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Sylter Rundschau

19. Oktober 2017 | 13:18 Uhr

Keitum-Therme : Wie kommt die Bauruine weg?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Anwalt der Gemeinde Sylt hat die Mitglieder des Hauptausschusses darüber beraten, wie sie mit der Keitumer Thermenruine weiter umgehen können.

von
erstellt am 11.Mär.2016 | 06:56 Uhr

In seiner Sitzung am Dienstagabend hat sich der Hauptausschuss der Gemeinde Sylt in nicht-öffentlicher Sitzung von ihrem Anwalt darüber beraten lassen, wie mit der Keitumer Thermenruine weiter zu verfahren sei.

Ende Februar hatte Bürgermeister Nikolas Häckel den Mitgliedern eine neue Vergleichsmöglichkeit mit dem Hauptgläubiger des Thermenverfahrens, Kurt Zech, vorgestellt. Zusammengefasst beinhaltet dieser Deal: Die Gemeinde zahlt Zech 1,5 Millionen Euro, auf eine gerichtliche Einigung wird verzichtet – und die Gemeinde darf die Ruine auf eigene Kosten, rund eine halbe Million Euro, abreißen. Weiterhin besteht der Beschluss der Politik der Gemeinde Sylt, die Therme eigenmächtig abzureißen, sollte sich in der Sache bis Ende Juni dieses Jahres nicht geeinigt werden (wir berichteten).

Im Zuge seiner Beratung stellte der Anwalt der Gemeinde, Carsten Krage, in einer vereinfachten Übersicht noch einmal zusammen, wer im komplexen Thermenverfahren eigentlich Ansprüche gegen wen erhebt.

Demnach erhebt Kurt Zech Forderungen in Höhe von rund zwei Millionen Euro für Bauleistungen, die seine Zech Bau Holding GmbH im Jahr 2008 verrichtet hat. Die Zech Bau Holding hatte die Bauarbeiten an der Therme von der Arge Keitum Therme Sylt-Ost übernommen, die das Bauprojekt eigentlich im Auftrag der Therme Sylt-Ost Betriebsgesellschaft hatte bauen sollen.

Nun klagt Zech gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter der einstigen Therme Sylt-Ost Betriebsgesellschaft gegen die Arge auf eine Zahlung von drei Millionen Euro. Rechtsanwalt Karge hält diese Klageaussichten für zweifelhaft – sollten der Insolvenzverwalter und Zech dennoch Erfolg haben, wären die Forderungen von Kurt Zech in Sachen Therme wohl beglichen. Bleibt die Klage aber erfolglos, so die Zusammenfassung von Krage, „behauptet Zech, die zwei Millionen Euro von der Gemeinde Sylt verlangen zu können; diese Forderung hat keine hohen Erfolgsaussichten, ist aber auch nicht ganz ohne Risiko für die Gemeinde Sylt“.

Der Insolvenzverwalter fordert zudem Geld von der Gemeinde Sylt. „Diese Forderung beinhaltet für die Gemeinde Sylt nur ein geringes Risko“, so Krage, das aber mit einem eigenmächtigen Abriss der Thermenruine durch die Gemeinde steigen könnte.

Die Gemeinde Sylt könnte nun abwarten, was der Rechtsstreit ergibt, ihren Beschluss wahr machen und die Therme einfach abreißen oder auf den Vergleich mit Kurt Zech eingehen. Karge rät von den ersten beiden Optionen ab. Die Mitglieder des Hauptausschusses beschlossen mehrheitlich, wie folgt vorzugehen: Über die Höhe der Zahlungen an Kurt Zech soll nachverhandelt werden. Zudem muss sichergestellt sein, dass niemand sonst Forderungen in Sachen Therme an die Gemeinde Sylt stellen darf, wenn Kurt Zech befriedigt ist. Weiterhin soll sichergestellt sein, dass die Gemeinde Sylt die Zahlungen von Zech zurück erhält, sollte dieser seinen Rechtsstreit gegen die ARGE gewinnen.

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