Flughafen Sylt : „Wir sind auf einem guten Weg“

Lufthansa fliegt 2018 von Frankfurt/Main und Zürich nach Sylt.
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Lufthansa fliegt 2018 von Frankfurt/Main und Zürich nach Sylt.

Nach der Air-Berlin-Pleite muss sich der Flughafen Sylt neu konsolidieren / Antrag auf Sonderstatus geplant

shz.de von
26. Januar 2018, 05:05 Uhr

„Ja, wir mussten Federn lassen“, antwortet Peter Douven, der Geschäftsführer der Flughafen Sylt GmbH (FSG), auf die Frage zu den Fluggast-Entwicklungen nach der Air-Berlin-Pleite. „Eigentlich hatten wir für 2017 auf ein richtig gutes Jahr mit rund 170 000 Passagieren gehofft. Durch den Absturz der für uns wichtigsten Airline brachen die Zahlen im letzten Jahresdrittel dann auf 140 000 herunter.“

Denn mit Air Berlin kamen in den vergangenen Jahren rund 65 Prozent der Sylter Passagiere. „Der Wiederaufbau der durch die Insolvenz verlorenen Verbindungen und Kapazitäten läuft noch und wird sicher noch geraume Zeit in Anspruch nehmen“, lässt Peter Douven ohne Umschweife wissen. Zugleich kann er aber auch auf die aktuell wichtigen Basisverbindungen hinweisen, die wieder verfügbar sind (siehe Infokasten).

Die negative Entwicklung der Fluggastzahlen – in diesem Jahr werden rund 100 000 erwartet – hat auch zur Folge, dass die Unterstützung des Flughafenbetriebs durch die Gemeinden der Insel höher als bisher ausfallen muss. Waren bisher rund 800 000 Euro an öffentlicher Förderung notwendig, so rechnet Peter Douven jetzt mit einen Unterschuss von 1,1 Millionen Euro.

Die fehlenden 300 000 Euro sieht der Geschäftsführer durch insulare Aktivitäten und Unterstützer gesichert. Zudem konnte Douven nach seiner Aussage auch die Politiker der Gemeinde Sylt, die diese Entwicklung mit Sorge sehen, von seinem Konsolidierungskurs überzeugen.

Unbestritten ist die Bedeutung des Flughafens für die touristische Attraktivität und damit für die Wirtschaft der Insel. „Der Verlust des Flughafens hätte nicht nur einen gewaltigen Imageverlust zur Folge, sondern gewaltige negative wirtschaftliche Konsequenzen“. Weil dies so ist, lässt sich der Sylter Flughafen „nach Auffassung der Wirtschafts- und Tourismusverbände, aber auch der Inselpolitik“ nicht mit anderen Regionalflughäfen vergleichen, sondern „müsste einen Sonderstatus zugestanden bekommen“ – ähnlich dem großer Flughäfen, die auf Grund ihrer nationalen Bedeutung keine Hoheitlichen Gebühren entrichten müssen.

Diese belaufen sich für Sylt jährlich auf bis zu 1,3 Millionen Euro. „Unser Flughafen hat durch seine Randlage und seine herausragende wirtschaftliche Funktion eine regionale Bedeutung, die der nationalen Bedeutung der Großflughäfen vergleichbar ist“, sagt Peter Douven. „In einer gemeinsamen Initiative von Politik und Wirtschaft möchte ich dieses Anliegen an das Land herantragen, damit sich die dort zuständigen Politiker wiederum beim Bund für diesen Sonderstatus für den Flughafen Sylt einsetzen“.

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