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Nach der Wahl : Wie viel ist das Votum in Wenningstedt wert?

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Wenningstedt | Knapp fünf Stunden dauerte die Auszählung der Stimmen in Wenningstedt am Wahlsonntag - eine Geduldsprobe für alle Beteiligten. An ihrem Ende stand ein zumindest für die Aktiven Bürger Wenningstedt-Braderup erfreuliches Ergebnis. Eines, das in solcher Deutlichkeit niemand erwartet hatte. Auf zehn von 13 Sitzen bringt es die erst im vergangenen Dezember gegründete Wählergemeinschaft im neuen Ortsparlament. 60,40 Prozent - das bedeutet absolute Mehrheit.

Noch am Tag nach der Wahl konnte die künftige Bürgermeisterin Katrin Fifeik das Ergebnis kaum fassen: "Zehn Sitze, das ist unglaublich", sagte sie gestern. Und sieht darin "einen klaren Wählerauftrag". Dennoch lautet ihre Losung, zunächst einmal in Ruhe durchzuatmen. "Wir wollen auf die konstituierende Sitzung warten."
Eine Anfechtung der Wahl ist denkbar

Doch so deutlich wie das Ergebnis auch scheint; ob die neue Gemeindevertretung tatsächlich das oben gezeichnete Gesicht bekommt, darf offen bezweifelt werden. Zu klar waren schon am Sonntagabend die Stimmen, die von einer Anfechtung der Wahl sprachen. "Dass es eine neue Wahl gibt, steht doch so gut wie fest", sagte beispielsweise Sabine Koppelt (CDU).

Grund ist ein Formfehler der WWB51, die unter anderem ihre Kandidaten nicht in geheimer und schriftlicher Wahl aufgestellt hatte (wir berichteten). Da jedoch bei der jetzigen Wahl mit Noch-Bürgermeister Carl Heinrich Schmidt ein Mann aus ihren Reihen - neben Sabine Koppelt und Erik Mannstedt (FDP) - einen der drei noch freien Sitze ergattert hat, ist eine Klage sehr wohl denkbar. Joachim Rück, Leitender Verwaltungsbeamter des Amtes bestätigt: "Gemeinde- oder Kreiswahlleiter könnten Widerspruch einlegen, weil sie unabhängig von klaren Mehrheitsverhältnissen zu dem Schluss kommen, dass man es nicht dulden dürfe, wenn jemand offenkundig zu Unrecht in der Gemeindevertretung sitzt."

Auch Matthias Waldherr (BWB) kann sich vorstellen, dass "die Wahl angefochten wird". Die Höhe des Wahlergebnisses betrachtet er skeptisch: "Es ist immer ungünstig, wenn eine Partei ein solches Übergewicht hat."

Die Bewohner in Wenningstedt haben sich dennoch klar entschieden. Aber auch auf sie könnte in den nächsten Wochen eine wahre Geduldsprobe zukommen.

Die voraussichtlichen Gemeindevertreter: Aktive Bürger: Katrin Fifeik, Reinhardt Kaus, Ulrich Wilke, Marc Welsch, Birgit Carstensen, Heinz-Dieter Welsch, Christa Stöver, Bettina Sönksen-Volquardsen, Claus-Dieter Schulz, Fritz Callies CDU: Sabine Koppelt FDP: Erik Mannstedt WWB51: Carl Heinrich Schmidt

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erstellt am 05.Jun.2008 | 06:14 Uhr

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