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Morsumer Jahresempfang : "Wir sitzen alle in einem Boot"

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Schließung des Primarhauses war vorherrschendes Thema beim Morsumer Jahresempfang "13 in einem Boot". Redner wie Pastor Ekkehard Schulz und Bürgermeisterin Petra Reiber fanden klare Worte.

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erstellt am 27.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Die einen löschen Brände, die anderen organisieren kulturelle Veranstaltungen. So unterschiedlich die Motivation, so gemeinsam ist ihnen eines: Die Morsumer Vereine bilden das Rückgrat des Dorfes. Eben dies verdeutlichte gestern der vor acht Jahren initiierte Jahresempfang „13 in einem Boot“, der in diesem Jahr vom Corps der Amazonen ausgerichtet wurde.

Doch diesmal war alles anders – zu sehr bewegte die vor wenigen Tagen verkündete Schließung der Grundschule die Gemüter der Morsumer, die dem Jahresempfang beiwohnten: Weit über hundert Besucher – darunter die Morsumer Lehrerinnen und eine Reihe von Müttern mit Kindern – zeigten im Pastorat demonstrativ Flagge.

An Deutlichkeit ließen auch die Eingangsworte des Hausherrn nicht zu wünschen übrig: „In unserem Ort ist viel Ohnmacht, Verwirrung und Wut zu verspüren“, befand Morsums Pastor Ekkehard Schulz mit Blick auf die beabsichtigte Schließung der Grundschule.

„Was wird aus unserem Dorf – und was aus den Vereinen? Wir wollen hier nicht das Licht ausmachen. Und wir wollen eine Gestaltung auch von unten nach oben und nicht nur umgekehrt“, betonte Schulz unter dem Applaus der Anwesenden.

In dieselbe Kerbe schlug Bürgermeisterin Petra Reiber, die den Morsumern ihre volle Solidarität zusicherte: „Auch ich wurde von der Entscheidung der Schulrätin völlig überrascht. Ich sehe hier eine dramatische Fehlentwicklung und darf an dieser Stelle sagen: Die Gemeinde Sylt ist an Ihrer Seite.“

Petra Reiber verwies auf das Gemeindekonzept zum Erhalt der Grundschulen und warnte: „Die Nordkamp- und die Norddörfer-Schule sind die nächsten beiden Einrichtungen, deren Existenz bedroht ist.“

Hoffnung, so die Bürgermeisterin, habe sie aus einem Gespräch mit dem ebenfalls anwesenden Sylter Landtagsabgeordneten Andreas Tietze von den Grünen geschöpft. Tietze versprach, sich nachhaltig um das Thema Primarhaus zu kümmern. „Ab 2015 bezuschusst die Europäische Union erstmals die Bildung in ländlichen Räumen – hier sehe ich eine echte Chance."

Die allgemeine Stimmung im Saal verdeutlichte abschließend Bürgervorsteher Peter Schnittgard: „Heute sitzen nicht nur 13 in einem Boot, sondern wir alle!"

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