 Prozent in einer der Gemeinden der Insel Sylt. Etwa 8 Prozent der auf Sylt Beschäftigten kommen aus Niebüll und 17 Prozent aus anderen nordfriesischen Gemeinden (Anteil Kreis Nordfriesland insgesamt 25 Prozent). Fernpendler aus sonstigen schleswig-holsteinischen Kreisen oder sonstigen Bundesländern und dem Ausland machen 14 Prozent der auf Sylt Beschäftigten aus.

Der Anteil der Beschäftigten, die von außerhalb der Insel einpendeln, unterscheidet sich zwischen den Sylter Gemeinden spürbar. Während in den Gemeinden List, Sylt und Hörnum jeweils knapp die Hälfte der dort Beschäftigten auch im jeweiligen Ort wohnt, ist dies in Kampen und Wenningstedt-Braderup nur bei rund einem Fünftel der Fall. In die direkt durch die Bahn erschlossene Gemeinde Sylt pendeln besonders viele Beschäftigte aus Niebüll und sonstigen nordfriesischen Gemeinden ein. Einen hohen Anteil von Fernpendlern(andere Kreise/Bundesländer/Ausland) weisen die Gemeinden List, Kampen und Hörnum auf. Bei Fernpendlern kann davon ausgegangen werden, dass diese während der Arbeitsperiode (Arbeitswoche beziehungsweise Saison) auf der Insel übernachten beziehungsweise Wohnraum in Anspruch nehmen, sodass insbesondere auf dem Wohnungsmarkt in List, Kampen und Hörnum von diesen eine zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum ausgeht."

Bei den auf der Insel lebenden Dauerwohnern haben 89 Prozent ihren Arbeitsplatz auf Sylt. Diejenigen, die auf der Insel leben, aber anderswo arbeiten (insgesamt 11 Prozent), arbeiten meist nicht in anderen Gemeinden Nordfrieslands: Über die Hälfte von ihnen haben ihren Arbeitsplatz in andern Bundesländern oder im Ausland. Dazu schreibt die Studie: "Insgesamt haben rund 650 Personen ihren Hauptwohnsitz auf der Insel Sylt, aber einen Arbeitsplatz außerhalb Nordfrieslands. Das Gros der Fernpendler dürfte aufgrund der Entfernung in der Zeit der auswärtigen Tätigkeit am Arbeitsort wohnen." In der Serie "Sylt in Zahlen" stellt die Sylter Rundschau in loser Folge Ausschnitte aus dem Wohnungsmarktkonzept vor, das die Inselgemeinden vom Berliner Institut für Stadtforschung erstellen ließen, um den Dauerwohnraum-Bedarf auf der Insel zu analysieren. Das gesamte Konzept gibt’s im Internet auf www.gemeinde-sylt.de

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