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Schulische Assistenten : Wenn der Lehrer allein nicht reicht

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Seit gestern unterstützen spezielle Hilfskräfte Schüler und Lehrer aller Sylter Grundschulen.

shz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 05:20 Uhr

Seit gestern beschäftigt auch die Schule St. Nicolai mit dem Standort am Nordkamp eine eigene sogenannte Schulische Assistenz. Im Rahmen des Inklusionskonzeptes des schleswig-holsteinischen Ministeriums für Schule und Berufsbildung soll die Hilfskraft die Schüler und auch die Lehrkräfte im Unterricht sowie bei Klassenfahrten und Veranstaltungen unterstützen.

„Sie wird hauptsächlich im Unterricht sowie in den Pausen eingesetzt – weiteres wird man im Laufe der Zeit sehen“, sagt Schulleiter Horst-Peter Feldt. Bei der Schulischen Assistenz arbeitet die Westerländer Grundschule mit dem Diakonischen Werk Südtondern, Abteilung Familie im Mittelpunkt (FIM) zusammen.

Besonders auf Sylt seien Schulische Assistenten notwendig, sagt der Schulleiter. Die Familien seien in der Hauptsaison stark belastet, wohnen eng zusammen und das „Vorbild einer Wohlstandsinsel“ wirke sich negativ auf das Verhalten der Schulkinder aus. „Ich erhoffe mir durch die Assistenten ein positives Signal zur Verbesserung der Gesamtsituation an unseren Schulen“, so Feldt.

Lehrer, Schulpsychologen, Schulsozialarbeiter und nun auch die Schulassistenten arbeiten in Teams zusammen. Die ausgebildeten Assistenzkräfte verbessern die Lernbedingungen in der durchmischten Schülergruppe und ergänzen – wo nötig – im pädagogischen Bereich. Auf diese Weise soll eine gute Qualität im inklusiven Unterrichts an Grundschulen gewährleistet werden. Außerdem können die Teams den Schülern, die besonders unterstützt und gefördert werden müssen, sowie jenen mit unterschiedlicher Begabung oder Herkunft besser gerecht werden.

Auf Wunsch von Eltern und Lehrern fördert die Landesregierung das Projekt mit jährlich 13,2 Millionen Euro. Zur Finanzierung haben das Land, der Schleswig-Holsteinische Gemeindetag und der Städteverband ein Modell mit drei verschiedenen Möglichkeiten ausgearbeitet. Entweder beschäftigt der Schulträger die Assistenzkraft selbst oder er kooperiert mit einem anderen freien Träger. Falls beide Varianten für die betreffende Schule nicht in Betracht kommen, übernimmt das Land die Aufgabe, um eine flächendeckende Unterstützung zu garantieren.

Bereits seit November 2015 begleitet eine Schulische Assistenz die Lehrer und Schüler der Boy-Lornsen-Schule in Tinnum. Auch die Norddörferschule in Wenningstedt beschäftigt eine spezielle Hilfskraft – allerdings übernehmen dort Mitarbeiter der Nachmittagsbetreuung diese zusätzliche Aufgabe. Martina Bengsch-Maczik, Leiterin der Boy-Lornsen-Schule, bestätigt wie ihr Kollege Feldt, dass die Situation während der Saison „etwas verschärfter“ sei. Sie betont jedoch, dass das Konzept der Schulischen Assistenz durch die erweiterte Ganztagsbetreuung und erhöhte Stressbelastung der Kinder sowie die Dauerberieselung durch Medien auch grundsätzlich notwendig sei.

Zur Finanzierung ihrer Schulassistenz kooperiert die Tinnumer Grundschule mit dem gemeinnützigen Verein für Jugenderholung, der bereits Träger des Nachmittagsangebots der Schule ist. Obwohl das Projekt zunächst auf fünf Jahre befristet ist, geht die Schulleitung davon aus, dass es auch künftig durch das Land Schleswig-Holstein gefördert wird.

„Wir empfinden die Unterstützung der Schulkinder durch eine weitere professionelle Kraft als eine große Bereicherung und haben durchweg sehr positive Erfahrungen gemacht“, sagt Bengsch-Maczik.

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