Sommersturm "Zeljko" auf Sylt : „Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen“

Sturm auf Sylt, hier der Orkan Angel am 20. Dezember 2014.
Sturm auf Sylt, hier der Orkan Angel am 20. Dezember 2014.

Gestern Nacht traf Sommersturm „Zjelko“ auf die Insel. Einige Veranstaltungen mussten abgesagt werden.

shz.de von
26. Juli 2015, 11:01 Uhr

Die Voraussagen sorgten auf Sylt für Unruhe: Am Samstagabend erreichten Ausläufer des Sturmtiefs „Zeljko“ die Insel. Im Vorfeld sprach der Deutsche Wetterdienst (DWD) von „einer ungewöhnlich heftigen Sturmlage.“ Mit Windstärken der Stufe elf bis zwölf wurde gerechnet.

Auf Sylt bereitete man sich auf das Schlimmste vor. „Um 18 Uhr traf sich der Krisenstab bestehend aus Gemeinde- und Amtsfeuerwehr, Polizei, Ordnungsamt, Roten Kreuz und Bürgermeister“, sagt Jörg Elias, Wehrführer in Westerland. Der Stab habe dann entschieden, dass ab 20 Uhr alle Veranstaltungen geschlossen werden müssten. Dazu zählten auch das Wenningstedter Dorfteichfest, der Surf Cup und das Polo-Turnier. „In allen Inselorten musste an den neuralgischen Orten alles gesichert werden“, so der Wehrführer. Der Krisenstab saß bis etwa 22.30 Uhr zusammen. „Dann gab es Entwarnung und wir waren alle sehr erleichtert, dass wir noch mit einem blauen Auge davongekommen sind“, so Elias. Größere Einsätze aufgrund des Sommersturms habe es, so der Wehrführer, nicht gegeben.

Aufgrund der Wettervorhersage war das Polo-Turnier bereits am Sonnabendnachmittag abgesagt worden. „Auf nassem Rasen ist es für die Pferde und Spieler generell zu gefährlich“, sagt Veranstalterin Kiki Schneider. „Wir haben die beiden geplanten Spiele jetzt auf Dienstag und Mittwoch gelegt.“

Am Mittwoch soll nun auch das Lions-Entenrennen stattfinden, das eigentlich auf dem Wenningstedter Dorfteichfest am Sonnabend um 18 Uhr starten sollte. „Es ist natürlich schade, dass wir das jetzt nachholen müssen“, sagt Henning Sieverts, Tourismusdirektor von Wenningstedt-Braderup. „Nach der amtlichen Unwetterwarnung haben wir uns mit der Bürgermeisterin Katrin Fifeik aber entschieden, das Festzelt zu räumen. Auch wenn es am Ende glimpflich verlief und wir das Rennen hätten starten können, die Sicherheit der Besucher ging vor.“

Bei Surf Cup am Brandenburger Strand in Westerland wurde ab 20 Uhr die Promenade evakuiert. „Durch den Regen waren eh kaum noch Besucher da“, sagt Alisa Kollmetz, Sprecherin des Veranstalters Choppy Waters. „Der Wind hat glücklicherweise auch nichts beschädigt, nur ein paar Banner haben sich teilweise gelöst.“

Karteninhaber des Circus Carl Busch in Tinnum, die am Sonnabend um 20 Uhr die Vorstellung besuchen wollten, können sich das Geld auszahlen lassen oder am Sonntag um 15 Uhr die Vorstellung besuchen.

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