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Starkregen auf Sylt : Westerlands Straßen unter Wasser

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Starke Regengüsse haben am Sonntag den Verkehr in Westerland teilweise lahmgelegt und Keller überflutet.

Gerade mal eine halbe Stunde dauerte der heftige Platzregen. Doch das reichte, um am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr weite Teile Westerlands unter Wasser zu setzen. Die Freiwillige Feuerwehr war mit etwa 40 Kräften im Dauereinsatz, sie sperrten Zufahrten für den Verkehr und mussten etwa 15 Keller auspumpen.

An der Kreuzung Kirchenweg Ecke Kjeirstraße wurde erst kürzlich ein Regenrückhaltebecken errichtet.
An der Kreuzung Kirchenweg Ecke Kjeirstraße wurde erst kürzlich ein Regenrückhaltebecken errichtet. Foto: Moritzen
Etliche Autos mussten von der Feuerwehr aus den tiefen Pfützen geschoben werden.
Etliche Autos mussten von der Feuerwehr aus den tiefen Pfützen geschoben werden. Foto: Priebe
Durch die Autos, die sich durch die Wassermassen schoben, wurden Wellen ausgelöst.
Durch die Autos, die sich durch die Wassermassen schoben, wurden Wellen ausgelöst. Foto: Priebe

„Es ist in kurzer Zeit einfach sehr viel Wasser heruntergekommen“, sagte Westerlands Wehrführer Jörg Elias auf Nachfrage der Sylter Rundschau. „Wir haben versucht, dass die Menschen mit ihren Autos noch zum Bahnhof durchkommen, aber den Bahnweg vom Roten Kreuz bis zu Rossmann mussten wir irgendwann komplett sperren.“ Auch die Westerländer Kjeirstraße musste aufgrund der Regenmassen teilweise dicht gemacht werden.

Den höchsten Wasserstand verzeichnete Jörg Elias an der Kreuzung Norderstraße/Brandenburger Straße (siehe großes Foto oben). „Hier stand das Wasser bestimmt einen halben Meter hoch“, berichtet er. „So mancher Kamerad stand bis zu den Knien im Wasser.“ Und auch die Kreuzung am „Deutschen Eck“, Kirchenweg Ecke Kjeirstraße, wo erst in den vergangenen Monaten ein Regenrückhaltebecken gebaut wurde, war überflutet. „Hier konnten wir den Verkehr aber langsam durchführen und mussten nicht absperren“.

Der heftige Regenguss sorgte auch bei der Sylter Polizei für zahlreiche Anrufe besorgter Bürger die meinten, dass sich in der Innenstadt bereits Gullydeckel ausheben würden. „Das war nicht der Fall“, versichert ein Sprecher der Westerländer Dienststelle. „Das Wasser sprudelte aber oben aus den Gullys heraus. Das ist so, wenn das Rohrsystem völlig überlastet ist“.

Die überwiegenden Anrufe bei der Polizei seien allerdings von Anwohnern gekommen, die sich Sorgen um ihre Grundstücke machten: „Durch die Autos, die weiter auf den überfluteten Fahrbahnen fuhren, wurden Wellen ausgelöst, die bei einigen aufs Grundstück schwappten und dort zu Überschwemmungen führten.“

Unfälle oder Verletzte aufgrund des Unwetters habe es nach Angaben des Polizeisprechers nicht gegeben. „Es war natürlich ärgerlich, dass zusätzlich zum normalen sonntäglichen Abreiseverkehr durch die gesperrten Straßen Staus entstanden sind“, so der Polizist. „Zum Glück waren die Autofahrer aber sehr geduldig und wir mussten nur wenige Anrufe bezüglich der Verkehrssituation verzeichnen.“

Wehrführer Jörg Elias habe sich vor allem über die Autofahrer geärgert, die absichtlich und mit hoher Geschwindigkeit durch die tiefen Pfützen fahren wollten. „Die sind mit voller Wucht ins Wasser und dann nicht mehr alleine herausgekommen“, so Elias. „Denen musste dann die Feuerwehr helfen.“

Bürgermeister Nikolas Häckel will sich in dieser Woche mit den Folgen des Starkregens , vor allem am neu errichteten Regenrückhaltebecken, befassen. Die Baumaßnahme, die vor kurzem abgeschlossen wurde, ist durchgeführt worden, weil an dieser Kreuzung bei starkem Regen regelmäßig eine hydraulische Überlastung des Kanalsystems auftrat, welche im Bereich Kirchenweg/Trift zu heftigen Überschwemmungen führte.

Das Regenrückhaltebecken sollte das Kanalsystem entlasten und den Niederschlag zwischenspeichern. „Wir haben reichlich Fotodokumentation und werden ab Montag die Stärke des Starkregens sowie die Zeitschiene ermitteln und mit Ingenieuren Vergleichsberechnungen anstellen“, erklärte der Bürgermeister. Klar sei aber, dass nicht jedes Starkregenereignis, wie zum Beispiel ein 100-jähriges, problemlos bewältigt werden kann. „Wir müssen nun klären, ob unsere Maßnahme den regelmäßig annehmbaren Regenereignissen tatsächlich gewachsen ist und ob es noch Optimierungsbedarf gibt – abhängig von der Auswertung der aktuellen Ereignisdaten“, so Häckel.

Nachdem der Regen schnell gekommen war, war er auch zügig wieder weg: Nach gut 45 Minuten sei das Wasser abgelaufen, und die Straßen seien wieder freigegeben worden, so Elias.

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erstellt am 30.Jul.2017 | 18:27 Uhr

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