Sylter Mensa : Wenn das Schul-Essen zu lecker ist

Vor der Essensausgabe bilden sich lange Schlangen.
1 von 2
Vor der Essensausgabe bilden sich lange Schlangen.

Die Mensa im Schulzentrum Sylt wird immer beliebter – und verzeichnet deshalb finanzielle Verluste.

Avatar_shz von
31. März 2014, 10:48 Uhr

Westerland | Schulessen hat in der Regel nicht gerade den besten Ruf. Ganz anders ist das seit eineinhalb Jahren im Schulzentrum Sylt. Die Schulmensa „das Esszimmer“ wird gut besucht, seit das Essen nicht mehr geliefert, sondern vor Ort frisch gekocht wird – sogar so gut, dass das mittlerweile zu einem Problem geworden ist. Trotz Zuschüssen aus dem Schulverband der Gemeinde Sylt macht die Schulmensa Verluste. Und das liegt nicht, wie bei den meisten defizitär wirtschaftenden Betrieben, daran, dass es zu wenige Kunden gibt, sondern dass zu viele hier essen wollen. Die Schüler-Essen kosten 2,50 Euro. Davon lassen sich Personal- und Lebensmittelkosten nicht decken, weshalb der Schulverband die Essen der Schüler bezuschusst. Diese Zuschüsse wurden allerdings nur für maximal 120 Essen pro Tag berechnet – und jetzt werden oft bis zu 200 Essen ausgegeben, wodurch natürlich die Kosten steigen.

Dazu kommt laut Maraike Böhm vom Diakonischen Werk das Problem, dass die Essenspreise seit Eröffnung der Schulmensa im Jahr 2008 nicht gestiegen seien – „obwohl das Essen zu Beginn fertig angeliefert wurde und jetzt frisch zubereitet wird. Das ist natürlich finanziell ein himmelweiter Unterschied.“

Ein Unterschied, der sich offenbar auch bei der Qualität des Essens bemerkbar macht. „Früher haben wir uns oft Essen von Zuhause mitgebracht, weil es hier so schlecht geschmeckt hat“, erzählt die 13-jährige Jasmin Ronnebeck, die mit ihren Klassenkameraden regelmäßig in der Mensa isst. Heute gibt es Geschnetzeltes Züricher Art mit Salat und die Mädchen lassen es sich schmecken. Jeden Tag gibt es in der Schulmensa frischen Salat und Gemüse – auch wenn sich die 17-jährigen Schülerinnen Anne Kessenich und Nina Engel auch freuen, wenn es mal Pommes mit Currywurst gibt. Den Preis von 2,50 Euro dafür finden sie vollkommen in Ordnung – und wären auch bereit, etwas mehr dafür zu bezahlen.

Das ist eine Idee des Diakonischen Werks Südtondern, um das Defizit der Schulmensa auszugleichen: Schüleressen könnten in Zukunft 3 Euro statt 2,50 Euro kosten. Schulleiterin Gonde Detlefsen hält diese mögliche Preiserhöhung für nicht zu hoch: „Schließlich wurde der Preis ja wirklich lange nicht angehoben.“ Sie selber ist begeistert vom Schulessen, und isst – ebenso wie Bürgermeisterin Petra Reiber übrigens – fast jeden Tag hier zu Mittag. „Ich habe schon viele Schulmensen in Schleswig-Holstein kennen gelernt, aber das hier ist sicherlich eine der besten“, erzählt sie. Auch Petra Reiber hört von Bürgermeister-Kollegen, dass das Schulessen in deren Gemeinden nur sehr schlecht angenommen werde: „Die Schulmensa ist eine richtige kleine Erfolgsgeschichte.“

Das Diakonische Werk Südtondern denkt neben einer Erhöhung des Essenspreises auch darüber nach, den Schulverband zu bitten, den Zuschuss zur Schulmensa zu erhöhen. Darüber entscheidet der Schulverband aber erst in seiner nächsten Sitzung, wenn eine offizielle Anfrage eingereicht wurde.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert