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Michelin-Sterne für Sylt : Weniger Sterne am Gourmet-Himmel

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Die Zahl der Sylter Restaurants, die vom Guide Michelin ausgezeichnet werden, geht weiter zurück. Der Trend verlagert sich in die Großstädte.

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erstellt am 12.Nov.2015 | 19:00 Uhr

Der Himmel über der Gourmet-Insel ist um drei Sterne ärmer geworden, nur noch vier Köche dürfen sich mit insgesamt sechs Michelin-Sternen schmücken – der Auszeichnung für Spitzenrestaurants in Deutschland, die alljährlich Mitte November verliehen wird. Gestrichen wurden das „La Mer“ und das „Spices“, die beiden Restaurants im A-Rosa Resort List. Das war in Fachkreisen jedoch vorauszusehen, nachdem Zwei-Sternekoch Sebastian Zier das Haus Ende Januar dieses Jahres und Sterneköchin Sarah Henke bereits vor zwei Jahren ihre Arbeitsstätte verlassen und die Unternehmensleitung ihr gastronomisches Konzept grundlegend geändert hatte. „Wir sind in den vergangenen zwei Jahren den neu eingeschlagenen Weg konsequent gegangen und haben unsere Restaurants den Bedürfnissen der Gäste angepasst, auch im Restaurant Spices“, erläutert Gordon A. Debus die Entscheidung des A-Rosa-Konzerns. „Das kulinarische Niveau ist weiterhin sehr hoch, allerdings haben wir das Preis-Leistungsverhältnis verbessert. Wir sind überzeugt davon, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind – und die Rückmeldung der Gäste und die guten Buchungszahlen geben uns auch Recht“, so der Direktor des Lister Resorts.

Keine Veränderungen im Guide Michelin 2016 gab es bei den vier Sylter Sterneköchen, die ihre Auszeichnungen erfolgreich verteidigen konnten: Wie im Vorjahr mit jeweils zwei Sternen geehrt wurden Johannes King vom Restaurant des Söl’ring Hof in Rantum und Alexandro Pape vom Fährhaus Munkmarsch. Jeweils einen Stern erhielten erneut die Küchenchefs Holger Bodendorf vom Bodendorf’s im Tinnumer Landhaus Stricker sowie Jens Rittmeyer vom Restaurant Kai3 im Hotel Budersand in Hörnum.

Der Inseltrend zu deutlich weniger Sternen scheint aber auch gewollt. Denn nicht nur das A-Rosa geht – zumindest auf Sylt – ganz bewusst in diese Richtung, auch der lange Jahre vom Guide Michelin immer wieder ausgezeichnete Jörg Müller hat bereits 2014 darauf verzichtet, weiter am Sternerennen teilzunehmen und ebenso bestimmt wie selbstbewusst seinen Ausstieg verkündet. Der Trend auf Sylt steht allerdings im Gegensatz zur sonstigen Entwicklung in Deutschland. Denn insgesamt liegt die Zahl der im Guide Michelin mit einem oder mehreren Sternen ausgezeichneten Häuser auf einem historischen Höchststand von 290 Adressen. Dies seien knapp 30 Prozent mehr als noch 2010 und belege die rasante Entwicklung der deutschen Spitzengastronomie, sagt Michael Ellis, der internationale Direktor des Guide Michelin. Bemerkenswert und auch ein Indiz des aktuell gegenläufigen Trends: Von den vier neuen der jetzt 39 Restaurants in der Zwei-Sterne-Klasse liegen drei in den Großstädten Berlin, München und Frankfurt am Main. Eine ähnliche Tendenz ist bei den Ein-Sterne-Restaurants zu verzeichnen: 26 Häuser erhalten die begehrte Auszeichnung zum ersten Mal, darunter allein fünf Restaurants in Berlin und drei in Frankfurt am Main. Ingesamt gibt es jetzt in Deutschland 241 Restaurants, die mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurden.

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