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Hotels auf Sylt : Wie viele Betten braucht Sylt?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In den kommenden Monaten werden auf der Insel mehrere neue Hotels eröffnet. Das finden nicht alle gut

Bald soll in Keitum das neue Fünf-Sterne-Plus–Hotel Severin’s mit 89 Zimmern und Suiten eröffnen. Und auch in den anderen Inselorten wird fleißig an neuen Hotels geplant und gebaut. Kann die Insel so viele neue Betten vertragen? Darüber ist man sich auf Sylt uneins.

Marc Rohe leitet das Severin’s in Keitum bis zu seiner Eröffnung. In einem Medienbericht machte er die Absichten der Investoren deutlich: „Unser Ziel ist es, das beste Hotel auf der Insel zu werden.“ Kein leichtes Vorhaben bei bisher fünf Fünf-Sterne-Plus-Hotels auf der Sylt. „Ein neues Hotel ist immer eine Herausforderung. Aber wir glauben an Sylt und die anspruchsvolle Klientel hier, die wir für uns gewinnen wollen“, so Rohe weiter. Das Severin’s soll in seinen Augen aber nicht nur das „anspruchsvolle Klientel“ ansprechen und kein „abgeschottetes Luxusdorf“ werden: „Unsere Gastronomie steht allen offen. Wir bieten auch schon vor der Eröffnung Hausführungen an, die sehr gut angenommen werden“.

Sylt-Marketing-Chef Moritz Luft findet, dass mit der Eröffnung des Severin’s der Bereich der Luxushotellerie auf Sylt sehr gut aufgestellt sein werde. Allerdings betont er auch, dass weitere Kapazitäten in diesem Segment nicht mehr benötigt würden.

In Anbetracht der seit Jahren rückläufigen Übernachtungszahlen wird die steigende Zahl der Hotelbetten auf Sylt allerdings nicht von allen begrüßt. Stephan Beck, Vorsitzender der Sylter Dehoga, sieht die Entwicklung beispielsweise sehr kritisch: „Das Severin’s ist nun genehmigt, das können wir nicht mehr weg diskutieren. Aber man muss schon erkennen, dass auf Sylt überproportionale Kapazitäten geschaffen werden.“ Es gebe sicherlich ein bestimmtes Klientel, dass das neue Luxushotel in Keitum besuchen werde, auch für den Ort selbst sei der Hotelbau keine schlechte Entwicklung gewesen, so Beck – doch künftig möge man in der Politik mehr Augenmaß walten lassen, wenn es um die Frage gehe, ob weitere Anlagen auf der Insel gebaut werden. Vor allem sollte bei politischen Entscheidungen über Neubauten die gesamte Insel im Blick behalten werden und nicht nur die eigene Gemeinde.

Auch wenn es nicht um Luxushotels geht, sondern beispielsweise um Unterkünfte für ein jüngeres Publikum, sieht Beck „den Zenit erreicht“: „Bei der Esso-Tankstelle in Westerland soll ja vielleicht so ein junges Hotel gebaut werden. Ich glaube aber, dass wir auf der Insel schon ein breites Spektrum an Unterkünften anbieten.“ Mehr Betten würden lediglich dazu führen, dass bestehende Einrichtungen verdrängt würden.

Das findet Peter Douven, Tourismusdirektor der Gemeinde Sylt, gar nicht unbedingt so schlecht: „Die Modernisierung der Kapazitäten oder auch die Umwidmung beziehungsweise Verschiebung zwischen den Unterkunftsbereichen kann sogar sinnvoll sein.“

Dazu könne beispielsweise auch die Umsetzung zeitgemäßer Hotelkonzepte gehören, so Douven. Diese richte sich längst nicht mehr nur nach Sternen, sondern „zum Beispiel auch nach Design und Erlebnis in Verbindung mit jungen und jung gebliebenen Kunden“. Allerdings sollte für Bettenzahlen auf Sylt immer gelten: „Immer mehr ist falsch, immer zeitgemäßer und etwas besser passt besser.“ Das sieht auch Wenningstedts Tourismusdirektor Henning Sieverts so: Wenn neue Hotels auf der Insel gebaut würden, dann sollten sie eine klare Strategie verfolgen: „Die Hotels brauchen Konzepte, die ganzjährig tragen – es darf letztendlich nicht so laufen, dass sie ihre Häuser im Winter im Zweifel über den Preis füllen.“

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erstellt am 08.Nov.2014 | 05:24 Uhr

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