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Sylter Rundschau

15. Dezember 2017 | 19:35 Uhr

Wendt-Wiese als Rettung für die Schule?

vom

Nach Ansicht von Eigentümer Andreas Wendt sollte die Gemeinde Morsum sofort mit den Planungen für den Bau von Familien-Wohnungen beginnen

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Morsum | Mittlerweile ist es gut sieben Jahre her, dass Andreas Wendt damals noch der Gemeinde Sylt-Ost den Vorschlag unterbreitete, seine knapp 2,5 Hektar große Wiese nördlich des Bahnhofes für den Bau von Dauerwohnraum zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Idee anfangs in der Gemeinde Sylt-Ost auf positive Resonanz stieß und auch nach der Fusion noch den Ortsbeirat beschäftigte, herrschte seit gut zwei Jahren Funkstille. Doch seit kurzem schöpft Andreas Wendt wieder Hoffnung, mit seiner im nicht überplanten Außenbereich liegenden Wiese zum Erhalt des dörflichen Lebens und vor allem des Primarhauses (Grundschule und Kindergarten) beitragen zu können.

Nachdem er erfahren hat, dass der Ortsbeirat das Areal zwischen Bahnhof und Ruar Ört auf die Liste der Potenzialflächen gesetzt hat, die im Rahmen des insularen Wohnungsmarktkonzeptes prinzipiell für den Wohnungsbau geeignet sind, drängt der Jurist und Familienvater nun auf eine schnelle Umsetzung. "Das Wohnungsmarktkonzept liegt seit Oktober 2012 vor und es bescheinigt Morsum den Bedarf von 180 zusätzlichen Wohnungen vor allem für junge Familien. Jetzt soll die Gemeinde auch ihr Versprechen den Morsumern gegenüber einhalten", sagt der Jurist unter Hinweis auf den Fusionsvertrag, in dem sich die neue Gemeinde Sylt verpflichtet hat, das Projekt "Wendt-Wiese" umzusetzen.

In einem dreiseitigen Schreiben an Vertreter des Ortsbeirates, der Gemeinde und örtlicher Institutionen erklärt er sich bereit, besagte Wiese der Gemeinde Sylt zu übereignen, was die zwingende Voraussetzung für Wohnungsbau im Außenbereich ist. "Wir wollen damit kein Geschäft machen, sondern dazu beitragen, den einmaligen Wert dörflicher Kultur in Morsum zu erhalten und zu fördern", erklärt Wendt. Dies sei jedoch nur mit möglichst vielen jungen Familien möglich, die die Basis eines lebendigen Dorflebens bilden. Gerade der Erhalt des Primarhauses sei wesentlich vom Zuzug neuer Familien abhängig. "Eine dörfliche Grundschule macht nur Sinn, wenn auch der Großteil der Schüler im Ort lebt. Genauso wie der Markttreff eine Bevölkerung braucht, die dort einkauft." Im zügigen Beginn des Wohnungsbauprojektes sieht Andreas Wendt ein entscheidendes Argument gegenüber der Landesregierung, das Primarhaus trotz derzeit zu geringer Schülerzahlen zu erhalten.

Ein Dämpfer für Andreas Wendts Optimismus und Tatendrang kommt allerdings aus dem Inselbauamt. Dessen Leiter Wolfgang Knuth verweist darauf, dass es vor der zum Jahresende erwarteten endgültigen Abstimmung des insularen Wohnraumentwicklungskonzeptes keine vorgezogenen Verfahren zugunsten einzelner Außenbereichsflächen geben werde. Einzelvorstöße seien zwecklos und würden die Verhandlungsposition der Inselgemeinden gegenüber Kreis und Land nur schwächen.

Wolfgang Knuth: "Verständlicherweise kann das laufende Verfahren, insbesondere wenn man selber nur ein einziges Grundstück im Auge hat, ungeduldig machen. Stellt man aber dagegen, dass unter Beteiligung aller relevanten insularen Gremien, auf die gesamte Insel bezogen, 170 Flächen in die Untersuchung genommen und nach einheitlichen Kriterien bewertet wurden, wird der Zeitablauf verständlich."

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