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Jahresversammlung der Söl'ring Foriining : „Wir sind keine Spaß-Friesen“

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Söl’ring Foriining vergrößert auf Jahresversammlung ihren Vorstand, erhöht Mitgliedsbeiträge und appelliert an stärkeren ehrenamtlichen Einsatz.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 05:50 Uhr

Wie macht sich ein Heimatverein fit für die Zukunft? Dieses Thema bestimmte die Jahreshauptversammlung der Söl’ring Foriining am Freitagabend im Wenningstedter Kursaal. 80 Mitglieder des Heimatvereins waren gekommen, um sich vor allem mit zwei großen Fragen auseinander zu setzen: Wie stellt sich der Verein zukünftig auf und wie kommt er an mehr Geld.

Für das zweite Problemfeld – der Verein ist durch ein strukturelles Defizit von rund 90  000 Euro schwer belastet und bräuchte zusätzlich dringend Mittel, um die Heimatmuseen zu sanieren – hatten sich schon im Vorfeld der Versammlung erste Lösungen abgezeichnet: Künftig werden die Gemeinden die Söl’ring Foriining durch einen erhöhten Zuschuss stärker unterstützen (wir berichteten). Dafür bedankte sich unter anderem Maren Jessen: Es sei schön zu sehen, dass die Inselgemeinden zur Söl’ring Foriining stehen. Als Zeichen der Dankbarkeit änderte der Verein in einem einstimmigen Beschluss seine Satzung: Sollte sich die Söl’ring Foriining jemals auflösen, würde das Vereinsvermögen, das hauptsächlich aus den beiden Museen besteht, an die Inselgemeinden fallen. Roland Klockenhoff, Vorsitzender der Naturschutzgemeinschaft Sylt, dessen Verein bisher „Erbe“ des Söl’ring-Vermögens gewesen wäre, begrüßte diesen „Schachzug“ ausdrücklich: Damit werde nicht nur eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden bestärkt, sondern diese gleichzeitig an ihre Verantwortung für die Heimatmuseen erinnert. Auf die Bedeutung der Heimatmuseen, unter anderem schlicht als Bastion gegen vermeintliche „Syltbeglücker“ wies auch Maren Jessen hin: „Der Erhalt der Liegenschaft ist eine schwere Aufgabe für uns“, so die nun 1. stellvertretende Vorsitzende des Heimatvereins: „Es ist Zeit für ein Sylter Bekenntnis zu ihrer Kultur und zu ihren Museen.“

Die Mitglieder des größten bürgerschaftlichen Vereins in Nordfriesland wollen die Söl’ring Foriining künftig finanziell stärker unterstützen: Nach kurzer Diskussion erhöhten sie die Mitgliedsbeiträge von bisher 30 Euro im Jahr auf 60 Euro. Familien zahlen künftig 80 Euro statt 50. Dieser Beschluss ging nicht ganz ohne Diskussionen über die Bühne, befürchteten einige Mitglieder doch, durch zu hohe Mitgliedsbeiträge gerade für Familien die Nachwuchssuche zu erschweren. Denn dass der Verein dringend neue Mitglieder braucht, das zeigte sich in zahlreichen Appellen, die vielfältige ehrenamtliche Arbeit der Sylter Friesen bitte zu unterstützen. Und in der Tatsache, dass die Söl’ring-Sprachkurse in diesem Jahr recht wenig Interessenten gefunden haben.

Zumindest für die Vorstandsarbeit aber konnten auf der Jahreshauptversammlung neue Mitstreiter für den Erhalt der friesischen Kultur gefunden werden. Der Vorsitzende Jürgen Ingwersen und seine Stellvertreterin Maren Jessen hatten im Vorfeld angekündigt, künftig gern in einem auf fünf Personen vergrößerten Vorstand arbeiten zu wollen. So könne die Arbeit des Heimatvereins effektiver, transparenter und öffentlichkeitswirksamer betrieben werden. Dementsprechend änderte der Verein seine Satzung: Die drei Vorstandsmitglieder werden künftig durch einen zweiköpfigen Beirat unterstützt. Vorsitzender bleibt Jürgen Ingwersen, Maren Jessen rückte am Freitag nach dem Ausscheiden von Claas-Erik Johannsen aus dem Vorstand als 1. Stellvertreterin auf. Neu im Vorstand ist Wiebke Stitz als zweite Stellvertreterin. Die 47-Jährige kündigte an, den Verein gern mit ihrem Fachwissen als Marketing-Expertin unterstützen zu wollen.

In den neuen Beirat wählten die Mitglieder den Rechtsanwalt und Notar Matthias Waldherr und den Hoch- und Tiefbautechniker Mathias Lauritzen.

Zum Ende der ausgesprochen friedlichen und konfrontationsfreien Sitzung erinnerte Maren Jessen noch einmal an die wichtigen Aufgaben der Söl’ring Foriining: „Wir sind keine Spaß-Friesen“. Ganz im Gegenteil sei man ehrlich besorgt und bemüht um den Erhalt der Sylter Heimat. Und bei dieser Aufgabe, das machte der Vorstand den Abend über mehrfach deutlich, bräuchte man jede Unterstützung, die man kriegen könne.

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