Wer hat Angst vor Gabriele Pauli?

michael

shz.de von
27. Mai 2014, 17:10 Uhr

Seitdem klar ist, dass Petra Reiber sich im kommenden Dezember nicht erneut zur Wahl als Sylter Bürgermeisterin stellt, wird ihre Nachfolge zum Spiel von Spekulationen und kaum ernst zu nehmenden Selbstbewerbungen. Weil Sylt aber ein Ausnahmeort ist, schaut die ganze Republik auf das Westerländer Rathaus, sollen manch interessante Kandidaten ihre Unterlagen eingereicht haben. Die von Dr.Gabriele Maud Pauli ist nicht dabei – noch nicht.

Mancher wird sich auch fragen, ob ausgerechnet eine Frau, die als „rote Rebellin“ deutschlandweit Schlagzeilen provoziert hat, der Insel gut tut? Die kurze Antwort lautet: Sie schadet – erstmal – nicht! Sieht man(n) von all den Schlagzeilen ab, die Frau Doktor mit ihren Lack-und-Leder-Auftritten in die Boulevard-Presse katapultiert hat, wird bei nüchterner Betrachtung der Person eine Frau sichtbar, die sehr erfolgreich 18 Jahre lang als Landräte in Bayern einen guten Job gemacht hat. Man (n) kann vielleicht Angst vor der taffen Politikerin bekommen, wenn man an die Radikalität denkt, mit der sie die Altvorderen der CSU das Fürchte lehrte und schließlich Stoibers Rücktritt erwirkte, aber Durchsetzungswille und politische Kaltblütigkeit sind nicht unbedingt hinderlich in einem Job, der von Fallenstellern und falschen Freunden umringt ist. Sicher, Frau Pauli hat nicht nur kluge politische Entscheidungen während der letzten Jahre vertreten. Ihre Konflikte mit Parteifreunden und ihre Selbstinszenierungen wirken nicht unbedingt sympathisch. Aber bisher kennen wir sie nur aus den Medien. Warten wir mal ab, wie und ob sie sich auf Sylt präsentiert.

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