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5. Sylter Gastro Messe : Wie gut funktioniert die Marke Sylt?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Im Rahmen der 5. Sylt Gastro Messe diskutierte Chefredakteur Michael Stitz mit Fachleuten über das Thema regionale Produkte.

Die Sylter Fachmesse für Gastronomie und Hotellerie setzt in ihrer 5. Auflage eindeutige Akzente: mehr Regionalität, mehr Authentizität und mehr Lebensmittel von der Insel. Was auf der Messefläche gleich im Eingangsbereich mit der „Natürlich Sylt“-Fläche in den Fokus des Bewusstseins gerückt wird, fand bereits am Freitagabend mit dem ersten Genusspfad Natürlich Sylt großen Anklang. Wenn auch die Besucherzahl von 70 noch hinter den stattlichen 170 des Kampener Weinpfads am Sonnabend-Abend hinterherhinkt, so ist der Trend hin zur einheimischen Kost doch unübersehbar.

Die Frage, wie lecker ist Sylt, stellten sich am Sonntag auch die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, zu der Michael Stitz, Chefredakteur des sh:z Medienhauses Sylt, geladen hatte. Seine Gesprächspartner waren die Sylter Sterneköche Jörg Müller und Alexandro Pape (Fährhaus Sylt), Bine Pöhner (Dittmeyer‘s Austern- Company), Ivo Köster (Restaurant Ivo & Co) sowie Michael Fischer (von der Werbeagentur für u.a. „Feinheimisch“).

Ausgehend von der Frage, ob es überhaupt das typische Sylter Produkt gibt, waren sich alle Diskussionsteilnehmer darin einig, dass alles, was auf der Insel hergestellt und produziert wird, auch den Namen Sylter Produkt tragen dürfe. Das schließe automatisch all jene Erzeugnisse aus, die weder über Inhaltsstoffe von der Insel noch über deren handwerklichen Herstellungsprozess verfügen.

Doch wer soll das kontrollieren, fragte sich die Runde. Während Michael Fischer auf die Gewerbeaufsicht und offizielle Gütesiegel setzt, die vergeben werden, wenn zumindest die Hauptzutat aus der Region stammt, spricht sich Alexandro Pape dafür aus, dass der Konsument selbst die Herkunft der als regional gepriesenen Produkte kritisch hinterfragen sollte. Dass der Gast ein verstärktes Interesse an der Herkunft der Zutaten hat, bestätigte auch Ivo Köster, dessen Panna Cotta aus Sylter Milch und Sylter Eiern der absolute Renner sei, weil sie eine authentische Sylter Geschichte erzählen kann.

Doch warum springt der moderne Konsument so auf heimische Kost an? „Weil er weiß, dass er hier absolute Frische erwarten kann, die sich auch in hoher Qualität nieder schlägt“, weiß Jörg Müller aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung – „das Nächste ist mir einfach das Liebste.“

Von der Frische und Qualität ihrer Austern braucht Bine Pöhner ihre Kunden nicht lange zu überzeugen, „schließlich wächst die Sylter Royal in kontrolliertem, sauberem Meerwasser heran und wird jede Woche von der Lebensmittelüberwachung unter die Lupe genommen.“

An diesem Punkt setzt auch Marketingexperte Fischer an, wenn er ins Bewusstsein rückt, dass der Begriff Sylt absolut positiv besetzt ist und für viele Menschen gleichbedeutend mit Urlaub, Genuss und Qualität sei. „Hier findet ein Image-Transfer auf das Produkt statt, der das Label Sylt unschlagbar macht.“ Grund genug für immer mehr findige Hersteller, ihr Erzeugnis mit dem Namen der Insel zu schmücken – auch wenn es mit dem Eiland rein gar nichts zu tun hat. Um weiteren Schindluder mit dem Namen Sylt zu verhindern und um die perfekt eingeführte Marke zu schützen, seien also strengere Kontrollen wünschenswert, fasst Michael Stitz das Fazit der Gesprächsrunde zusammen, denn nur, wo Sylt drin ist, sollte auch Sylt drauf stehen.

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erstellt am 17.Feb.2014 | 06:00 Uhr

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