Interview mit Marcus Kopplin, KLM : „Wir müssen auch realistisch bleiben“

2015 ist das Jahr zahlreicher neuer Wohnungsbauprojekte in der Gemeinde Sylt und der Herausforderungen für den Eigenbetrieb KLM.

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21. Januar 2015, 05:40 Uhr

Kommunaler Wohnungsbau war und ist eines der heißen Eisen, das große Thema in der Gemeinde Sylt – im Wahlkampf, in Politik und Verwaltung und vor allem für das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM). Betriebsleiter Marcus Kopplin erläutert im Gespräch mit der Sylter Rundschau, was in den nächsten Jahren angepackt wird.

Herr Kopplin, wie sehen die Aufgaben von KLM für das laufende Jahr aus?

Unser Schwerpunkt liegt natürlich nach wie vor in der Schaffung von neuem, von bezahlbarem Wohnraum für auf Sylt lebende und arbeitende Menschen. Aktuell haben wir 226 Wohnungen, die wir überplanen und bauen wollen. Durch Umplanungen für die KLM-Bauten auf dem Bastianplatz werden es wahrscheinlich sogar noch zehn mehr werden.

Wann ist denn auf dem Bastianplatz mit einem Baubeginn zu rechnen?

Anfang April soll es losgehen. Wir wollen ja bereits im September 2016 alles bezugsfertig haben. Eigentlich wären wir gerne schon einen Tick weiter gewesen, aber es gab Schwierigkeiten mit der Kostengestaltung. Eben deshalb wird es dort statt den bisher geplanten 50 Wohnungen eher 60 geben. Das Ganze ist schließlich ein sehr ambitioniertes Projekt, auch in Kombination mit den Wohnbauten der Genossenschaft und der Lebenshilfe.

Wie viele KLM-Wohnungen werden noch 2015 an Mieter übergeben?

Exakt 27 werden das in diesem Jahr sein – bereits am 1. März ist Einzugstermin im umgebauten Ida-Ehre-Haus. Die 15 Wohnungen sind bereits alle an Senioren vergeben. Und für ein Objekt mit zwölf weiteren Wohnungen in der Wohnsiedlung Süd, das sich derzeit im Rohbau befinden, ist im Dezember 2015 der Übergabetermin.

Aber danach geht es erst im Jahr 2016 weiter?

Ja, dann aber Schlag auf Schlag. Zehn Wohnungen im Hoyerweg werden im März 2016 fertig sein, fast 60 im August in Friesischer und Apenrader Straße – und nicht zu vergessen: nochmal acht Wohnungen im Anbau der Ida-Ehre-Hauses. Mit Bastianplatz und Königsberger Straße macht das Ende 2016 insgesamt 175 neue Wohnungen. Und wenn ich weiter in die Zukunft schaue, haben wir ja auch noch das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung (Stov) am Bahnweg vor uns, auf dem sich bisher große Teile der Inselverwaltung befinden. Das ist das nächste große Bauprojekt der Gemeinde Sylt.

Was ist dort für wann geplant?

Für den hinteren Teil wollen wir dieses Jahr noch in die Planung einsteigen. Ganz grob gesagt rechne ich insgesamt mit 130 Wohnungen. Allerdings für das gesamte Stov-Gelände – also auch den vorderen Teil, wenn dort die Verwaltung mal ausziehen wird. Außerdem gehört zu den Planungen das Gebiet Hugo-Köcke-Weg mit den so genannten Schlicht-Wohnbauten.

Alle genannten Projekte befinden sich in Westerland. Wie sieht es in anderen Ortsteilen aus?In Morsum sollen ja ebenfalls Wohnungen entstehen ...

Richtig, zum Primarhaus gibt es bereits einen grundsätzlichen Beschluss des Ortsbeirates, dort Wohnungen für Sylter zu schaffen. Es gibt dafür bisher ein grobes Skribble für zirka 40 Wohneinheiten. In die Gegend passt allerdings eher eine Reihenhausbebauung als ein Wohnblock ...

Das heißt, auf dem Gelände würde neu gebaut und nicht das Vorhandene genutzt werden?

Das geht ja gar nicht. Es ist geplant, einen Teil des ehemaligen Schulgebäudes zurückzubauen. Kindergarten und Sporthalle sollen allerdings erhalten bleiben. Alle genauen Festlegungen erfolgen jedoch im Arbeitskreis 500plus.

Wann wird sich denn auch der Inselosten über die ersten KLM-Neubauten freuen können?

Alle Objekte, auch aus Tinnum und Keitum, kommen in eine Prioritätenliste und werden dann abgearbeitet. Aber wir müssen auch realistisch bleiben: wir können momentan nur bestimmte Bereiche umsetzen. Alleine, was wir aktuell an Vorhaben in der Pipeline haben, ist ein Viertel unseres jetzigen Bestandes – und das sind immerhin etwa 900 Wohnungen.

Hochgerechnet könnte es also in den kommenden Jahren rund eine Hälfte mehr KLM-Wohnungen geben ...

Und so mancher wird natürlich sagen: schnell die nächste, die nächste und wieder die nächste. Aber die Hauptarbeit von KLM ist nicht das Bauen selbst. Das sind Planungen, Ausschreibungen, Kostenkontrolle und vieles mehr. Also das Aufwändige, was – im Gegensatz zur Baustelle – keiner sieht.

Letzte Frage: was passiert eigentlich im Keitumer Bahnhofsgebäude?

Da hat Anfang des Jahres der Umbau begonnen. Der linke Teil wird vertikal in zwei Gewerbeeinheiten für Kunsthandwerker mit darüberliegenden Wohnungen aufgeteilt.Pünktlich zur Saison 2015 soll alles bezugsfertig sein. Und auch der Erhalt der Glasbläserei ist gesichert: Antje Otto wird wie geplant als Nachfolgerin von Hans Jürgen Westphal Atelier und Werkstatt übernehmen.

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