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Beanspruchung : Westerlands Feuerwehr im Dauereinsatz

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Die Sirenen stehen im Moment kaum still. Zuweilen mehrmals täglich werden die Einsatzkräfte gerufen - um Leben zu retten oder um vermeintlich gefährliche Situationen aufzuklären. Beschreibung eines zurzeit ganz normalen Tages der Westerländer Feuerwehr.

Sylt | Zum Sommer auf Sylt gehören das Bad im Meer, das Sonnen am Strand - und in den vergangenen Tagen leider auch immer wieder das Geheul der Sirenen.
Am Mittag der erste Notruf

Allein die Westerländer Feuerwehr-Kameraden wurden in den vergangenen vier Tagen viermal angefordert, um Menschenleben zu retten; vorgestern waren sie allein dreimal im Einsatz. Am Mittag der erste Notruf: Auf Höhe der Jugendherberge Dikjen Deel wurde eine Person vermisst. Sie war zum Schwimmen ins Wasser gegangen und sei danach nicht mehr gesehen worden. "Noch als wir auf dem Weg zum Strand waren, ist sie jedoch wieder aufgetaucht, so dass dieser Einsatz sehr schnell beendet werden konnte", berichtet der stellvertretende Wehrführer Jörg Elias.
Aus der Testfahrt wurde ein echter Einsatz

Nicht so einfach verlief der zweite Einsatz ab 19.12 Uhr. Eine Person drohe zu ertrinken, hieß es - wie so oft. "Zum Unfallort hatten es die Einsatzkräfte nicht weit, denn einige von ihnen waren gerade am Hauptstrand mit dem Schlauchboot des Tourismusservice unterwegs", berichtet Feuerwehr-Sprecher Kay-Christian Jansen.

Was bis da nur eine Testfahrt war, um den Umgang mit dem Boot zu üben, entwickelte sich zum echten Einsatz: 350 Meter entfernt vom Strand sah man einen Surfer auf seinem Brett liegen und mit den Armen wedeln. Offensichtlich versuchte er, Hilfe zu holen.
Der Mann war gar nicht in Not

"Wir fuhren zu ihm", erinnert sich Michael Gossow, der mit im Boot saß. Bei dem Surfer angekommen, bot sich jedoch ein ganz anderes Bild als noch vom Ufer aus: "Der Mann war ganz und gar nicht in Not", so Gossow. Stattdessen habe er auf dem Brett Atemübungen gemacht - und dazu gehörte offenbar auch das ausschweifende Gestikulieren mit den Armen.

Dass über ihm der Hubschrauber kreiste und der Seenotrettungskreuzer "Minden" im Anmarsch war - beide hatten den Einsatz bei einem Segelunfall in Wenningstedt gerade beendet (wir berichteten) - schien der Mann nicht bemerkt zu haben. "Ihm war nicht klar, warum ihm die Feuerwehr im Meer entgegen kam", so Gossow. "Leider zeigte er sich dann eher uneinsichtig und paddelte auf unsere Anweisung hin recht gemächlich an den Strand."
Es bot sich ein Bild der Verwüstung

Ausnahmsweise mit Feuer statt mit Wasser hatte die Wehr dann um 21.54 Uhr zu tun. Einsatzort war die Königsberger Straße, wo Rauch aus einer Wohnung kam.

Nach dem Aufbrechen der Tür bot sich nach Angaben der Polizei ein Bild der Verwüstung: Die Ein-Zimmer-Wohnung stand voller Müll, so dass man den Raum kaum betreten konnte. Der Rauch stieg aus einem angebrannten Kochtopf auf. "Die Bewohnerin war bewusstlos und wurde ins Krankenhaus eingeliefert", sagt Jansen.

Gegen 23 Uhr endete dann der Tag der Westerländer Wehrleute - mit glimpflichem Ausgang für alle tatsächlichen und vermeintlichen Opfer.

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erstellt am 31.Jul.2008 | 07:12 Uhr

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