Hörnumer Hafen : "Wir werden das Höchstgebot abgeben"

Haben existenzielles Interesse am Hafen: Simon Ebert und Sven Paulsen.
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Haben existenzielles Interesse am Hafen: Simon Ebert und Sven Paulsen.

Privatinvestoren wollen den Hörnumer Hafen am liebsten mit der Gemeinde kaufen und werfen der CDU vorgeschobene Ablehnungsgründe vor

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04. August 2012, 09:35 Uhr

Hörnum | Nach der Erklärung der Hörnumer CDU-Fraktion, dass sie eine Übernahme des vom Bund ausgeschriebenen Hafens durch die Gemeinde ablehnen werde (wir berichteten), haben sich gestern die privaten Partner der Gemeinde zu Wort gemeldet. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als den Hafen zu übernehmen, darum werden wir bis zum 21. August das höchste Gebot abgeben", erklärte "Adler"-Reeder Sven Paulsen. "Und wir erwarten von der Gemeinde, dass sie uns dabei unterstützt", ergänzte Simon Ebert, Geschäftsführer des Hotels und Golfclubs Budersand.

Die beiden Privatinvestoren reagieren damit nicht nur auf die Kritik der CDU, die ein unabhängiges Wirtschaftlichkeitsgutachten fordert und zu große Belastungen auf die Gemeinde zukommen sieht, sondern auch auf ein gestern gestartetes Bürgerbegehren gegen einen möglichen Ankauf durch die Gemeinde. Zu hohe Kosten, zu geringe Einnahmen und nicht absehbare Folgekosten sind die drei Gründe, die Sylvia Dehn und Maike Hauschildt als Grund anführen, den Kauf durch die Gemeinde zu verhindern.

Paulsen und Ebert wäre es am liebsten, wenn die Gemeinde beim Kauf des Hafens mit im Boot wäre, um ihn langfristig vor Spekulanten zu schützen und so weiter zu nutzen wie bisher. Deshalb verhandeln sie seit fast zwei Jahren mit der Gemeinde und dem Bund. Kaufen würden die beiden Unternehmer das Areal aber auch alleine. Um das Risiko für die Gemeinde möglichst gering zu halten, habe man ihr jetzt sogar angeboten, das Bieterverfahren abzuwarten und sich erst nach Zuschlagserteilung für eine Beteiligung zu entscheiden.

Paulsen: "Uns bleibt nichts anderes übrig, da unsere Existenz vom Hafen abhängt", sagt Sven Paulsen, für den 25 der etwa 100 Arbeitsplätze seiner Reederei unmittelbar vom Hörnumer Hafen abhängen. Für Hotel und Golfclub "Budersand", in die Familie Ebert rund 60 Millionen Euro investiert hat, geht es zum einen um die generelle Entwicklung des Hafen, zum anderen um den Parkplatz für 100 Pkw, der zum Hafen gehört und nur gepachtet ist. "Das Hotel und 140 Arbeitsplätze hängen auch von diesem Parkplatz ab", sagt Simon Ebert.

Die Argumente der CDU sind nach Ansicht der Investoren und ihrer Projektentwicklerin Kathrin Wilke nur vorgeschoben. "Es geht nur um Populismus und den Streit der CDU mit dem Bürgermeister, den sie auf dem Rücken der Wirtschaftspartner austrägt. Für mich ist das ein Armutszeugnis und keine Wirtschaftsnähe", kritisiert Paulsen. "Wer den Kauf des Hafens durch uns und die Gemeinde verhindern will, macht ihn zum Spekulationsobjekt", hält Ebert den Initiatoren des Bürgerbegehrens vor, denen die Unterschriften von knapp 80 Hörnumern genügen, um zur Not einen Bürgerentscheid an der Wahlurne zu erzwingen.

Ein weiterer Kritikpunkt der Investoren: Für ein neuerliches Gutachten über die Sanierungskosten sei es angesichts der Bieterfrist zu spät, zudem spiele es wirtschaftlich keine entscheidende Rolle, ob es fünf oder sechs Millionen Euro in den nächsten 25 Jahren seien. Ebert: "Wer weiß schon, was in 15 Jahren ist." Entscheidend sei, dass sich der Hafen trotz Investitionen mit den jetzigen Nutzungen langfristig wirtschaftlich betreiben lasse. "Und diese Zahlen, kennt auch die CDU sehr genau", betont Kathrin Wilke.

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