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Kultur-Management auf Sylt : Wer wird Betreiber im neuen Kursaal?

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Tourismus-Service Wenningstedt hat Vergabe des Saalbetriebs ausgeschrieben / InselCircus und Meerkabarett bekunden ihr Interesse

von
erstellt am 15.Aug.2014 | 06:08 Uhr

„Kursaal hoch drei“ wird der Veranstaltungssaal im neuen Haus des Gastes am Kliff heißen, das steht bereits fest. Aber wer der künftige Betreiber der knapp 350 Quadratmeter großen Räumlichkeiten in dem modern gestalteten Gebäudeteil sein wird, ist seit vergangenem Montag wieder völlig offen. Ursprünglich war geplant, dass InselCircus-Direktor Martin Kliewer die künstlerische Intendanz übernimmt. Doch nun hat sich auch Meerkabarett-Leiter Joachim Wussow ins Rennen gebracht. Im aktuellen Programmheft des InselCircus werben Kliewer und sein Team aber bereits für den neuen Kursaal – und auch auf der Internetseite www.kursaal3-sylt.de steht: „Alle Details ab September, Programmstart am 28. Dezember 2014.“

„Ja, die Zeit drängt. Kurz vor Silvester soll es losgehen, und vor allem das kommende Jahr muss durchgeplant werden“, sagt Tourismus-Chef Henning Sieverts. Warum es jetzt trotzdem eine Ausschreibung gibt, erklärt er so: „Das Paket der unterschiedlichen Veranstaltungsarten, für die unser neuer Kursaal künftig genutzt werden soll, ist in den letzten Monaten immer größer geworden.“ Die Saal- und Konferenzbereiche sollen ganzjährig für Kunst- und Kulturveranstaltungen, Feste, Kongresse, öffentliche Sitzungen und sonstige Veranstaltungen genutzt und vermietet werden.

„Das kann der Tourismusservice aus eigener Kraft nicht leisten“, sagt Sieverts. „Deshalb suchen wir jetzt einen Kooperationspartner, der das gesamte Event- und Location-Management einschließlich der Nutzungs- und Belegungsplanung übernimmt.“ Der Wunschkandidat InselCircus, mit dem der Tourismusservice bereits lange und erfolgreich zum Beispiel bei der Kliffmeile zusammenarbeitet, ist damit zwar nicht aus dem Spiel: „aber wegen der gestiegenen Anforderungen und des erweiterten Volumens haben wir uns anwaltlich beraten lassen und die Vergabe öffentlich ausgeschrieben“, so Sieverts.

Noch bis 25. August, also nur noch eineinhalb Wochen, können Interessenten ihre Bewerbungsunterlagen inklusive Betriebskonzept und Nachweisen fachlicher und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit einreichen. Die Laufzeit der Zusammenarbeit beträgt zunächst fünf Jahre, für die technische Ausstattung der Räumlichkeiten, also Audio-, Video- und Beleuchtungstechnik, muss der Kooperationspartner eigene Investitionen tätigen. Im Gegenzug stehen ihm die Einnahmen aus der Saalnutzung abzüglich einer Provision zur Verfügung.

Martin Kliewer sieht die neue Entwicklung „eher sportlich“. Er habe durchaus Verständnis für die Entscheidung des Tourismusservice zu einer öffentlichen Ausschreibung. „Wir werden uns auf jeden Fall bewerben“, kündigt der InselCircus-Chef an. „Denn wir sind ja bereits gut vorbereitet, und haben auf Sylt, aber auch in Hamburg schon große Veranstaltungen auf die Beine gestellt.“

Kliewer verweist auf Events auf der Trabrennbahn Hamburg-Bahrenfeld mit 2 500 Indoorplätzen: „Dafür haben wir gerade den Vertrag um drei Jahre verlängert“ – oder auf die Durchführung von Tagungen mit 600 bis weit über tausend Besuchern.

Doch nur wenige Tage nach dem Ausschreibungsstart hat Martin Kliewer bereits einen möglichen Konkurrenten bekommen: „Um die Situation des Meerkabaretts zu vereinfachen, überlege ich, einzelne Veranstaltungen aus der Sylt-Quelle weg zu verlagern“, sagt Meerkabarett-Geschäftsführer Joachim Wussow. „Außerdem würde ich gerne auch wieder attraktive Programme außerhalb des Sommers nach Sylt bringen.“ Das Kindertheater, die zur Zeit pausierende KinderUni oder einige „familienkompatible Künstler“ kann sich Wussow im Haus des Gastes mit seinen 400 Zuschauerplätzen gut vorstellen.

Bereits Anfang des Monats sei er bei Henning Sieverts gewesen, um sich zu erkundigen, wie und ob das Meerkabarett dort ab 2015 einzelne oder auch regelmäßige Veranstaltungen durchführen könnte. In dem Gespräch habe ihn Sieverts auch auf die anstehende Ausschreibung hingewiesen. „Erste Unterlagen habe ich am Mittwoch bekommen“, sagt Joachim Wussow. „Parallel habe ich mit Martin Kliewer gesprochen und ihn gebeten zu überlegen, ob der InselCircus und das Meerkabarett nicht etwas Gemeinsames machen könnten.“

„Mit allen Bewerbern, die uns geeignet erscheinen, werden wir auch Verhandlungsgespräche führen“, sagt der Wenningstedter Tourismus-Chef Henning Sieverts. „Aber die endgültige Entscheidung trifft dann Ende August unser siebenköpfiger Aufsichtsrat mit Bürgermeisterin Katrin Fifeik als Vorsitzender.“

 

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