Schießsport auf Sylt : Westerländer Schützenverein: „Schützen sind entspannte Leute“

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Seinen 125. Geburtstag hat der Westerländer Schützenverein intern im Januar gefeiert. Vom 12.-14. Juni soll jetzt öffentlich gejubelt werden.

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06. Juni 2015, 06:02 Uhr

Um Hochleistungssport geht es im Westerländer Schützenverein nicht: „Die Geselligkeit, das Zusammensein und die Pflege der Tradition stehen bei uns im Vordergrund“, sagt Stefan Sacher, Sprecher des Vereins. In diesem Jahr feiert der Schützenverein auf Sylt seinen 125. Geburtstag - zur internen Feier am 21. Januar waren nur die Mitglieder eingeladen. Bei einer offiziellen Veranstaltung will der Verein vom 12. bis 14. Juni das Jubiläum auch mit Insulanern und Gästen gebührend feiern.


Tradition wird groß geschrieben im Westerländer Schützenverin


„Tradition steht im Verein an erster Stelle, die wird hier gepflegt und weitergeführt“, sagt der erste Vorsitzende Gerhard Menke. Zu den Bräuchen der Gruppe gehören regelmäßige Veranstaltungen wie das jährliche Vereinsvogelschießen, gemeinsame Fahrten zu Schützenfesten in andere Städte und das wöchentliche Treffen zum „Schnacken“ im Vereinsheim. „Geselligkeit und Kameradschaft sind uns sehr wichtig - die Waffen stehen nicht im Vordergrund“, sagt Menke, der seit 1981 im Amt ist.


Unsere Kleidung ist noch heute so wie vor 125 Jahren


„Als Verein von der Insel sind wir immer ein bisschen Exoten auf großen Schützenveranstaltungen“, sagt Sacher schmunzelnd. Auch die Uniformen gehören zum Brauch des Westerländer Schützenvereins. „Unsere Kleidung ist noch heute fast genau wie 1890“, sagt Menke. Schwarze Hose, weißes Hemd und eine grüne Jacke mit drei Sternen auf jeder Kragenseite und dem Vereins-Emblem am Ärmel. Diese Tracht werden die Mitglieder auch in rund einer Woche wieder anlegen - dazu drei Fasanenfedern an den Hut stecken, denn „die sind das Besondere der Westerländer Schützen“. Mit Orden behängt treten dann Mitglieder mit besonderen Auszeichnungen für ihre Schießleistungen oder spezielle Verdienste für den Verein auf. Frauen tragen ihren Hut ohne Federschmuck, dazu einen schwarzen Rock und grüne Weste.


Drei Tage wird am kommenden Wochenende gefeiert


Das Schützenfest, das traditionell jedes Jahr im Juni stattfindet, fällt anlässlich des runden Geburtstages prächtiger und größer aus. Während des dreitägigen Festwochenendes gibt es zahlreiche Veranstaltungen. Schützen, Gäste und Sylter können sich am Schießstand probieren, es gibt Kaffee und Kuchen und als Highlight findet am Sonnabend, 13. Juni, ein Festakt im Alten Kursaal gefolgt von einem rauschenden Jubiläumsball mit einer Tombola statt. Am letzten Tag des Festwochenendes gibt es einen großen Umzug durch die Westerländer Innenstadt, der von Kapellen und einem Spielmannszug begleitet wird. Auch der Schützenkönig 2015 soll dann proklamiert werden. Das Wort Stress ist den Mitgliedern fremd, denn „Schützen sind sehr entspannte Menschen“, sagt der Sprecher.


Viele Berufsgruppen sind im Verein vertreten


68 Mitglieder hat der Verein, nur 16 von ihnen sind Frauen. Warum das so ist, lasse sich nur schwer erklären, so der Schützenverein. Handwerker, Rechtsanwälte oder Selbstständige, alle Berufsgruppen sind dort vertreten. Neue Gesichter seien stets willkommen, sagt Sacher. „Einfach so anmelden und loslegen geht jedoch nicht“, sagt der Fachmann. Nach einer halbjährigen Probezeit müssten alle Mitglieder über die Aufnahme des Neuen abstimmen. „Mit mindestens 51 Prozent der Stimmen muss der Anwärter gewählt werden“, erklärt Sacher das Prozedere.


Deutschland hat sehr strenge Waffengesetze


Um zu prüfen, ob der Neuling zur Führung einer Waffe in der Lage ist, bekommt er nach einem Jahr eine Waffenbesitzkarte, mit der er nach Kursen und zahlreichen Genehmigungen eine eigene Waffe erstehen kann. „In Deutschland haben wir eines der strengsten Waffengesetze der Welt, wir legen viel Wert darauf, dass das alles ordentlich läuft“, sagt der Schütze.


Es ist schwierig, junge Leute für den Schießsport zu begeistern


Zwischen zwölf und über 80 Jahren sind die Mitglieder alt - die meisten von ihnen jedoch eher älter. Seit den 70er Jahren gibt es eine Jugendabteilung: „Wirkliche Nachwuchs-Sorgen haben wir nicht, aber es ist schwierig, die jungen Leute für den Schießsport zu begeistern“, sagt der Sprecher. Über Facebook versuchen sie Kinder und Jugendliche anzusprechen. Um die Jugend „am Ball“ zu halten, soll bald eine elektronische Schießanlage angeschafft werden. Die Wettkämpfe würden meist auf den modernen Anlagen ausgetragen, so hätten die Schießsportler auch in Westerland Gelegenheit, dafür zu trainieren.

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