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Sylter Rundschau

13. Dezember 2017 | 01:05 Uhr

Verhandlungen : Wer wird Bürgervorsteher?

vom

Die Wahlen sind passé - nun beginnt zwischen den Parteien, Wählervereinigungen und ihren Vertretern die Zeit des Aushandelns. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Einigung auf einen Bürgervorsteher.

shz.de von
erstellt am 31.Mär.2009 | 06:44 Uhr

Sylt | Am 23. April ist der Schwebezustand vorbei. Dann konstituiert sich die erste Gemeindevertretung der neuen Kommune Sylt - und bis dahin wird hinter den Kulissen eifrig verhandelt werden. Wer kommt in welchen Ausschuss/Zweckverband/Aufsichtsrat? Wer übernimmt wo den Vorsitz? Und vor allem: Wer wird Bürgervorsteher und damit oberster Repräsentant der Gemeinde?
Vorschlagsrecht liegt bei stärkster Fraktion

Für Letzteres hat laut Gemeindeordnung die stärkste Fraktion das Vorschlagsrecht. Und da liegen SWG und CDU mit jeweils neun Sitzen trotz des knappen Stimmenvorsprungs der Wählergemeinschaft gleichauf. "Entweder beide Parteien einigen sich oder es gewinnt der Kandidat, der in der Gemeindevertretung die Mehrheit bekommt", beschreibt Hauptamtsleiterin Monika Kuhn das Procedere.

Als letzter Bürgervorsteher der Stadt Westerland hat Peter Schnittgard (CDU) nie einen Hehl daraus gemacht, dass er das Amt auch in der neuen Gemeinde Sylt ausüben würde. Dafür bräuchte er jedoch die Zustimmung der SWG oder mindestens sechs Stimmen der drei kleineren Parteien (SPD, SSW und Grüne). Von dort kommt aber bereits Gegenwind... Zu sehr hatten sie angesichts der bisherigen CDU-Mehrheit über die Jahre zurückstecken müssen, als dass sie dem politischen Gegner jetzt einen Gefallen tun wollen.
Ipsen: "Wir müssen uns erstmal sortieren"

Geht man davon aus, dass der Tradition folgend immer der Spitzenkandidat einer Partei auch als Bürgervorsteher vorgesehen ist, käme für die SWG Erik Kennel ins Spiel. Der allerdings arbeitet bei der EVS - eine unglückliche Kombination. Also dürfte alles auf den bisherigen Sylt-Oster Amtsinhaber Dirk Ipsen hinaus laufen. Der mochte das heute allerdings nicht bestätigen: "Wir müssen uns erstmal sortieren und nicht voreilig irgendwelche Ämter vergeben."

Sortieren wird auch bei der Besetzung der neun regelmäßig tagenden Ausschüsse erforderlich sein. Aufgrund des Wahlergebnisses gibt es auch hier zwischen SWG und CDU gleich mehrfach ein Patt beim Zugriff auf den Vorsitz einzelner Gremien. Will man es dort nicht auf einen Losentscheid ankommen lassen, muss man sich vorab einigen. Klar ist lediglich, dass die SPD zwei Ausschüsse erhält, der SSW einen oder zwei und die Grünen keinen.

Wer kommt in die Ortsbeiräte? Einer der Knackpunkte in den Fusionsverhandlungen waren die Ortsbeiräte als politische Empfehlungsgremien. Vor allem die Sylt-Oster Vertreter legten großen Wert auf den Erhalt der Beiräte, die es in ihrer Gemeinde jahrzehntelang gab. In der neuen Gemeinde wird es sie auf jeden Fall bis zur nächsten Wahl (2013) geben. Wie sich die sechs Ortsbeiräte mit jeweils sieben (Rantum und Archsum), neun (Morsum) oder elf Sitzen (Keitum, Tinnum, Westerland) zusammensetzen werden, war gestern allerdings noch unklar. „Die Besetzung soll auf jeden Fall auch das Wahlergebnis in dem Ortsteil berücksichtigen, und dem Beirat sollen mehr Bürger als Gemeindevertreter angehören“, erläuterte Hauptamtsleiterin Monika Kuhn auf Nachfrage.


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