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Abwasser auf Sylt wird teurer : Weniger Wasserverbrauch sorgt für höhere Gebühren

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Zum 1. März steigen Abwassergebühren um 20 Prozent. EVS erhöht auch den Grundpreis für Trinkwasser.

von
erstellt am 27.Feb.2014 | 06:00 Uhr

Weil sich die Menge des verbrauchten Wassers in den Gemeinden Sylt, Hörnum und List seit einigen Jahren kontinuierlich verringert, wird der Abwasserzweckverband (AZV) seine Grundgebühren zum 1. März erhöhen, um die Einnahmeverluste auszugleichen. „In den beiden letzten Jahren sind Unterschüsse von rund 650 000 Euro aufgelaufen, die jetzt durch eine Erhöhung des Grundpreises um durchschnittlich 20 Prozent ausgeglichen werden sollen“, erklärt Marek Zelezny, Geschäftsführer der Energieversorgung Sylt (EVS), die die Geschäfte des Abwasserzweckverbandes führt.

Als Vorsitzender des AZV sieht Sönke Hansen die seit 2006 um gut zehn Prozent (von 2,2 auf unter zwei Millionen Kubikmeter) gesunkene Abwassermenge vor allem als Folge der rückläufigen Sylter Übernachtungszahlen. „Sicherlich spielen auch sparsamere Geräte eine gewisse Rolle, aber die touristischen Zahlen korrespondieren eindeutig mit dem Wasserverbrauch.“ Angesichts der immer größeren Zahl an Zweitwohnsitzen, die zwar wenig Wasser verbrauchen, für die aber eine teure Infrastruktur vorgehalten werden müsse, werde bewusst nur der Abwasser-Grundpreis angehoben, während die verbrauchsabhängige Arbeitsgebühr unverändert bleibe.

Analog zum Abwasser wird sich ab März erstmals seit fünf Jahren auch der Grundpreis für Trinkwasser erhöhen. Wobei der gesunkene Absatz hier keine so wichtige Rolle spielt wie die anstehenden Investitionen zur Sicherung des hohen Qualitätsniveaus des Sylter Trinkwassers. Auch hier bleiben die Arbeitspreise unverändert, um die Insulaner nicht stärker zu belasten als Zweitwohnungsbesitzer. Um eine gerechtere Verteilung der Grundkosten zu gewährleisten, wurde die Preisstaffelung beim Grundpreis um vier zusätzliche Preisstufen ergänzt.

Obwohl die Preiserhöhung im Durchschnitt 9,3 Prozent und in der Spitze bis zu 30 Prozent ausmacht, liegt Sylt nach Zeleznys Angaben mit einem Durchschnittspreis von 1,43 Euro pro Kubikmeter noch immer weit unter dem Bundesdurchschnitt von 1,95 Euro sowie im schleswig-holsteinischen Landesdurchschnitt.

Zusätzlich zu den jährlichen Investitionen in das Wassernetz und die technischen Anlagen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro wird die EVS in den kommenden fünf Jahren etliche Sonderprojekte mit einem Investitionsvolumen von fast zehn Millionen Euro in Angriff nehmen müssen. Dazu gehören unter anderem eine Sanierung der Wasserbehälter im Westerländer Wasserwerk, neue Wasserbehälter und Pumpwerke für Rantum und den Sylter Osten sowie zwei neue Brunnenanlagen.

Außerdem kündigte Marek Zelezny noch für die erste Jahreshälfte die Präsentation und politische Diskussion einer externen Untersuchung der Süßwasserlinse an. „Unser Ziel muss es sein, für die nächsten 50 bis 70 Jahre eine sichere Wasserversorgung zu gewährleisten, besonders im Hinblick auf die Versalzungsgefahr der Süßwasserlinse.“

 

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