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Lanserhof auf Sylt : „Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt“

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Kurz vor Baubeginn stellten die Gemeinde List und der Bauherr das Projekt „Lanserhof“ den Bürgern vor.

Am 30. November soll Baubeginn sein, das steht nach der Informationsveranstaltung am vergangenen Freitagabend zum Großprojekt Lanserhof in List fest. Die Gemeinde List und die Lanserhof GmbH hatten die Lister Bürger eingeladen, um die Pläne für das Neubau-Großprojekt für eine Luxus Gesundheits- und Wellnessklinik vorzustellen. Dass jetzt so zügig schon mit dem Bau begonnen werden soll, begründet der Lanserhof CEO Dr. Christian Harisch vor allem mit den Sylter Saisonzeiten. Spätestens wenn die Insel zu Ostern wieder voll ausgelastet ist, wolle man mit den Abbruch- und Aushubarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Offiziersheimes fertig sein.

Der Bürgermeister der Gemeinde List, Ronald Benck, betonte, dass die Abstimmung zwischen der Gemeinde und der Lanserhof GmbH bisher durchweg positiv verlaufen sei. „Wir haben auf das richtige Pferd gesetzt“, so Benck. Seine anfängliche Zurückhaltung gegenüber dem neuen Medical Spa erklärte der Bürgermeister mit schlechten Erfahrungen, die er zuvor mit anderen Großinvestoren in List gesammelt habe. Die Verhandlungen zum Neubau Lanserhof zogen sich deshalb auch über Monate hin und gipfelten in einem sehr detaillierten Vertrag. Die Lanserhof GmbH habe allerdings alle bisher gemachten Versprechen eingehalten und Benck gab sich sichtlich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Projekts.

Verstehen sich: Dr. Christian Harisch (li.) und Ronald Benck bei der Vorstellung des Großprojekts „Lanserhof“ in List.
Verstehen sich: Dr. Christian Harisch (li.) und Ronald Benck bei der Vorstellung des Großprojekts „Lanserhof“ in List. Foto: Witt de Albuquerque

Am Freitagabend wurden dann auch noch weitere Versprechen gemacht. So lud Harisch alle Bürger Lists und der gesamten Insel ein, die hochmoderne Diagnosetechnik mit MRT und CT zu nutzen. Da der Lanserhof keine Kassenzulassung hat und die Preise laut Harisch „sehr teuer“ seien, soll es ein Kontingent von bis zu 200 kostenfreien Behandlungen bei Überweisung durch Sylter Ärzte geben. Für sozial benachteiligte Menschen soll die Möglichkeit der Diagnose im Lanserhof immer ohne Kosten möglich sein.

Mit dem Kardiologen Dr. Jan Stritzke wurde ein ärztlicher Direktor ins Boot geholt, der aktuell die stellvertretende ärztliche Leitung im Lanserhof Tegernsee innehat und vor allem bereits lange Jahre als Arzt auf Sylt tätig war. Auch die weiteren Mitarbeiter sollen so weit möglich aus der Region kommen, um Mitarbeiterwohnungen würde man sich gemeinsam mit der Gemeinde List bereit kümmern.

Die Vorteile der Klinik für die Insel wurden in der ausführlichen Projektvorstellung deutlich hervorgehoben. Der Marketingleiter der Lanserhof Management GmbH Nils Behrens nutzte aufwändig produzierte Imagefilme, um den Listern sämtliche Sorgen zu nehmen. Als kleine Anekdote am Rande konnte er berichten, dass die für den Imagefilm für den Lanserhof Tegernsee gewählte Musik dieselbe ist, die auch für den „Inselliebe“-Film der Sylt Marketing Gesellschaft ausgesucht wurde. Behrens betonte die zahlreichen, internationalen Awards, die die Häuser des Lanserhofes bereits gewonnen haben und zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Lanserhof Sylt auch in Zukunft preisgekrönt präsentieren darf. Für die Insel soll der Lanserhof nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze in verschiedenen Berufsgruppen bringen, sondern auch für neue, internationale und ausgesprochen kaufkräftige Gäste sorgen. Wie kaufkräftig genau, dass deutete CEO Harisch an, als aus dem Publikum die Frage nach den Preisen für das Medical Spa kam. „Der Lanserhof wird das teuerste Hotel der Insel“ so Harisch. Für die zahlungsfreudigen Gäste werde es als Zubringer ein eigenes Flugzeug der SyltAir geben, das die Insel dann von allen deutschen Flughäfen anfliegen soll. Mit Sylter Gastronomen will man Kooperationen vereinbaren, damit die Gäste, die das „Mayr-Fasten“ praktizieren, ihre Fastenbrühe und ihren Fastentee dann auch in ausgewählten Lokalen auf der Insel bekommen können.

Die Bauherren des Projektes gaben sich sichtlich Mühe, alle Bedenken der Bürger von vornherein auszuräumen. Einige Nachfragen gab es dann aber doch. So bezweifelten die Lister Bürger vor allem, ob die Infrastruktur im Ort dem Lanserhof gewachsen sei. Besonders die, bereits jetzt teilweise überlastete, Pumpstation für Abwasser machte den Bürgern Sorge. Laut Bürgermeister Benck gibt es allerdings bereits Gespräche mit der EVS, die Pumpstation in die ehemalige Kläranlage zu verlegen und somit die Kapazität deutlich zu erhöhen. Auch neue Wasserleitungen seien bereits in Planung.

Einen eifrigen Fürsprecher fand der Lanserhof in Wolfgang Ihrk. Der Unternehmensberater ist auf Sylt und in München tätig und hält sich oft am Tegernsee auf. Während der Fragerunde ergriff er das Wort und fand kaum genug Worte des Lobes für die Integration des Lanserhofes in die Umgebung in Bayern. Dort seien die Dorfbewohner vor Ort dem Resort gegenüber durchweg positiv eingestellt. Die glühenden Ausführungen wurden vom Lister Publikum sehr wohlwollend aufgenommen.

Auch die weiteren Fragen aus der Runde konnten beantwortet werden. So werde der Sand, der bei den Aushubarbeiten anfalle, möglichst auf der Insel verbleiben, vorzugsweise in List. Bei den Bauarbeiten werde größter Wert darauf gelegt, so wenig Unannehmlichkeiten wie nur möglich zu verursachen. Sollte es doch einmal zu Problemen kommen, bat Harisch darum, sich direkt an ihn und seine Mitarbeiter zu wenden.

Das Thema Naturschutz steht laut Harisch ganz oben auf der Prioritätenliste. „Die Natur ist unser Produkt“, betonte er. „Was dem Menschen gut tut, tut auch der Natur gut“, umschrieb er die Pläne, nachhaltig und ökologisch zu bauen und zu handeln. Während der Bauphase würde man sehr eng mit dem Sylter Naturschutz und dem Landschaftszweckverband zusammenarbeiten, um die geschützte Landschaft und die Tierwelt tunlichst nicht zu beeinträchtigen.

Auch nach dem Abschluss der Bauarbeiten und nach der Inbetriebnahme soll der Lanserhof seinen ökologischen Fußabdruck so klein halten, wie es geht. „Kein Mitarbeiter soll mit einem Auto mit Verbrennungsmotor zu Arbeit kommen“ so Harisch. Auf dem Gelände des Lanserhofes selbst sollen ausschließlich E-Carts zum Einsatz kommen und auch er selbst wolle seinen alten PKW durch ein elektrobetriebenes Modell ersetzen. Die Bauarbeiten für das teuerste jemals in Deutschland gebaute Hotel sollen im Frühjahr 2020 abgeschlossen sein.



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