Parkplatz Uthlandstraße : „Wild-Campen“ bei den Surf-Events?

Debatte im Hauptausschuss: Darf bei Surfevents weiter auf dem Parkplatz umsonst übernachtet werden?

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27. Juni 2014, 06:00 Uhr

Wenn am Brandenburger Strand die großen Sportevents über die Bühne gehen, dürfen die Veranstalter seit zehn Jahren einen großen Teil des Parkplatzes an der Uthlandstraße als Teilnehmerlager nutzen. Heißt: Surfer und Co. können dort in ihren Campingbussen umsonst übernachten. Diese Praxis sorgte nun im Hauptausschuss der Gemeinde Sylt für Diskussionen.

Grund dafür war eine Vorlage aus dem Ordnungsamt, nach der ein Polizist die Zustände auf dem Parkplatz im vergangenen Jahr „stark kritisiert“ habe: Dort würden nicht nur Teilnehmer der Events übernachten, außerdem sei eine Kontrolle des Parkplatzes durch die Veranstalter nicht sicher gestellt. Nun sollten die Ausschussmitglieder darüber entscheiden, ob die Veranstalter künftig eine Gebühr für den Parkplatz zahlen müssen.

Maria Andresen (Grüne) plädierte zunächst dafür, zumindest von denjenigen eine Gebühr zu nehmen, die keine Teilnehmer der Veranstaltungen sind: „Ansonsten ist das Wild-Camping und das ist auf Sylt nicht erlaubt. Die Menschen, die das trotzdem machen, sparen sich die Campingplatzgebühren – das sind im Schnitt 30 Euro pro Nacht.“

Diese Praxis, befürchtete sie, könne vermehrt Nachahmer auf den Plan rufen. Diese drohende „Eigendynamik“ sah auch Kay Abeling, Sönke Hansen war der Ansicht, von den Veranstaltern zumindest einen Kostenausgleich für die Reinigung der Parkplätze zu verlangen. Christian Thiessen (Piraten) schlug dagegen vor, von den Veranstaltern lediglich eine Sicherheitsgebühr zu verlangen, die erstattet würde, wenn der Parkplatz in ordentlichem Zustand hinterlassen wird. Und Wolfgang Jensen (CDU) merkte an, dass der Parkplatz ohnehin immer leer sei - und die Gemeinde Sylt die Wassersport-Events auch auf diesem Weg unterstützen sollte.

Anschließend an die Diskussion meldete sich Steffen Jahrmarkt zu Wort, der für den Insel-Sylt Tourismus Service (ISTS) für dieses Thema zuständig ist.

Er sagte, dass es bei der Parkplatzbelegung nur um das Summer Opening, den Kites urf Cup und die Deutschen Meisterschaften gehe – „attraktive Veranstaltungen“, die die Attraktivität der Insel steigern würden. Um Toiletten und Müllentsorgung auf dem Parkplatz kümmere sich der ISTS ohnehin schon, auch seinen die Veranstalter sensibilisiert, dass die Parkplätze, auf denen zu den Veranstaltungen höchsten 20 Busse parkten, zu kontrollieren seien. Er sehe keinen Grund, diese Praxis zu verändern.

Der Hauptausschuss entschied sich danach, keine Gebühren einzuführen, allerdings die Regeln für den Platz in einem Bescheid festzuschreiben.

Auch außerhalb der Event-Zeit sieht das Ordnungsamt Wild-Campen momentan nicht als größeres Problem für die Insel.

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