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Bauarbeiten auf Sylt : Wenn in Rantum der Asphalt kocht

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der erste Teil der Sanierung der Landesstraße 24 wird bald fertig gestellt / Anlieger äußern sich zufrieden über zügige Abwicklung der Bauarbeiten

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erstellt am 02.Mai.2016 | 05:30 Uhr

Der Asphalt dampft, die Erde vibriert, laut dröhnen und zischen die Motoren – einige Neugierige stehen an der Strecke und verfolgen staunend das ungewöhnliche Geschehen. Was wie der Start eines rasanten Formel Eins-Rennens klingt, ist allerdings eher ein Spektakel der entschleunigten Art. Langsam, sehr langsam rollen schwere Baumaschinen durch die Hörnumer Straße mitten in Rantum. Denn an der Einmündung zum Sandwall, Höhe Feuerwache befindet sich der Startpunkt des ersten Abschnitts der aufwendigen Sanierung der L24. Seit Mitte März wird ab dort die Fahrbahndecke der maroden Landesstraße erneuert; in zwei Phasen geht es Richtung Norden bis Halemdüür am Ortseingang von Westerland.

Zu denjenigen, die von den Bauarbeiten und den damit verbundenen Verkehrsbehinderungen unmittelbar betroffen sind, gehört auch Johannes King, der bekannte Zwei-Sternekoch und Gastgeber des Söl’ring Hofes. Das Luxushotel oben auf der Rantumer Düne ist nur durch die L24 über die südliche Zufahrt Am Sandwall zu erreichen – von seinen Gästen, aber auch von Mitarbeitern und Lieferanten. Beschwerden wegen gelegentlicher Staus oder der Tempobegrenzung auf 30 km/h hört King allerdings selten. Mehrmals täglich ist der Sternekoch selbst auf der L24 zwischen seinem Genuss-Shop in Keitum und dem Rantumer Hotel unterwegs. „Es wird ja gerne gemeckert über die vielen Baustellen auf Sylt in diesem Jahr. Aber echt, man muss jetzt auch mal loben“, sagt er mit Nachdruck. „Die Bauarbeiter hauen richtig rein, ziehen das super korrekt und flott durch.“ Auch die Bedarfsampeln auf der teilweise einspurigen Strecke würden schnell umpositioniert und sofort abgeschaltet, wenn keine Arbeiten stattfinden. „Man kann sich doch drauf einstellen, dass es mal etwas langsamer vorangeht. Ich bin jedenfalls froh, dass die Straße endlich vernünftig gemacht wird“, so Johannes King. „Das dient doch allen, Insulanern wie Urlaubsgästen – und in vierzehn Tagen soll hier ja schon wieder alles vorbei sein.“

Das bestätigt auch Heiko Tessenow vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH). „Wir kommen sehr gut voran. Etwa Mitte Mai wird der Bauabschnitt im südlichen Teil der L24 bis Rantum abgenommen.“ Bis dahin werden dort aber noch die schweren Baufahrzeuge unterwegs sein, die für so viel Aufmerksamkeit sorgen. Nachdem die alte Oberfläche mit einer Asphaltfräse um vier bis acht Zentimeter abgetragen wurde, erhält die Fahrbahn einen neuen Aufbau aus drei verschiedenen Schichten. „40 Spezialtransporter bringen dafür täglich via Autozug eintausend Tonnen Asphalt aus einem Mischwerk auf dem Festland nach Sylt“, erläutert Tessenow.

Insgesamt sind für die Sanierung der 4,8 Kilometer langen Strecke von Rantum bis Halemdüür einschließlich der Radwege, die außerhalb der Orte ebenfalls erneuert werden, ungefähr 16  000 Tonnen Asphalt erforderlich. Das Gemisch wird von den LKW in ein Raupenfahrzeug – den so genannten Schwarzdeckenfertiger – gekippt, der den dampfenden Asphalt dann in voller Spurbreite auf die Straße bringt. Anschließend wird die schwarze Masse von mehreren Tandemwalzen bearbeitet. Die Walzenkörper haben innen eine Vibrationseinheit, die den Asphalt glättet und die Erde spürbar beben lässt.

Auch das nördliche Teilstück des zweiten Bauabschnitts ist zwischen den Abzweigungen zur Rantumer Straße und zur Bäderstraße schon fertig saniert. Das sei notwendig gewesen, so der LBV-Bereichsleiter für Straßenbau, weil dieser Abschnitt als Umleitungsstrecke für die Bauvorhaben der EVS genutzt wird. Ab Halemdüür und in Höhe der St. Nicolai-Straße ist die L24 deshalb bereits teilweise gesperrt. Bevor auch dort Fräs- und Asphaltmaschinen anrücken, müssen aber zunächst alle Versorgungsleitungen für Strom, Erdgas und Wasser saniert werden.

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