Sommersturm "Zeljko" auf Sylt : "Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen"

Am 14. Dezember krachte Orkan „Engel“ an die Küste der Insel. Nennenswerte Schäden konnten aber auch hier nicht verzeichnet werden.
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Am 14. Dezember krachte Orkan „Engel“ an die Küste der Insel. Nennenswerte Schäden konnten aber auch hier nicht verzeichnet werden.

Sylter Krisenstab beendete Open-Air-Veranstaltungen. Die Insel blieb trotz Orkanböen von nennenswerten Schäden verschont.

shz.de von
26. Juli 2015, 19:18 Uhr

Die Wetter-Vorhersagen sorgten vor allem aufgrund des veranstaltungsreichen Wochenendes im Vorfeld auf der Insel für Unruhe: Am Sonnabend erreichten schließlich am Abend die Ausläufer des Sturmtiefs „Zeljko“ die Westküste. Im Vorfeld sprach der Deutsche Wetterdienst von „einer ungewöhnlich heftigen Sturmlage“, daher bereitete man sich zunächst auf das Schlimmste vor. Die Insel blieb allerdings trotz Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometern von nennenswerten Schäden verschont.

Bereits um 18 Uhr trat der Krisenstab unter Leitung von Bürgermeister Nikolas Häckel zusammen und verfügte angesichts der Wetterlage kurz darauf eine Anordnung zur Räumung und Sicherung mehrerer Großzelte bis spätestens 20 Uhr. Betroffen waren davon das Dorfteichfest in Wenningstedt, der InselCircus in Wenningstedt, der Zirkus Busch am Flughafen, der Surf-Cup in Westerland sowie das Poloturnier in Keitum.

Der Stab saß bis etwa 22.30 zusammen. „Dann gab es Entwarnung und wir waren alle sehr erleichtert, dass wir noch mit einem blauen Auge davongekommen sind“, so der Westerländer Wehrführer Jörg Elias.

Sehr zufrieden zeigte sich Nikolas Häckel mit der Zusammenarbeit des Krisenstabs, dem Vertreter des Ordnungsamtes der Gemeinde Sylt, der Polizei, der Feuerwehren und des DRK angehören: „Schnelle Einsatzbereitschaft und eine gute Koordination der Abläufe prägten die Stabsarbeit an diesem Abend. Das ist eine gute Basis für künftige Extremsituationen. Doch letztlich sind wir natürlich vor allem froh, dass Sylt wie auch das Festland vor größeren Schäden bewahrt blieben.“

Bereits am Sonnabendmittag waren aufgrund der Wettervorhersage die zwei angesetzten Spiele des Polo-Turniers abgesagt worden. „Auf nassem Rasen ist es für die Pferde und Spieler generell zu gefährlich“, sagte Veranstalterin Kiki Schneider. „Wir haben die beiden geplanten Spiele jetzt auf Dienstag und Mittwoch gelegt.“

Am Mittwoch soll auch das Lions-Entenrennen stattfinden, das eigentlich auf dem Wenningstedter Dorfteichfest am Sonnabend um 18 Uhr starten sollte. „Es ist natürlich schade, dass wir das jetzt nachholen müssen“, sagt Henning Sieverts, Tourismusdirektor von Wenningstedt-Braderup. „Nach der amtlichen Unwetterwarnung haben wir mit Bürgermeisterin Katrin Fifeik aber entschieden, das Festzelt zu räumen. Auch wenn es am Ende glimpflich verlief und wir das Rennen hätten starten können, die Sicherheit der Besucher ging vor.“

Bei Surf Cup am Brandenburger Strand in Westerland wurde ab 20 Uhr die Promenade evakuiert. „Durch den Regen waren eh kaum noch Besucher da“, sagt Alisa Kollmetz, Sprecherin des Veranstalters Choppy Waters. „Der Wind hat glücklicherweise auch nichts beschädigt, nur ein paar Banner haben sich teilweise gelöst.“

Die Besucher vom Circus Carl Busch, der um 20 Uhr beginnen sollte, konnten entweder ihr Ticket ausbezahlt bekommen oder am Sonntag um 15 Uhr die letzten Vorstellung für dieses Jahr besuchen.

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