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Hunde im Urlaub : Wenn es für Waldi auf Sylt eng wird

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Da hilft auch kein Dackelblick: Zu touristischen Hochzeiten wie in den Herbstferien ist es auf der Insel nicht immer einfach, eine Unterkunft für den Urlaub mit Hund zu finden.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2013 | 13:00 Uhr

Wer mit Waldi Nordseeluft auf Sylt schnuppern will, scheint zumindest laut Google keine Probleme zu haben: Dort findet der Hundefreund rund 115 000 Einträge mit Tipps, Unterkünften und Serviceangeboten. In der Realität kann die Suche nach einer Unterkunft, in der Hunde erlaubt sind, auf der Insel gerade zu Hochzeiten wie Sommer- oder Herbstferien, schwierig werden. Ida Klein, die in Wenningstedt rund 180 Ferienobjekte betreut, von denen 30 auch Gäste mit Hund aufnehmen, kennt das: „So viele tierfreundliche Unterkünfte gibt es auf der Insel nicht.“

Das hat aus ihrer Sicht mehrere Gründe: Mit der Zahl der Allergiker steige auch die Zahl der sogenannten Allergiker-Wohnungen, in denen Rauchen und Tiere streng verboten sind. „Außerdem wurde in einigen Wohnanlagen von der Eigentümerversammlung beschlossen, dass Hunde in der kompletten Anlage verboten sind. Damit werden dort auch einzelne Vermieter ausgebremst, die Hunde prinzipiell erlauben würden.“ Zudem gebe es leider immer wieder Hundebesitzer, die ihren Lieblingen im Urlaubs-Zuhause zu viel durchgehen lassen: „Einige lassen die Hunde auch in ihrem Bett schlafen oder auf dem Sofa liegen“, weiß Michaela Otto vom Appartement-Service List. Über die Hälfte der rund 40 Objekte können an Menschen mit Hund vermietet werden.

Selbst wenn Waldi im Körbchen schläft, bedeuten Hunde-Ferienwohnungen deutlich längere Reinigungszeiten: Etwa eineinhalb Stunden länger bräuchten die Putzkräfte für eine Wohnung, in der ein Hund gelebt hat, weiß Elisabeth Warda, die in List einen Appartementservice betreibt.

Im Keitumer Benen-Diken-Hof sind Tiere generell willkommen, erklärt Britta Kopp. Aber, so die stellvertretende Empfangsleiterin, nur in bestimmten Appartements und Zimmern. Insgesamt können in zehn von 48 Einheiten Hund und Herrchen Urlaub machen – gerade in den Herbstferien seien die schnell ausgebucht.

Edgar Fuhs und Susanne Lauer, die zusammen mit ihrer Dalmatiner-Dame Diana auf Sylt Urlaub machen, haben Glück gehabt: „Wir haben sofort ein Hotel in List gefunden, das Hunde akzeptiert“, erzählen sie. Allerdings seien die Zimmer mit Hund oft teurer und es gäbe keine Zusatzleistungen wie Wassernäpfe oder Hundebetten. In ihrem Hotel zahlt das Paar aus der Nähe von Trier zusätzlich neun Euro pro Nacht für Diana. „In einem anderen Urlaub mussten wir aber auch schon einmal 35 Euro zahlen.“ Fuhs und Lauer sind sehr zufrieden damit, wie die Hunde auf Sylt aufgenommen werden. „In unserem Hotel gibt es fast nur Leute mit Hunden, vor den Geschäften und Restaurants stehen überall Wassernäpfe und jetzt in der Nebensaison können sich die Tiere richtig am Strand austoben.“ Nur etwas mehr Spender für Hundekotbeutel würde sich das Paar wünschen.

Rainer und Claudia Schneider aus Heilbronn müssen für ihren Labrador-Schäferhund-Mix Jack keinen Aufschlag zahlen, „vielleicht ist das aber schon im normalen Mietpreis enthalten.“ Auf der Insel seien die Menschen noch hundefreundlicher als in ihrer Heimat. „Hier meckert niemand, wenn man vorbei kommt.“

Auch andere Hundebesitzer, die eine Unterkunft gefunden haben, sind mit dem Tier-Service auf der Insel zufrieden: Stefan und Iris, die ihren Nachnamen nicht in der Zeitung lesen wollen, kommen schon seit Jahren auf die Insel, in diesem Jahr zum ersten Mal mit ihrem Yorkshire-Chihuahua-Mix Barny. „In der Suchmaschine sind wir sofort fündig geworden und dann super von der Appartement-Vermietung beraten worden“, erzählen sie. 25 Euro für drei Tage beträgt der Hunde-Aufschlag und damit die Wohnung in einem möglichst guten Zustand bleibt, ist sie mit Laminat ausgelegt. Den Unterschied zwischen dem Sylt-Urlaub mit und ohne Hund merken sie aber deutlich. „Wir trinken weniger Alkohol und laufen dafür mehr. Früher mussten wir immer Urlaub vom Urlaub machen, jetzt können wir die Natur genießen und uns gut erholen.“

Dass Hundebesitzer wie diese drei Beispiel-Pärchen ihre Tiere vor Ankunft auf der Insel beim Vermieter brav anmelden, ist allerdings nicht Usus: „Ich mag Tiere persönlich gern“, betont die Wenningstedter Vermieterin Ida Klein, „aber bei den vielen Hunden, die hier zeitweise rumlaufen, frage ich mich schon, wo die alle wohnen sollen.“ Einige Tiere würden von den Besitzern wohl einfach in den Urlaub mitgebracht – Hundewohnung hin oder her.

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