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Politische Zukunft : Westerland: Politik will an einem Strang ziehen

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Sie scheinen wirklich alle einig: Am Tag drei nach der Kommunalwahl und dem angenommenen Bürgerentscheid für eine Fusion der beiden größten Inselkommunen erklären Westerlands Fraktionsvorsitzende einstimmig, den Zusammenschluss zügig voran treiben und damit den Bürgerwillen umsetzen zu wollen.

Westerland | Für die Politik und Verwaltung in Westerland und Sylt-Ost heißt es "Ärmel hochkrempeln". Bis zum 1. Januar 2009 muss die Fusion der Kommunen unter Dach und Fach sein. Wie genau das gehen soll, ist vielen zwar noch unklar, doch der Wille, den Auftrag der Wähler in einem gemeinsamen Kraftakt umzusetzen, wird in der Stadt von allen Parteien erklärt.

"Wir werden es engagiert so umsetzen, wie es der Bürger entschieden hat - und zwar zum Vorteil beider Gemeinden als großes Ganzes", erklärte gestern Westerlands CDU-Vorsitzender Wolfgang Jensen. Dass seine Partei, die trotz Stimmenverlusten erneut stärkste Fraktion wurde, bis zuletzt vehement Stimmung gegen die Teilfusion gemacht hat, spiele dabei keine Rolle. Jensen: "Bei uns wird nicht mehr zurück, sondern nach vorne geguckt. Dafür werde ich meinen ganzen Einfluss geltend machen."
Ein Arbeitskreis soll schnellstmöglich her

Eine andere Alternative für die Westerländer Politik gibt es nach Ansicht des neuen SPD-Fraktionsvorsitzenden Uwe Tiedjen auch gar nicht: "Jetzt kommt es darauf an, dass wirklich alle Fraktionen an einem Strang ziehen - es geht um Sach- und nicht um Machtpolitik." Aus den Gesprächen der vergangenen Tage habe er den Eindruck gewonnen, dass "in Westerland niemand auf der Bremse steht". Wie die CDU hatte auch die SPD, die sich weder für noch gegen die Teilfusion ausgesprochen hatte, über fünf Prozent verloren. Klare Gewinner waren SWG, SSW und Grüne, die offensiv für die Fusion eingetreten sind.

Um diese jetzt vernünftig vorzubereiten, will die Politik schnellstmöglich einen Arbeitskreis einsetzen. Dabei komme es sowohl auf die Kooperation mit der Verwaltung wie auch mit dem Noch-Nachbarn Sylt-Ost an. Tiedjen: "Es geht um einen Fusionsvertrag mit und nicht gegen Sylt-Ost."

In Westerland hofft man, dass die neue Konstellation im Sylter Osten, wo jetzt die SWG stärkste Fraktion ist, die Fusionsvorbereitung erleichtern wird. Wobei Jensen betont, dass es auch zur CDU Sylt-Ost "gute und freundschaftliche Kontakte" gebe.

Den "Rückfall in bisherige Kategorien" zu vermeiden, hält der SSW für wichtig. "Darum werden wir darauf hinwirken, dass bis Jahresende nicht noch Entscheidungen gefällt werden, die eine Fusion belasten. Außerdem sind wird uns einig, dass die Fusionsvorbereitung nicht unter alleiniger Federführung der CDU laufen kann", formulierte der SSW-Vorsitzende Klaus Jensen den Anspruch der kleineren Parteien auf entscheidende Einflussnahme im Fusionsprozess.
Ziel ist ein "schlanker Fusionsvertrag"

Seine Mitstreiterin Ursula Lunk-Lorek, Fraktionsvorsitzende der SWG, pflichtet ihm bei: "Wir kleineren Parteien haben schon vor der Abstimmung darüber gesprochen, dass wir, so die Fusion beschlossen wird, verhindern wollen, dass diejenigen an den Verhandlungen mit Sylt-Ost beteiligt werden, die den Prozess bisher boykottiert haben." Ihr Motto dabei: "Ab dem 1. Januar gehören wir zusammen, da bleibt keine Zeit mehr für böse Worte." Ziel solle ein "schlanker Fusionsvertrag" sein, bei dem weitere Entscheidungen der gemeinsamen Gemeindevertretung überlassen werden. Nach einer ersten Sitzung der SWG-Fraktion am gestrigen Abend hat die Wählergemeinschaft außerdem bereits ein Treffen mit der Schwester-Gruppierung in Sylt-Ost geplant.

Ein fairer Verhandlungsprozess ist auch Maria Andresen von den Grünen am wichtigsten: "Niemand sollte versuchen, den anderen zu übervorteilen. Und dann wäre es natürlich auch noch toll, wenn wir weitere Gemeinden direkt zum Mitmachen bewegen könnten."

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erstellt am 05.Jun.2008 | 05:55 Uhr

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