Wintereinbruch : “Wir knallen unser Lager voll“

In Sachen Salz ist die Insel gut versorgt.
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In Sachen Salz ist die Insel gut versorgt.

Gut gerüstet für Eis und Schnee: Bereits jetzt lagern in der Halle der Straßenmeisterei 400 Tonnen Streusalz. Mitarbeiter von Straßenmeisterei und Bauhöfen sind vorbereitet.

Jesumann.JPG von
27. November 2013, 06:00 Uhr

Zwei Mal sind die Männer von der Straßenmeisterei  im Königskamp schon in aller Herrgottsfrühe aus den Betten gesprungen, um dem Glatteis auf Sylts Straßen die Stirn zu bieten. Erst gestern  morgen fuhr  Straßenwärter Thomas Pest eine Runde mit dem Salz-Streuwagen.  Wenn  sich der  nächtliche Frost wieder regelmäßig  über die Insel legt, wird sich der Dienst bei Pest und seinen drei Kollegen  wieder täglich um den Kampf gegen die Straßenglätte drehen.

Während sich die Mitarbeiter der Bauhöfe der Sylter Gemeinden um die Ortsstraßen sowie gemeindeeigene Rad- und Fußwege kümmern,  wird  die Straßenmeisterei die Landes- und Kreisstraßen der Insel frei von Schnee und Eis halten. Insgesamt 57 Kilometer, wie Gerhard Arfsten, Leiter der Straßenmeisterei Leck und des Gerätestützpunktes Sylt, sagt.    Die Straßenmeisterei auf der Insel  sieht Arfsten allerdings   gut aufgestellt:  „In unserer Halle am Königskamp lagern schon jetzt 400 Tonnen Streusalz. Falls es Bedarf gibt, wird dann ständig nachgefüllt.“   

Um das Streusalz auf die Insel zu bekommen, wird das Streugut in speziellen Silozügen auf die Insel transportiert.  Über einen Kompressor wird das Salz anschließend in die   Lagerhalle  geblasen.  Der jetzige Vorrat gibt Sicherheit – ein spontaner Wintereinbruch würde Landes- und Kreisstraßen damit nicht unpassierbar machen.

Auch auf dem Bauhof der Gemeinde Sylt bereitet man sich auf die Tücken der kalten Jahreszeit vor.  „Wir haben unsere elf Streufahrzeuge seit dem 15. November umgerüstet“, berichtet Bauhofleiter Björn Christiansen.   Ab jetzt sei  auch die Rufbereitschaft freigeschaltet, mit der die Männer vom Bauhof  bei Tag und Nacht  für den  Glätte- und Räumeinsatz aktiviert werden können.  

Nach der Erfahrung von Straßenwärter Thomas  Pest, sind es besonders die „Wetterscheiden“, auf die die Männer im Winter ein wachsames Auge haben müssen. „Zu diesen intensiven Zonen gehört zum Beispiel das Gelände um den Bahnhof Keitum oder auch die Strecken nach Archsum und Morsum.“ 

Wird der Winter so hart wie im Jahr 2010, als    man im  ganzen Land wochenlang über gefährliche und chaotische Rutschpartien auf den Straßen und Gehwegen klagte, werden sich auch die  Sylter Mitarbeiter  der Inselbauhöfe und  der Straßenmeisterei wieder auf anstrengende Schichten einstellen müssen.  Viele Kommunen hatten  damals zu wenig Streugut gebunkert und waren  von Dauerfrost, Schneefall und Glatteis überrascht worden.  Von diesem  Szenario soll  die Gemeinde Sylt  beim Wintereinbruch  verschont bleiben: „Wir knallen unsere Lager voll“, versichert Gerhard Arfsten.

Auch wenn der Gedanke an Schnee beim Blick aus dem Fenster noch fern sein mag, auch für diesen Winter weist das Ordnungsamt  auf die Räumpflicht jedes Bürgers hin. „Nach Ende des Schneefalls ist er unverzüglich zu räumen“, erinnert  Marco Krah. Gehwege vor dem Grundstück müssen dann auf einer breite von 1,50 Meter von Eis- und Schneeglätte freigehalten werden. Ob sich viele Bürger über die Räumpflicht informiert haben? „Erfahrungsgemäß  rufen viele an“, berichtet Marco Krah, „Aber mindestens genauso viele rufen an, um  sich zu beschweren, dass ihr Nachbar nicht geräumt hat“.

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