"Wir müssen nach vorne schauen"

Chinnow zum  Spiel gegen England: 'Sucht das Viertelfinale und jagt ihm nach.' Foto: sr
Chinnow zum Spiel gegen England: "Sucht das Viertelfinale und jagt ihm nach." Foto: sr

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13. Juli 2013, 03:59 Uhr

Silvias Gazellen Vol. 2

Der Blick zurück auf das 0:0 gegen Holland verheißt wenig Gutes. Als Favorit gestartet, als Viertelfinal-Wackelkandidat durchs Ziel gelaufen. Hoffnung gibt es für uns Sofa-Surfer vor dem Fernseher: RTL überträgt künftig die Länderspiele der deutschen Elf. Nach Donnerstagabend klingt das wie eine frohe Botschaft: die mäßige Leistung der Frauen auf dem Platz - okay, kann passieren. Aber ein misanthropischer ZDF-Kommentator, dessen depressives Geschwafel das Niveau erreichte, auf dem die Schiedsrichterin dieses Spiel gepfiffen hat? Das braucht niemand! Nächstes Jahr also Günter Jauch oder gar Ulli Potofski statt Norbert Galeske und Bela Rethy. Das klingt verheißungsvoll.

Nun also gegen die durchtrainierten Frauen aus Island. Die deutsche Elf ist klarer Außenseiter. Den mutigen Fußballerinnen vom Eiland kurz vor Grönland ist nämlich gelungen, was Silvias Gazellen vergeblich versuchten: ein Tor zu erzielen. "Wir müssen nach vorn schauen", sagte Dzennifer Marszan. Die deutsche Nationalspielerin wandelte ein Zitat des Apostels Paulus ab. Vor 2000 Jahren gab er seinen verunsicherten Glaubensfreunden mit auf den Weg: "Ich vergesse, was hinter mir liegt und fokussiere mich auf das, was vor mir liegt: ich setze mir ein Ziel und jage ihm nach!" (Philipperbrief 3, 13+14).

Paulus sagt: Zum menschlichen Leben gehören die Erfahrung von Niederlagen, Schuld und Leid. Niemand bleibt davor bewahrt, zu straucheln und zu fallen. Manches Mal im Leben gehen wir zu Boden. Der Glaube aber macht uns so stark, uns immer wieder zu erheben. Wie Jesus das Kreuz überwunden hat und in den Himmel aufstieg, so verleiht der Glaube die Fähigkeit, was an Schmerzen war zu verarbeiten und zu neuen Horizonten aufzubrechen.

Was bedeutet dies für das Spiel gegen die Frauen aus dem Land von Björk, Alfred Gislasson und Kommissar Eilendur? Vergesst das erste Spiel! Konzentriert euch nur auf das Ziel allen Grätschens, Dribbelns, Passens und Flankens: der Ball muss ins Tor! Wenn dann noch Cramer den Ball erkämpft, Goessling auf Leupotz durchsteckt und diese das Runde ins Eckige schlenzt, dann stimmen auch die schlecht gelaunten ZDF-Reporter in den Jubel-Chor mit ein "So ein Tag, so wunderschön wie heute!"

Die Fußballandacht vor dem Spiel Deutschland gegen Island findet am Sonntag um 19.45 Uhr in der Friesenkapelle statt. Anschließend wird das Spiel auf Großbildschirm im Pastorat gezeigt.

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