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Sylter Rundschau

22. August 2017 | 06:11 Uhr

Wertvoller Nachwuchs in Morsum

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Karin Börnsen und Michael Boysen züchten auf ihrem Hof seltene Vorwerkhühner / Die ersten Piepmätze sind nun geschlüpft

„Nun hat die Insel zumindest in Morsum wieder eine Geburtenstation“, sagt Karin Börnsen mit einem Augenzwinkern. Allerdings erblicken hier keine Säuglinge, sondern vielmehr Küken das Licht der Welt: Karin Börnsen und ihr Partner Michael Boysen haben sich der Zucht einer aussterbenden Hühnerrasse verschrieben und freuen sich seit kurzem über den ersten Nachwuchs.

Die Freude ist auch bei „Josi“ offensichtlich groß: Unermüdlich streift der zutrauliche Border Collie um den Laufstall, in dem rund 30 Küken piepen. Acht von ihnen gehören der gefährdeten Rasse der Vorwerkhühner an – „die übrigen Küken anderer Hühner- und Gänsearten schlüpften aus Eiern, die mir Bekannte untergeschoben haben“, schmunzelt Michael Boysen. Vor einigen Monaten hatte das Paar einen Vorwerkhahn nebst vier Hennen erworben, „um diese vom Aussterben bedrohte Gattung zu züchten und zu bewahren“. Zwar legten die Hennen brav Eier, mochten diese aber nicht ausbrüten.

Da erinnerte sich Boysen an den großen, hölzernen Brutkasten, den einst schon sein Vater verwendete. Bei exakt 37,8 Grad schlüpften dann nach drei Wochen prompt acht Küken. Sie sollen den Grundstock für die weitere Zucht bilden. Doch auch anderes Gefieder wird bald die weitläufige Wiese vorm Hof bevölkern: Neben den bereits geschlüpften Küken ruhen im wohltemperierten Brutkasten noch weitere 50 Eier von Gänsen, Hühnern und Wachteln.

Behaglich ist es auch im Laufstall, wo eine Wärmelampe die Küken beheizt. Die trippeln gerade aufgeregt zum frisch gefüllten Futternapf und picken mit ihren winzigen Schnäbeln in das spezielle Kükenfutter aus Weizen, Mais und anderen Zutaten. Ebenso aufgeregt wacht „Josi“ über die Szenerie – „sie ist hier kaum noch weg zu bekommen, weil sie meint, die piepsende Herde hüten zu müssen“, erzählt Karin Börnsen.

Wenn der Nachwuchs ab dem Herbst selber Eier legen wird, erwägen Karin Börnsen und Michael Boysen, diese am Hof regulär zu verkaufen. Ein Teil des Erlöses soll dann der Kinderhilfsorganisation „Plan International“ zugute kommen, die den beiden bereits gut vertraut ist: Das Paar hat vor geraumer Zeit die Patenschaft über ein heute vierjähriges Mädchen in Kambodscha übernommen.

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